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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-04-27 · 17 (27.4.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
17 (27.4.1934)
Date
1934-04-27
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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— Auflage 4250 Stück (BememöeUatt DER ISRAELITISCHEN REUGIONSGE-MtVINDtr ZU | {LI Z)7\CL AMTLICHES NACH RICHTEN BLATT LLIl A«IV7 DER GEMEINDEVERWALTUNG« Schrlftlettungi Ocmeindtrabbiner Oustav Cohn Leipzig Walter Blümel-Str. 10. — Nachdruck nur mit Quellenangabe und mit Genehmigung des Verfassers gestattet Nummer 17 ■ Jahrgang 10 27. April 1934 Anzeigenannahme i E. Ooldfreund, Leipzig 0 5, CichoriusstraBe 2a, Fernsprecher Nr. 60771 Druck: Druckerei der Werkgemeinschaft, Leipzig C 1. k( 7 1*1 I V. Gemeindeabend. Der V. Gemeindeabend findet Donnerstag, den 10. Mai 1034, abends 8.30 Uhr pünktlich im Saal des Städt. Kaufhauses, Kupfergasse 1/3, statt. Es spricht Herr Rechtsanwalt Dr. Landenberger-Nürnberg Mitglied des Präsidialausschusses der Reichsvertretung der deutschen Juden über das Thema: Aufgabengebiet und Tätigkeit der Reichsvertretung der deutschen Juden. Qesangsvorträge des Chores der Gemeindesynagoge umrahmen den Vortrag. Wiederum erwartet die jüdische Gemeinde, daß alle Gemeindemitglieder sich an diesem Abend beteiligen. Ein Teil der Plätze ist reserviert. Karten für diese Plätze sind zum Preise von RM 1.— im Gemeindeamt und in der Buchhandlung von M. W. Käufmann vom 3. Mai d J. an erhältlich. Zu allen anderen Plätzen ist der Eintritt unentgeltlich. Der Vorstand Leipzig, den 24. April 1934. der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. sei es, daß sie eine Ausbildungsstättc gefunden haben, sei es, dal! sie ausgewandert sind oder für ihre Ausbildung anderweitig gesorgt ist. Da von den Entlallsehülern und -Schülerinnen des Vorjahres nur wenige noch verfügbar sind, gilt es nun für diese IUI jungen Menschen eine entsprechende Ausbildungsgelegenheit tu finden oder zu schaffen. Es ist erfreulich, dali fast alle die sonst so heikle Frage: „Was soll ich werden?" im Sinne des Handwerks, (iewerbes oder der Landwirtschaft entschieden haben; viele unter ihnen haben dabei das Benifsziel auf Palästina eingestellt. Dieser klare Wille, gestützt auf eine nüchterne Beurteilung der wirtschaftlichen Möglichkeiten, erleichtert uns insofern unsere Aufgabe, als wir nicht nur reine Lehrstellen für unsere Jugendlichen suchen müssen, sondern, soweit die Autbildung für Palästina feststeht, auch Volontär- oder Praktikantenstellen ihren Zweck erfüllen werden. Der Unterschied ist ja hier nicht ein qualitativer - die von den jüdischen Stellen angebotenen Ausbildungsstätten bewegen sich von jeher auf entsprechender Höhe —, sondern vorwiegend arbeitsrechtlicher Natur. Wahrend der Lehrling mit der Ableistung der festgeset/ten drei- bis vierjährigen Lehrzeit die erste Sprosse auf der Stufenleiter des Handwerks erreicht, um dann als Handwerksgeselle sich zu betätigen und später nach dem Meistertitel zu streben, erhält der Volontär in kürzerer Zeit die handwerksmäßige Ausbildung, ohne einerseits die Anwartschaften zum Gesellen und Meister zu haben und andrerseits die sogenannte Lehrlingsentschädigung zu bekommen. Im tiegenteil, die gedrängte Aus- Unsere Sorgen um die Schulentlassenen. Berufswahl und Berufsberatung für die jüdischen Schulent- I« senen schließen zwei schwere Aufgaben in sich: zunächst die ri< iitige Zuführung in den Beruf unter Berücksichtigung von Eignung, Neigung und personlichem Kostenaufwand, und dann die Gewinnung einer entsprechenden Ausbildungsstelle. Bei der Knappheit der beruflichen Möglichkeiten, die dem jüdischen Nachwuchs i» Deutschland offenstehen, ist es allerdings häufig so, daß man zunächst eine Ausbildungsgelegenheit sucht, und dadurch auch die eigentliche Berufswahl löst. Betrüblich ist nur die Tatsache, daß vorerst in den größeren Synagogengemcinden von den jetzt die Schule Verlassenden nur ein kleiner Teil in Ausbildungsstellen untergebracht werden konnte. Während in den kleineren (iemeiu- Oen durch Empfehlung von Mund zu Mund und intensive persönliche Bemühungen wohl fast alle Schulentlassenen untergekommen sind, wartet in den größeren Gemeinden noch mehr als die Hälfte der jüdischen Schulentlasenen noch sehnsüchtig auf eine Aushilili;nnsgelcgcnhcit. Es ist selbstverständlich, daß diese wirtschaftliche Situation «Ic jüdischen Sozialämter in große Sorgen versetzt und sie zu verstärkten Bemühungen antreibt, sieh um eine baldige Unterbringung ihrer Jugendlichen anzunehmen. In Leipzig ist das Verhältnis folgendermaßen: Insgesamt sind Ostern 1934 2'iO Schüler von der Schule abgegangen — davon männlich HO, weiblich 00; von diesen •fad 51) männliche und 10 weibliche als versorgt zu betrachten,

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