Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 8 (23.2.1934)
- Date
- 1934-02-23
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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23. Februar 1934 Seite 5 U^dtotädLcfaH Neueingängen frühiahps- Mäntdn uKteidern Komplets littet Kostüme em tesondmUoie! Wir wollen Jhnen gern unsere Neuheiten unverbindlich zeigen! legenhelt gegeben ist, diese Städte zu belichtigen. Die Landung erfolgt;im S. 5. in Haifa. Der Aufenthalt im Lande dauert acht Tage, kann aber verlängert werden. Bei der planmäßigen Rückfahrt] die ebenfalls mit der „Vuleania" erfolgt, ist Gelegenheit gegeben, auch Rhodos, Patraa und Palermo zu besichtigen. Die Kosten der Gesellschaftsreise von München bis München betragen 550 RM. alles einbegriffen III. Klasse Hahn und Schiff; 71NI blW. 715 RM., wenn Touristenklasse und II. Klasse Bahnfahrt gewünscht wird. Näheres-beim Reisebüro Astoria. GmbH., Leipzig Cl, Blücherplatz 2, Tel. 287 41t. Personalnachrichten. Prof. Dr. Gulkowitsch, der eine Reihe von Jahren an der hiesigen Universität als Lektor für nachbiblische jüdische Literatur und als Dozent in der philosophischen Fakultät gelehrt hat. verläßt Leipzig und folgt einem ehrenvollen Rufe au die Universität nach Dorpat. In Berlin starb vor kurzem die Gründerin und langjährige I. Vorsitzende des I rauenvercin Ruth, Frau Rose Kühn reich. Viele der segensreichen Einrichtungen und Praktiken des Frauen- Vereins sind der Initiative dieser ebenso gutherzigen wie tatkräftigen I ran /u verdanken, Bis zuletzt bewahrte sie dem Verein ihr warmes Interesse. Das Andenken dieser edlen Frau wird im Kreise des Frauenvereins Ruth stets in hohen Ehren bewahrt werden. Jüdische Zeitschau. Von der Rabbinischen Lehranstalt „Jeschiwa" zu Frankfurt a M. Das Sommersemester an der unter Leitung des Herrn Qemeinderabbkier Dr. Jakob Hoff mann stehenden Rabbinischen Lehranstalt „Jeschiwa" beginnt am Montag, den 16. April. Anmeldungen für alle drei Abteilungen (Vorbereitungsklasse, Mittel- und Oberstufe) werden schon jetzt entgegengenommen. Der Unterricht erstreckt sich auf: Pentateuch mit Kommentaren, biblisches Schrifttum, Mischna, Talmud mit Kommentaren, Decisoren, Hebr. Grammatik, Ncuhebräisch (Lektüre und Konversation), Jüdische Geschichte und Palästinakunde. I ür den Lehrgang in der Vorbereitungsklasse werden schulentlassene Knaben und Jünglinge angenommen, die schon einige Vorkenntnisse in (hunnisch mit Rascht und Mischna besitzen. Anmeldimgsgesuehe, denen beigefügt sein müssen: kurzer Lebenslauf, genaue Altersdaten, Zeugnisse über jüdische Vorkenntnisse und religiöse Lebensführung sowie Angaben, welcher Betrag für die Kosten des Lebensunterhaltes monatlich zur Verfügung steht, sind bis zum 25. März an das Kuratorium der Rabbinischen Lehranstalt „Jeschiwa", Frankfurt, Thcobaldstralie 6, zu richten, welches zu jeder näheren Auskunft gerne bereit ist. Hahonim noar chaluzi. Die letzte Epoche im Leben der deutschen Juden hat den Grundsatz bewahrheitet, dali das jüdische Volk in den Ländern der Golah nicht bestehen kann. Die Massen des Volkes, die keinen Boden unter den Füllen haben, die sich fern von der Urproduktion in Landwirtschaft und Industrie ernähren, sind im gegenwärtigen Moment, mehr als je gezwungen, ihre kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Positionen zu verlassen. Die jüdische Jugend, die mit der Illusion im Herzen aufwuchs, dali die jüdische Bevölkerung in der Golah auf festem FuB stellt, erkennt, dali sie keine Möglichkeit hat, ihr Leben in alter Form fortzusetzen, und sucht einen Ausweg. Unsere „Habonim"-Beweguug hat Jahre hindurch ilie Wahrheit des chaluzischen Zionismus mit sich getragen und mit seiner Verwirklichung begonnen. Wir empfinden es als eine historische Pflicht, unseren klaren, bestimmten Weg zu weisen und zu gehen. Der Hahonim rief vorigen Sonntag seine Menschen zu einer Assefah-klalith zusammen. In weiter Runde füllten 15() Chawerim den Kreis. Jede einzelne Kwuzah gab Bericht über die Arbeit an ihren Monatsanfgaben in Form von Vorstellungen, Sprechchören, Plakaten und Diagrammen, nicht zu vergessen die „großartigen Referate" der Gurimkwuzoth. Oberali Anwachsen der Gruppen, intensivere Arbeit. All dies mit unseren Ländern verbunden gab ein rechtes Bild von Leben und Arbeit der Hahonim. Am nächsten ()neg-Schabbath werden einzelne Kwuzoth zum Zeichen besonderer Zusammengehörigkeit neue Halstücher anlegen. Aus sächsischen Gemeinden. Plauen i. V. Der zw eite Abend des Kulturaussciuisses war einheimischen Kunstlern vorbehalten. Frau Marie Goldberg am Flügel mit feinstem Einfühlungsvermögen von Frau Edith Russak begleitet sang mit ihrer schönen wannen Stimme Lieder von Rubinstein, Goldmark, Mahler und insbesondere Mendelssohn. Den stärksten Anklang fand das beseelt vorgetragene „Jerusalem" aus Paulus von Mendelssohn. Line Überraschung besonderer Art erlebten wir durch die Vortragskunst von Irma Steinberg, die von der Tanzkunst herkommend — sie war jahrelang Leiterin der Palukka-Schule den wahren Ausdruck ihres Künstlertums in der Vortragskunst gefunden hat. Mimisch und innerlich zugleich brachte sie uns Gedichte, Balladen und Prosa von Göll, Lasker- Schülcr, Kästner u. a. Der Abend hat mit seinem starken Anklang in unseren Mitgliederkreisen bewiesen, daß er einem wirklichen Bedürfnis entsprochen hat und es bleibt zu hoffen, alle diese sympathischen Künstlerinnen bald wieder mit neuen Proben ihrer Kunst zu hören. Amtliche Bekanntmachung. Betriebe unter Aufsicht des orthodoxen Gcmcinderabbinats. I. Ganzjährige Aufsicht: a) Fleischereien: Moses Bild, Gerberstr. II Moses Frischer, Packhofstr. 11 I i. Osias Kohn, Lohinühlgasse 17. Sally Lob. Ranstädter Steinweg 7. Jacob Schulilieim, Plauensche Straße ) 5. Das Fleisch soll an demselben Tage, au dem es gekauft i-t. koscher gemacht werden. Wer das Fleisch durch nichtjüdisches Personal bringen lallt, muH fordern, dali das Paket durch den Schomer gesiegelt wird. b) Gcflügelverkauf: Die vorgenannten Fleischereien. c) Milch und Butter: J. Bartfeld, Eutritzscher Straße 5. — Chaim Zipser, Nordstr. i5, Hof (Wohnung: Berliner Str. IS). - Rittergut Gundolf, Bestellungen durch IL Kreutner. Färberstr. 16. — Die Aufsicht erstreckt sich nur auf die ausdrucklich als „koscher" gekennzeichneten Waren. d) Backwaren: Salomon LotrowskL Berliner Str. Ii. Selig Scheinowitz, Gerberstr. III und Keilstr. 9. — Schmeidlcr, Nordstr. 25 und Ranstädter Steinweg 15. Für Schokolade bestellt keine Aufsicht. e) Speisehäuser i Chmelnitzky, Reichsstraße 22. Mandls, Nikolaistraßc )<>. Die von den beiden letztgenannten Gasthäusern ausgeführten I estlkhkeiten stehen auch außerhalb ihrer Speisehäuser unter der rituellen Alsicht unseres orthodoxen (ieineinderabbinats. II. Nur zu Pessach stehen unter Aufsicht: a) KotordalWarengeschäftei J. Beer, Keilstr 2. L. Berggrun. Nordstr. 1; R. Berliner, Nordstralte 21; L. Diamant, Humboldtstr. 26; S. Leiber, Nordstr. 41, II; J. Gaidelmann-Ldelmanu, Ranstädter Stcinweg 0; L. Grimberg, Gerberstr. 60; S. Jaffe, Tauchaer Str. 15; S. Jamschon, Jacobstr. 15; J. Kober, Ranstädter Steinweg 14; Gh. Krämer, Ranstädter Stein weg S9; E. Marcus, Ranstädter Meinweg Ii; L. Miodownik, Nordstraße 49; Gh. Schiffmann, Nordstr. 14; A. Tomarkin, Ircgestr. 23; B. Wetzer, Jakobstr. 15 b) Selterswasser eigener Fabrikation: A. Wvigler. Wittenberge! Stralie 1«. c) Das Oroßhandetelebertsmitteigeschäfl von J. Tempel. Bin cherstr. 11; im Einzelverkauf sind dort Waren nicht erhältlich. Leipzig, den (). Februar 14.14. Der Vorstand der israelitischen Rcligionsgcmeiude zu Leipzig.