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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-05-25 · 21 (25.5.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
21 (25.5.1934)
Date
1934-05-25
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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25. Mai 1934 ÜEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELlülONSüEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 5 Direktor Georg Kareski Berlin Der für Mltlwodl, 23. Mai 1934 angesagte Vortrag „Judenstaat ~ die einzige Lösung der Judenfrage" findet aus technischen Gründen erst am Dienstag, den 29. Mai 1934 abds. 20 -.uhr im KristalIpalast Leipzig C1, Wintergartenstraße statt. Gelöste Karten behalten ihre Gültigkeit. Vorverkauf der reserv. Plätze a RM I. bei M. W. Kaufmann, Brühl 8. An der Abendkasse: Eintritt 50 Pfg. Erwerbslose und Jugendliche die Hälfte. Konzertdirektion A. Ehrlieh (■» Achtung! Voranzeige! Achtung! TU Am Sonntag, 10. Juni Krystallpalast (Ob. Theatersaal) Eine Strand-, Bodem Reise-Hoflenschau mit ersten prominenten Berliner Künstlern. Beachten Sie die kommenden Inserate und Reklame! daß niemals auch nur die Spur eines Ritualmordcs festgestellt werden konnte. Der durch die Folter erpreßten Geständnisse Hätte die Welt sich zu schämen, ebenso wie das Judentum sich der durch Renegaten bewirkten Anklagen schämen müsse. Man könne uneingeschränkt behaupten, dal! alle Fälle, die prozessual behandelt worden seien, von 1171 (Blois) bis 1911 (Beilis) die völlige Haltlosigkeit der Beschuldigungen ergeben hätten. Der Fall llilsncrl'olna (188')) sei vielleicht die Tat eines jüdischen Mörders gewesen, aber nie ein Kitualmord. Es sei interessant, dal! der [etzige Präsident der Tschechoslowakei, Prof. Masaryk, hier als Verteidiger in die Bresche gesprungen sei und seine Ehre für die Widerlegung einer Ritualmordheschuldigung eingesetzt habe. Des weiteren wandte sich der Redner gegen die Meinung vieler, es müsse doch „etwas daran" sein und belegte seine Ausführungen mit den Zeugnissen hoher christlicher Würdenträger aller Zeiten, wie u. a. der Bulle des Papstes Innoeenz IV. und Kaiser Karls V. /iiin Schlüsse ging Herr Dr. (i. auf die Frage ein: Was können wir heute gegen die Wiederaufrührung der ungeheuerlichen Beschuldigung tun? Antwort: Nichts, als mit würdigem Stolz zu protestieren. Wir müssen unser jüdisches Selbstbewußtsein stärken. Wir glauben an die unbedingte Heiligkeit unserer Lehre und wissen, daß nicht das ganze deutsche Volk an die RitualuiordinärclKn glaubt. Wir kämpfen gegen diesen Aberglauben mit dem Bewußtsein, damit für deutsche Kultur im In- und Ausland einzutreten. Indem wir wissen, daß unsere Religion erhaben über diesen Verdacht ist, bescheiden wir uns einstweilen mit der starken Hoffnung, daß die Sonne der Wahrheit einmal und bald auch über uns aufgehen wird. In seinem Nachwort betonte der O.-Gr.-Vors. Dr. Jacoby, daß mau die gewonnenen Erkenntnisse weitgehend verwenden müsse, wo auch nur die leiseste Möglichkeit dazu vorhanden sei. Wir üben zwar Zurückhaltung, aber wir wissen, daß wir das für Deutschland tun, daß es um das Interesse aller Deutschen im Innnd Ausland geht. Mit ungewöhnlich warmen Worten dankte Dr. J. dem Referenten für seine glänzend vorgetragenen und begeistert aufgenommenen Ausführungen. J-e. Central verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Die diesjährige Generalversammlung des C.V. fand am Montag, den 7. Mai, in dem dichtbesetzten großen Saale des Künstlerhauses statt. : )er Ortsgruppenvorsitzende, Stadtrat a.D. Julius Krause, eriattete zunächst einen Bericht über die Tätigkeit der Ortsgruppe auf organisatorischem Gebiet. Eine große Anzahl von Gemeindeiind Mitgliederversammlungen mit auswärtigen und hiesigen Rednern sind In" Laufe des verflossenen Jahres abgehalten worden. I Hese Veranstaltungen fanden in den Gemeindekreisen stärkste Beachtung. Zur Förderung der Sonderinteressen der betreffenden Berufsgruppen wurden Fachausschüsse der ambulanten Gewerbetreibenden und der Erwerbslosen ins Leben gerufen. Außerdem nahm die Frauengruppe, deren Tätigkeit zwei Jahre hindurch geruht hatte, ihre Arbeit wieder auf. Nachdem der Vorsitzende ganz kurz die Leipziger innerjüdiseben Fragen gestreift hatte, hob er hervor, daß sich die Ortsgruppe in zunehmendem Maße aufwärts entwickle, was aus der Zahl der Neuanmeldungen hervorgehe. Aus dem Vorstand sind ausgeschieden: die Herren Max Rothschild, Am 17. Ijar verschied in Erez Israel Herr Dow Beer Sudowicz. In den Jahren, in denen er das Ehrenamt des KKL-Kommissars bekleidete, hat er unermüdlich und vorbildlich seine ganze Kraft eingesetzt für den Aufbau des Landes, dessen Aufblühen er nur kurze Zeit miterleben durfte. Er war einer derjenigen Zionisten, die auch mitten im Ringen der Parteien doch nie die große, gemeinsame Sache des Zionismus vergaßen. Der KKL wird das Andenken des Menschen und Kämpfers stets in Ehren halten. Heren Kafemefh E,e|lsrael Leipzig. Zu der am 2. b. in d Synag. Schillerweg 31 statifind. Barmuwahfeier uns. Sohnes Hans-Benno laden wir Freunde u. Bekannte herzl. ein. laques Walner u. Frau Trude geb. Schwartz, Berggartenstr. 30, I Walter RTess, RA. Dr. Heinz Joske, RA. Dr. Conrad Gold- Schmidt und Frau Dora U r y. Dagegen wurde in den Vorstand ueugewählt: Arbeitsgerichtsrat i. R. Dr. Bruno Mannes. Der geschaftsffihrcnde Ausschuß setzt sich zusammen aus: Stadtrat a. I). Julius Krause als Vorsitzenden, Rabbiner Dr. Felix Gold mann, als Stellvertreter, Syndikus Kurt Sabatzky als geschäftsführendes Vorstandsmitglied, sowie Kaufmann Willy Seemann und Dr. Rudolf Neu mann. Syndikus Sabatzky erstattete ein Referat über „Ein Jahr C. V.-Tätigkeit im neuen Reich". Der Redner wies auf die starke Tätigkeit in bezug auf die juristisch-wirtschaftliche Beratung hin und hob dabei auch die kulturellen Arbeiten auf dem Gebiete von Schule, Universität, Rundfunk und Presse hervor. Der Landesverbandsvorsitzende Rabbiner Dr. Felix Gold mann referierte darauf über das Thema: „Wir Juden! Ein Aufruf zur Besinnung". Wir haben bereits früher eingehend über diesen Vortrag, der schon einmal in der Ortsgruppe Leipzig des C. V. gehalten wurde, berichtet. Amtliche Bekanntmachungen. Lehrmädchen gesucht. Für das Büro unseres Sozialamtes wird ein weiblicher Bürolehrling gesucht. Das betreffende junge Mädchen soll möglichst bereits einige Kenntnisse in Stenografie und Schreibmaschine haben, eine saubere und gute Handschrift besitzen und vor allen Dingen durchaus zuverlässig sein. Bewerbungen mit handgeschriebenem Lebenslauf und Abschrift des letzten Schulzeugnisses sind an das Sozialamt der israelitischen Religionsgemeinde, Leipzig C 1, Walter-Blümel- Straße 10, zu richten. Leipzig, den 22. Mai 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Gottesdienste Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst. Freitag, den 23. Mai. Abendgebet IQ Uhr. Sonnabend, den 26. Mai, Morgeugebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 20,35 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Cohn); Abendgebet 21,05 Uhr. Morgengottesdienst an Sonn- und bürgerlichen Feiertagen 7,30 Uhr, werktags 7 Uhr, Abendgottesdienst IM Uhr. Gemeindesynagoge. Sahbatgottesdienst: Freitag, 1. Juni, Abendgebet 19 Uhr mit Predigt (Raobiner Dr. Goldmann). Sonnabend, 2. Juni, Morgengebet 9 Uhr, Jugendgottesdienst 15.15 Uhr mit Predigt (Rabbiner Cohn); Nachmittagsgebet 20.40 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Dr. Goldmann); Abendgebet 21.14 Uhr Ez-Chaim-Synagoge (Otto-Schill-Str.) und Talmud Thora Synagoge (Keilstr.): Freitag, den 25. Mai: Abendgebet 19.30 Uhr. Sabbat: Morgengebet 8.30 Uhr; Mincha 17 Uhr; Ausganv 2i 03 Uh-. Wochentag: Morgengebet 7 Uhr; Abendgebet 19,15 Uhr.

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