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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-03-02 · 9 (2.3.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
9 (2.3.1934)
Date
1934-03-02
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Seite 3 Jüdischer Ausschuß für Kunstpflege Sonntag, den 11. März 1934, 20 Uhr Im Saale der Alten Handelsbörse, Naschmarkt LUDWIG HARDT I^HHHBHÜ^^UMB spricht: BBa***B*lna**m*»«BB***lBB*aV] Aus der Bibel, Heinrich Heine, Thomas Mann, Peter Altenberg, Scholem Alejchem, Perez u. a. Karten zu RM. 2 50; 2,- und 1,50 ab Montag, den 5. Mlrz 1934, bei: Kaufhaas Brühl, Bücherkreis Neumann, Königshaus-Passage, Buchhandlung M. W. Kaufmann, Zigarren-Haus D. Rosen Nachf., Peterssteinweg 10 und an der Abendkasse gen Lindem, die den deutschen Juden zu einer dauernden Niederlassung zur Verfügung stehen, bestehen nach der Mehrung des Keilners zwei Gefahren: Einmal die Qefahr, daß durch die Niederlassung der deutschen Juden auch in die Emigrationsländer die judenfeindliche Stimmung getragen wird, und zum anderen, daß die geschichtlichen Tatsachen der letzten 15(1 Jahre Assimilation und damit Abfall vom Judentum sich wiederholen. Das einzige Land, das für eine Masscucin Wanderung der deutschen Juden in Frage komme, sei Erez Israel, da nur dort die Grundbedingungen für eine ruhige und normale Entwicklung des jüdischen Volkes gcgeben seien. Eür junge Menschen, die nach Palästina gehen wollen, sei aber die erste Voraussetzung eine gründliche fachliche Ausbildung sowie gute Kenntnis der heiligen Sprache. Auch nur solchen riit Rabbiner Dr. Hoffmann nach Ere/. Israel zu gehen, die eine innere Verbundenheit ZUffl Lande haben, die hingehen, nicht weil sie das Land brauchen, sondern weil das Land sie braucht. Der Redner ging sodann auf die religiöse Erage in Palästina ein. Er forderte, daß nur Menschen nach Palästina auswandern, deren Zionsliebe religiös unterbaut ist. Sodann entwarf er ein Bild des religiösen Lebens in Tel Aviv, das 8(1 Synagogen besitzt, in denen zu jeder Zeit die Thora gelehrt wird. Die jüdischen Gemeinden stellte der Redner nun vor drei Aufgaben: 1. Vorbereitung der judischen jungen Menschen für Ere/ Israel durch geistige, religiöse, sprachliche und berufliche Ausbildung. 2. Sendung außerordentlich geistig begabter junger Menschen in die Lehrhäuser und an die Universität in Palästina. Zwar sei BcrufsumSchichtung erforderlich, nachdem die Juden bisher ein Volk von Händlern, (ielehrten und Literaten gewesen seien, doch dürfe man nun nicht in das andere Extrem verfallen: wenn auch nicht ein Volk nur aus Akademikern, so sollten die Juden auch nicht ein Volk ohne Akademiker sein. 3. Müßten die Gemeinden ihre Religionslehrer zeitweise beurlauben und sie nach Ere/. Israel schicken, um ihnen Gelegenheit EU geben, das jüdische Leben in sich aufzunehmen und die biblische Geschichte als etwas Gegenwärtiges zu empfinden. Mit einem hoffnungsvollen Aufruf /um Optimismus schloß der Redner seine Ausführungen. Dem Vortrag ging eine kurze Ansprache des Herrn Gemcindcrabbiner Dr. Carlehach voran. Umrahmt wurde die Veranstaltung durch in künstlerischer Meisterschaft dargebotene Gesangsvorträge des Herrn Oberkantor Wilkomirsky sowie des Chores der Ez- Oha im-Synagoge unter Leitung des Chordirigenten R a in b a in. Dr. G. L. Palästina-Ausstellung in Leipzig vom 18. bis 25. März 1934. In Berlin kam vom 4. bis 11. Eebruar 1934 eine Palästiiiaausstelluug in den Räumen des Logenhauses Kleiststraße zur Schau, welche in allen jüdischen Kreisen starkes Interesse wachrief und wegen Oberandrangl zeitweise ihre Pforten schließen mußte. Zum ersten Male war es gelungen, eine in ihrer Vollständigkeit und übersicht- El. SAX.L Petersstraße 5, Eckhaus Markt spitzen, Mode - Neuheiten Kleidergarnituren, Bänder, Blumen, Knöpfe u. Gürtel lichkeil einzig dastehende Zusammenfassung des gesamten Schaffens in der alten Heimat der heute mehr denn je hieran interessierten deutschen fudenheit zu vermitteln. Das Gedenken an Zion, welches altgciibtc Tradition in jedem jüdischen Hause zu sein pflegt, fand Erneuerung und Verleoendigung bei dem Anblick der vielen Hunderte Bild- und Modelldarstcllungcn, die unter Zuhilfenahme neuester technischer Hilfsmittel und von begeisterten Künstlern geschaffen, das Leben und Sein im Erez Israel der letzten fünfzig Jahre in allen Wesensteilen verdeutlichten. Selten wohl war ein Zeitpunkt für eine derartige Schau so günstig gewählt, wie gerade unsere heutige Zeit. Gibt es doch wohl kaum eine jüdische Gemeinde, die nicht ehemalige Angehörige in Palästina hat, kaum eine Familie, die nicht durch Verwandte und Freunde dem neuen Leben in Erez Israel verbunden ist. Allen diesen wurde durch die Ausstellung ein Bindeglied zu dem Leben und Schaffen ihrer Lieben im heiligen Land gegeben. Da es gelungen ist, diese Ausstellung der jüdischen Bevölkerung Leipzigs und aller umliegenden Orte in der Zeit vom IS. bis zum 25. März 1934 in ihrer Vollständigkeit ZU sichern, mag heute davon abgesehen werden, das Dargestellte in seiner Überfülle an dieser Stelle /u schildern. Vielmehr behalten wir uns einen eingehenden Bericht für die Wiederholung der Ausstellung in Leipzig vor. Nur so viel sei noch gesagt: Der Besuch der hiesigen Ausstellung wird einem jeden der Besucher etwas geben und wird da/u beitragen, die Kenntnis der alten jüdischen Heimat und dessen, was heute dort ist und wird, zum Allgemeingut und zum nachhaltigen Erlebnis für alle ihres Judentums Bewußten zu macheu. Die Veranstaltung in Leipzig wird noch in gesonderten Ankündigungen in unserem Blatte zur Kenntnis unserer Gcmcindemitglieder gebracht werden. Jüdischer Kulturwille in der Gestaltung häuslicher Festesfeiern. Nach den Erlebnissen des letzten Jahres ist vielen jüdischen Menschen der Sinn für Schönheit jüdischen Brauchtums neu erschlossen. Unter allen Festen hat gerade der Sederabend durch seine Pietätswerte, seine Symbolik, seine durch alte Tradition geheiligten Bräuche eine starke Anziehungskraft für den jüdischen Menschen. Bei vielen, die bisher abseits standen, ist der Wunsch rege, diese Feier mit ihrer Schönheit im eigenen Heim gestalten zu können. Da hierzu bei der Eigenart gerade dieses Eestes das Wissen um Sinn und Art seiner Bräuche unerläßlich ist, will die Ortsgruppe Leipzig des Jüdischen Frauenbundes durch eine kleine Ausstellung den Fettesbrauch anschaulich darstellen. Es wird ein schön gedeckter Sedertisch mit allem erforderlichen Kultgerät gezeigt. Fern ei sollen schöne Haggadoth, Silberschüsseln, Mazzodecken, Becher u. dgl. aus Privatbesitz davon zeugen, zu welcher reichen Mannigfaltigkeit und Schönheit der Gestaltung jüdischer Kutturwillc geführt hat. Zur Bereicherung der Ausstellung wäre leihweise Überlassung eigenartiger und schöner Gegenstände, sei es aus ererbtem Besitz, sei es modernes Kunstgewerbe, sehr erwünscht. Es handelt nur um Überlassung für einen Nachmittag, die Gegenstände werden selbstverständlich gut beaufsichtigt. Alle, die bereit sind, zur Ausgestaltung der Ausstellung etwas beizutragen, werden gebeten, sich mit Erau Recha Carlebach, Lortzingstralie 15 (Telephon Konzertdirektion Arthur Ehrlldi, Leipzig I Sonntag, den 4. März 34, abends 8.15 L'hr O R|intf*r A h P ffl ti engagementsloser jüdischer Künstler pünktlich, «roBar Saal Im Künstler haus «*■ PUIIICI MUC,,U 1 MfT Gastspiel WILLY ROSEN *«W ""T^^P"™ Sydi Bienenstock - Else Posen Doris Willamowska - HeinzOanther- Harry der populärste Schlagerkomponist und Klavierhumorist aJ^^r^^J| u/alden -Oescbw. Freilich der jugendl. Geiger u. Schwester, aus Altenbnrg Eintrittskarten numeriert Mk. 2.— , 1.50, unnumerierte nur 'in beschränkter Anzahl 1.— bei M.W. Kaufmann, Brühl 8 — BBBnBBnBnBBBBani Leihbücherei G. Willner, Nordstr. 29 und Zellners Restaurant sowie an der Abendkasse. — Freikarten etc. ausgeschlossen!

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