Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 18 (4.5.1934)
- Date
- 1934-05-04
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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~ Auflage 4250 Stück $ eraeitiö ebktt DER ISRAELITISCHEN REUGIONSGErM&INDE- ZU I <(^|D7|fL AMTLICHES NACH RICHTEN BLATT Laim I ■ Mm I ^7 DER GEMEINDEVERWALTUNG« Schriftleitung i Oemeinderabbiner Oustav Cohn Leipzig H ilter Blüm el-Str. 10. — Nachdruck nur mit Quellenangabe und mit Genehmigung des Verfassers gestattet Nummer 18 ■ lahrgang 10 4. Nai 1934 Anzeigenannahme: E. Ooldfreund, Leipzig 05, CichoriusstralSe 2a, Fernsprecher Nr. 60771 Druck: Druckerei der Werkgemeinschaft, Leipzig C 1. V. Gemeindeabend. Der V. Gemeindeabend findet Donnerstag, den 10. Mai 1034, abends 8.30 Uhr pünktlich im Saal des Städt. Kaufhauses, Kupfergasse 1/3, statt. Es sprechen Herr Rechtsanwalt Dr. Landenberger-Nürnberg Mitglied des Präsidialausschusses der Reichsvertretung der deutschen Juden über das Thema: Aufgabengebiet und Tätigkeit der Reichsvertretung der deutschen Juden und Herr Dr. Traub-Berlin über Das Werk des Zentralausschusses der deutschen Juden für Hilfe u. Aufbau Gesangsvorträge des Chores der Gemeindesynagoge umrahmen diese Vorträge. Wiederum erwartet die jüdische Gemeinde, dali alle Gemeindemitglieder sich an diesem Abend beteiligen. Ein Teil der Plätze ist reserviert. Karten für diese Plätze sind zum Preise von RM I.— im Gemeindeamt und in der B chhandlung von M. W. Kaufmann erhältlich. Zu allen anderen Plätzen ist der Eintritt unentgeltlich. Leipzig, den 30. April 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. C-ie Jüdische Sozialgemeinde Von Verwaltungsdirektor Gustav Kat/.ensiein. Die jüdischen Gemeinden, die nach der Auflösung des jüdischen S 'Ks in allen Lindern der Diaspora entstanden, umfaßten das )' lische Leben. Sic verkörperten das, was heute mit dem Begriff '•' r totale Staat" hc/eichnet wird. I >as religiöse Lehen, die Rechtspflege, die soziale Tätigkeit fanll liier ihre Pflege und Ordnung. In dieser Verbundenheit aller geistigen und gesellschaftlichen Interessen mit dem Lehen der Linttlnen, der keiner sich entziehen konnte, ohne an gesellschaftlicher * tung einzubüßen, beruht die Unzerstörbare Lehenskraft der jüdischen Gemeinschaft. Auf diesem Boden wuchsen (iemeinsiun. Hilfsbereitschaft, Verantwortungsgefühl, die mit Recht den Juden Wich von Gegnern nachgerühmt wurden. I Hese geschlossene Lebensgemeinschaft wurde im liberalen Staate des 19. Jahrhunderts durch die Befreiung des Einzelnen von den sozialen Banden zerstört. Nur in diesem Jahrhundert haben Jüdisches Schulwerk. Das Schulgeld für den Monat Mai ist bis zum 5. Mai d. J. zu bezahlen. Wenn es nicht pünktlich entrichtet wird, wird es durch den Erheber eingezogen, wodurch den Zahlungspflichtigen Kosten entstehen. Wird auch dann das Schulgeld nicht bezahlt, so kann das Kind die Schule nicht wcilei besuchen Leipzig, den 27. April 1934 Der Vorstand des Israelitischen Schulvereins e. V. sich judische Gemeinden lediglich als Trauer des religiösen Dienstes empfunden. Die geschichtliche Entwicklung, die in unseren Tagen eingesetzt hat, bewirkt eine Ruckkehr zu den früheren und umfassenderen Lebensformen der Gemeinde, zur Sozialgemeinde. Die Aricrgcsetzgehung des vorigen Jahres hatte eine völlige Umgestaltung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhält-