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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-02-23 · 8 (23.2.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
8 (23.2.1934)
Date
1934-02-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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^4. &. 34. ar Auflage 4250 Stück (SememöeUatt DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZI/ I f"ID7lfw AMTLICHES NACH RICHTEN BLATT I VMm I \& DER GEMEINDEVERWALTUNG» Schrittleitung i Qcmeinderabbincr Qustav Cohn Leipzig Walter BlUmel-Str. 10. — Nachdruck nur mit Quellenangabe und mit Genehmigung des Verfassers gestattet Nummer 8 ■ lahrgang 10 23. Februar 1934 An zeigen annähme: Ii. Qoldfrcund, Leipzig 0 5, Cichoriusstralie 2a, Fernsprecher Nr. 60771 Druck: Druckerei der Werkgemeinschaft, Leipzig C 1. III. Gemeindeabend. Der III. Gemeindeabend findet Montag, 26. Februar 1934, abends 8.30 Uhr pünktlich in der Ez-Chaim Synagoge, Otto-Schill-Straße, statt. Es spricht Herr Gemeinderabbiner Dr. Jacob Hoffmann, Frankfurt am Main über das Thema: „Palästina und die Jüdische Gemeinde". Gesangsvorträge des Herrn Oberkantor Wilkomirsky und des Chores der Ez-Chaim-Synagoge unter Leitung des Chordirigenten Rambam umrahmen den Vortrag. Wiederum erwartet die jüdische Gemeinde, daß alle Gemeindemitglieder, insbesondere die Jugend, sich an diesem Abend beteiligen. Die ersten zehn Reihen im Mittelschiff der Synagoge sowie die drei ersten Reihen der Mittelempore und die erste Reihe der linken und rechten Empore sind reserviert. Karten für diese Plätze zu I.— RM. sind im Gemeindeamt und in der Buchhandlung von M. W. Kaufmann erhältlich. — Zu allen anderen Plätzen ist der Eintritt unentgeltlich. Der Vorstand Leipzig, den IQ. Februar 1934. der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Zum Purimfeste Die Juden bestätigten und nahmen es für sich und ihre Nachkommen und alle, die sich ihnen anschließen, unabänderlich auf sich, diese beiden Tage zu feiern, nach ihrer Vorschrift und ZU ihrer Zeit, Jahr für Jahr. Esther 1, 27. Viele Forscher kamen zu der Überzeugung, daß der Inhalt des Buches Esther jeglicher geschichtlichen Realität entbehre, und daß das ganze Buch nichts weiter sei als ein geschichtlicher Roman, der Persönlichkeiten aus einer viel späteren Zeit in den erdichteten der Vergangenheit vorführt. Allein einer so skeptischen Annahme widerspricht schon der Umstand, daß die in diesem Buch wiedergegebenen Ereignisse bei den Juden von alters her /um Anlaß eines alliiationalcn Volksfestes, des Purim, geworden sind. Es ist ganz ausgeschlossen, daß das Volk nicht ein wirkliches Ereignis, sondern nur irgendeine dichterische Erfindung in der tonn eines nationalen Feiertages hätte verwirklichen können. Es unterliegt keinem Zweifel, daß etwas dem biblischen Bericht Entsprechendes . . . sich auch tatsächlich in Susa und in den Mädtcn des inneren Persieu unter Xerxes I. (485—465) ereignet hat. Dubuow, Weltgeschichte des deutschen Volkes, Bd. 1. Mordochi . . ., das Urbild eines frommen Juden, treu seinem Könige (Esther 2. 21—23), treu der Thora, Mordochai widerstand [der Qefahr des Abfalls von Oott). Er achtete nicht seiner hohen Stellung am Hofe des Königs, sondern dachte nur daran, ganz und voll die Vorschrift der Thora zu befolgen. Dadurch zeigte er die Qefahr der Zerstreuung und den Weg ihr zu widerstehen, und fügte so den schon vorhandenen Denkmälern, daß Gott das ihm treue Israel nie verläßt, ein neues bei, das Purimfest . . . Ludwig Stern, Amude hagolah. |!n der Qebetseinschsltung des Purimfettes] lassen wir in Kürze den Hergang der wunderbaren Befreiung an unserem Gedächtnis vorüberziehen und sprechen zuvor den Dank für die Wunder und für die Befreiung, die Allmachttaten und die Siege, insbesondere aber auch: a! hamilchamoth: für die Kämpfe, die uns Qott hat bestehen lassen. Eben diese Kämpfe haben die bedroht gewesenen Qfiter uns erst in wahrer Wertschätzung teuer gemacht. Jed< Mizwa, sprich! ein Wort der Weisen, die ilie Juden in Zeilen der Verfolgungen mit ihrem Herzblut zu erkaufen hatten, ist Für alle Zeiten ihnen lest geworden (Sabb. Ulla). Elie Münk, Die W elt der Oebete. Als Hainau vor det|t Köngie Achaschwerosch stand, da wies ein Engel, so berichtet die Legende, dem Mardechai mit denselben Worten, die der Feind gebrauchte, den Wey zur Rettung: „Jeschno am echad, wäre doch Israel ein Volk des Ein/igen, getreu seiner heilsgeschichtlichen Aufgabe. Wohl ist es .mefusar, über die Lande zerstreut; warum aber ist es auch ,meforad', in sieh zerklüftet und zerrissen, warum zerfleischt es sieh selber in blinder Parteiwut, warum vergöttern die einen, was die anderen verlästern, warum wird hier geschmäht, was dort geheiligt wird? ,\\ edateheiu schonot4: möchte doch Israel seine national-religiöse Eigenart bewahren! Aber leider: .W'edate hamelech enam oßim': die Befehle seines himmlischen Kölligs befolgt es nicht!" Nach M. Beermann, Festpredigten.

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