Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 14 (6.4.1934)
- Date
- 1934-04-06
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 ÜEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIÜIONSÜEMEINDE ZU LEIPZIG 6. April 1934 Beim 2 Kursus wurde, dem starken Interesse der Schülerinnen entsprechend, Qesundheitslchrc eingeführt und ciiif psychologische Arbeitsgemeinschaft gebildet, in der besonders Erziehungsfragen besprochen wurden. Die Kurse Übermittelten den Mädchen nicht nur wertvolle praktische "Kenntnisse, die in Beruf und eigenem Haushalt mit/bar /u machen sind, sondern es ist auf sie dank der vorzüglichen pädagogischen Leitung ein starker erzieherischer Einfluß ausgeübt worden. Den Madchen ist als besondere Voraussetzung für jede Berufsarbeit Sinn für Gemeinschaftsgefühl, Pünktlichkeit, Ordnung und Sparsamkeit gestärkt worden. So ist mit verhältnismäßig geringen Mitteln eine Einrichtung entstanden, die sich in kurzer Zeit lebhaften Dank bei Eltern und Schülerinnen und Anerkennung aller derer erworben hat, die Einblick in den Betrieb genommen haben. Leider müssen die Kurse wahrend der Sommermonate unterbrochen werden, da das Heim in dieser Zeit seiner eigentlichen Bestimmung nach als Kinderheim wieder Verwendung findet. Die Mädchen des I.Kursus sind bis auf eine, die ihr Studium weitergeführt hat, in Stellen untergebracht, eine ist bereits nach Palastina gegangen. Von den Schülerinnen des 2. Kursus werden drei als Helferinnen im Kinderheim arbeiten. Die anderen werden /um größten Teil in landlichen Stellen vom Hechalu/ untergebracht. Einige haben Stellen in städtischen Haushaltungen angenommen. Amtliche Bekanntmachung. Mädchenkonfirmation. Am Sonntag, S. April 1914, findet vormittags 10 Uhr in der Gemeindesynagoge die Mädchenkonfirmation statt. Hier/u werden alle (iemeindemitglieder her/liehst eingeladen. Ordnung für die Mädchcnkonfirmation: 1. Orgelvorspiel wahrend der Einführung der Konfirmanden. 2. Vorspruch zum Beginn Jetti Steinbrecher. 3. Psalm KHI Chor. 4. „Höre Israel" von M. A. Klausner Marie Steinbrecher. 5. „Ariosa" von Q.F.Händel Gesang des Kantors. (>. Wahlsprüche der Konfirmandinnen: Anita Alexander, Lilo Ardel Lore Goldschmidt, Emmi Herbach, Lotte Hochmann, Gustel Kane, Alice Meister, Hanna Platt, Jetti Steinbrecher, Marie Steinbrecher, Edith Zwergel. Eingeleitet durch einen Vorspruch Lilo Ardel. Beschlossen durch einen N a c Ii s p r u c h Lotte Hochiuann. 7. Gebet Lore (ioldschmidt. S. Gelöbnis Hanna Platt. Die Sat/e des Glaubensbekenntnisses werden von der Konfirmandin gesagt und dann von der Qemeinde gesungen. 9. „Es keimt von Gott es Hand gesät" von L. Lein andowski Chor. 10. Predigt. 11. Vorspruch /um Segen Edith Zwergel. 12. Konfirmation und Segen. I i. Priestersegen Gesang des Kantors. 14. „Halleluja" von Händel Chor. Leip/ig, den i. April 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde ZU Leip/ig. Jüdischer Religionsunterricht obligatorisch. Alle Eltern werden darauf aufmerksam gemacht, daß der Religionsunterricht obligatorisch ist und daß jeder Schüler der religiösen Unterweisung seines Bekenntnisses zugeführt werden muß. Wir verweisen auf die Sonderan/.eigen der beiden Religionsschulen unserer Gemeinde und ersuchen um baldige Anmeldung. Außerhalb der dort angegebenen Zeiten werden Anmeldungen zum Religionsunterricht durch die Direktoren der Religionsschulen, Herrn Rabbiner Dr. Goldmann, König-Johann-Str. 17, und Herrn Rabbiner Dr. Carle b ach, Lcibni/straße 23, entgegengenommen. Leip/ig, den 6. Mär/. 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Beginn des Unterrichts in der Religionsschule I. Der Unterricht für das neue Schuljahr beginnt: a) in der Hiuptschule am Mittwoch, II. April 1934, 15 Uhr, im Schulgebäude der 32. Volksschule, Yorkstraßc 2—4, b) in der Ostschule am Montag, 9. April 1914, 15 Uhr, im Schulgebaude der 10. Volksschule, Taubchenweg 2; c) in der Süd schule am Montag, 9. April 1934, 17 Uhr im Schulgebaude der Goetheschule am Schletterplatz; d) in der Westschule am Dienstag, 10. April 1914, 15 Uhr, im Schulgebäude der 47. Volksschule, Elisabeth-Allee 24—26 Die angegebenen Zeiten sind pünktlich einzuhalten. Die Schüler und Schülerinnen des Eortbildungsunterrichts versammeln sich am Mittwoch, II. April 1934, 161 .. Uhr, pünktlich im israelitischen Gemeindeamt, Walter-Blümel-Straße 10, Erdgeschoß. Leipzig, den 6. März 1914. Der Direktor Rabbiner Dr. Gold mann. Beginn des Unterrichts in der Religionsschule II. Der Religionsunterricht für das neue Schuljahr beginnt Im Gegensatz zu unserer Bekanntmachung vom 6. Mar/ ds. Js. am Donnerstag, 12. April 1934, 15»/, Uhr, im Gebäude der Höheren Israelitischen Schule, Gustav-Adolf-Str. 7 Die Schüler und Schülerinnen des Fortbildungsunterrichts ver sammeln sich 16'/. Uhr im Gebäude der Höheren israelitischei Schule, Gustav-Adolf-Straße 7. Neuanmeldungen können noch bis zu den angegebenen Zeiten entgegengenommen werden, in jedem Falle ist der Geburtsschein (Familienstammbuch) mitzubringen. Leip/ig, den 3. April 1934. Der Direktor Rabbiner Dr. C a r I e b a c h. Israelitischer Schulverein e. V. Leipzig. Einladung zu der am Dienstag, dem 17. April 1934, abends 1 .,9 Uhi im Sitzungszimmer der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig Walter-Bliimel-Str. 10 11, stattfindenden ordentlichen Hauptversammlung. Tagesordnung: a) Jahresbericht; b) Bericht de:- Schatzmeisters; c) Bericht des Direktors; d) Entlastung des Vor Standes; e) Satzungsänderungen; f) Neuwahl von Vorstandsmitgliedern; g) Wahl von zwei Kassenrevisoren; h) Verschiedenes. Leipzig, den 26. März 1934. Rudolf Schick, Vorsitzender. Unterrichtsbefreiung an Feiertagen und Sabbaten. Im Verordnungsblatt des Sächsischen Ministeriums für Volksbildung ist folgender Erlaß über die Unterrichtsbefreiung der Juden und Adventisten vom Schulbesuch an hohen jüdischen Feiertagen und an den Sonnabenden abgedruckt, den wir hiermit zur allgemeinen Kenntnis bringen. „Auf Anordnung des Reichsministers des Innern wird folgendes bekanntgegeben: „„Die jüdischen Schüler können am Neujahr 2 Tage, am Versöhnungsfest 1 Tag, am Laubhüttenfest 2 Tage, am Beschlußfest 2 Tage, am Passahfest die 2 ersten und die 2 letzten Tage und am Pfingstfest 2 Tage dem Unterricht fernbleiben. An den gewöhnlichen Samstagen können die jüdischen und adventistischen Schüler auf Ansuchen der Erziehungsberechtigten ganz oder für die Stunde des Gottesdienstes vom Schulbesuch befreit werden. Wer hiervon keinen Gebrauch macht, um Ii am gesamten lehrplanmäliigcn Unterricht, auch im Zeichnen, Schreiben Handarbeit und Werkunterricht, teilnehmen. Für die aus derartigen Versäumnissen entstehenden Folgen kann die Schule keine Verantwortung übernehmen."" Hierzu wird noch folgendes bestimmt: Die Befreiung wird den Schülern auf schriftlichen Antrag ihrer Erziehungspflichtigen vom Klassenlehrer gewährt. Der An trag kann einheitlich für das ganze Schuljahr oder von Fall zu Fall gestellt werden." Wir bemerken hierzu ausdrücklich, daß sich der Zustand gegen früher insofern geändert hat, als von jetzt an nicht mein eine Befreiung vom Schreiben eintritt, sondern nur noch vom Gesamtunterricht. Wer also in Zukunft an Feiertagen und am Sabba in die Schule geht, muß am gesamten Unterricht, also auch an; Zeichnen, Schreiben usw. teilnehmen. Leipzig, den 26. März 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgenieinde zu Leipzig, öffentliche Erinnerung. Gemeindeanlage 1933. In diesem Jahre können wir ebensowenig wie im Vorjahr Steuerpflichtige an die Zahlung der Gemeindeanlage erinnern, weil die Geschäfte einen Umfang angenommen haben, die eine solch.' Mehrarbeit nicht mehr zulassen. Wir müssen vielmehr gleich zur förmlichen Mahnung schreiten, mit der die Androhung der Zwangsvollstreckung verbunden ist. Wh* möchten nach Möglichkeit von dieser Maßnahme absehen, die von vielen als eine Unfreundlichkeit angesehen wird und zudem Kosten verursacht. Deshalb bitten wir hiermit nochmals diejenigen Steuerpflichtigen, die noch im Verzuge sind, um umgehende Begleichung ihrer Rückstände. Leipzig, 26. März 1934. Der Vorstand der israelitischen Rcligionsgcmcindc zu Leipzig. Aus dem Gemeindeamt. Gottesdienste: Gemeindesynagoge. Pessachgottesdienst: Donnerstag 5. April, Abendgebet 19 Uhr, Predigt Rabbiner Dr. Goldmana. Freitag, 6. April, Morgengebet 9 Uhr, Thoravorlesung 9,45 Uhr, Abendgebet 19 Uhr. Sonnabend, 7. April, Morgengebet 9 Uhr, Thoravorlesung 9,45 Uhr,, Predigt (Rabbiner Cohn) 10,15 Uhr, aiianschließend Seelenfeier, Nachmittagsgebet 19,05, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Dr. Goldmann); Abendgebet 19,36 Uhr. Es wird darauf hingewiesen, daß die Predigt pünktlich beginnt und daß während der Predigt die Zugangstüren zu den Plätzen gesperrt sind.