Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 6 (9.2.1934)
- Date
- 1934-02-09
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIO 9. Februar 1934 Allen lieben Freunden, verehrten Gcmeindemitgliedern u. Vereinen, die mir anläßlich meines 50. Geburtstages ihre so wertvolle und innige Verbundenheit zum Ausdruck gebracht haben, danke ich auf das herzlichste Oberkantor S. Lampel Zu der s. G. w. am 17. II. Statt Karten in der Talmud Thora Synagoge Keilstr. 4 stattfindenden Barmizwahfeier niXQHD unseres Sohnes Abi beehren wir uns alle Verwandten, Freunde und Bekannten herzlichst einzuladen. Empfang 12-2 Uhr Bernhard Bernstein u. Frau Rosel Thomasiusstr. 9, I geb Tennenbauni Am Sonnabend, 17. Februar, Worfgang Silberberg, Sohn des Herrn Salomou Silberberg und der verstorbenen Frau Zella geb. Sommer, Dieskaustr. S, in der Qemeindesynagoge. Trau un gen: Am Sonntag, IS. Februar, I Uhr nachm., Fräulein Erika Kurzmantel, Funkenburgstr. 15, mit Herrn Architekt Bernard Birkenfeld, Krakau, in Leipzig, in der Ez-Chaim-Synagoge, Otto-SchHI-Str. Todesfälle: 27. Januar 1914 Gisela Zuckermann, Bcrlüi-Charloltciiburg. 29. Januar 1934 Isaak Berger, Eisenbahnstr, 12. II. Januar 1934 Michaelis Bendit, Nordplatz 7. .'. Februar 1934 Simon Witiwkcr, Matthäikirchhol 26, Veranstaltungen. Alter singt in Leipzig. Der hier schon bestens bekannte Ober« kantor Israel A 11 e r - Hannover, der sich zurzeit auf einer Tournee durch die QroBgemeinden Deutschlands befindet, wird am Sonntag, dem 25. Februar, im Kaufhaussaal einen Liederabend geben. Der Purimwoche entsprechend, wird das Programm heitere jiddische Volkslieder bringen, in deren Darstellung der prachtvolle Sauger anerkannter Meister ist. Ausführliche Anzeige folgt. Ein Kabarettabend jüdischer Künstler findet am Sonntag, den ls. Februar, abends S.I5 Uhr, pünktlich im Grotian-Stcinw eg-Saal, Dittrichring IS, Matt. Ein vielseitiges heiteres Programm will den Besuchern dieser Veranstaltung einige leichte Stunden in schweren Zeit enbereiten. Besonderes Interesse erweckt das (iastspiel von Beatrice Waghalter, der charmanten Tochter des bekannten Komponisten und ehemaligen Dirigenten der Berliner Stadt. Oper, Prof. Ignaz Waghalter. Diese internationale Chansoniere von Format, die in vier Sprachen singt, wird noch Filde dieses Monats in Paris und Amsterdam konzertieren. — Die Conference des Abends führt Heinz Gant her, der geistreiche Plauderer und Schriftsteller, noch in bester Erinnerung seit seinem letzten (iastspiel im ..I ilcn-Arkadia". Heinz Qanthcr wird mit seiner Partnerin Else Posen auch noch einen lustigen Sketch spielen. Außerdem wirken noch einige bekannte und beliebte l eipziger jüdische Künstler mit. I - wird empfohlen, sich Eintrittskarten für diesen heiteren Abend bereit! im Vorverkauf zu sichern (siehe Inserat), da mit starkem Andrang gerechnet wird und nur numerierte Platze ausgegeben werden. Beginn pünktlich S.I5 Uhr, wahrend der Vortrage kein Einlaß. 7. „Bunter Abend" der Koozertdirektion Artur Ehrlich am 28. Januar im Weißen Saal des Zoo. Vom sogenannten „Silvesterabend" her war bei den I reunden der „Bunten Abende" ein übler Nachgeschmack geblieben, was wir besonders wegen der Sängerin jenes Abend-, I rl. Landsberg, bedauerten, die mit ihrem hohen, kräftigen Sopran und ihrer reiten VortragsklUtSi sehr zu gefallen wußte und leider gegen Lärm und Unaufmerksamkeit in den überfüllten Raumin ankämpfen mußte. Mit dem Abend vom 28. Januar i-t dei schlechte Findruck von damals wieder verwischt. Es war mit wenigen Ausnahmen ein Abend der „Kanonen". Die Vortragsfolge war recht „bunt", aber in gutem Sinne: Ls wurde Leichtes und Schweres wechselnd durchweg Gutes und lutcrl --Miltegeboten. Herr Sal mit seinem Schuld Orchester überraschte durch die Sauberkeit im Zusammenklang und Zusammenspiel und durch di< verhältnismäßig hohe Sicherheit der jugendlichen Spieler; auch di( Auswahl der kurzen und guten < )rcht sterstücke darf gelobt werden. Frl. Helene Stark, Schülerin von Frau Helling-Rosenthal und Mitglied unseres Synagogenchors, brachte die Schulung Die Barmizwahfeier unseres Sohnes Kurt findet am 17. II. in der Oemeindesynagoge statt wozu herzlich einladen Friedrich W. Teutsch u. Frau Empfang 12-2 Uhr Eutritzscherstr. 45 Für die zahlreichen Glückwünsche, die mir anläßlich meines 60. Geburtstages zugegangen sind, spreche ich auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank aus. S. L. Fuchs Orjeh Selig Die glückliche Geburt eines strammen Jungens zeigen hocherfreut an Hermann Baron u. Frau Dora geb. 31. I. 1934__geb. Marienberg _ ihrer musikalischen Erzieherin zu hohen Ehren. Sie hatte sich ihre Aufgabe recht schwer gemacht, brachte aber die Romauze aus der „CavaHeria" und die Micaela-Arie aus „Carmen", sowie tlie Zugabe aus der „Md. Butterflv" mit ausgezeichneter Tongebimg und packendem dramatischem Ausdruck zu Gehör. Gewaltigen Beifall errang Ilauni Rosen, die z. Zt. im C. T. gastiert. Ihre kesse Berliner Art, mit der sie bekannte Meisterstücke der Bänkelsängermuse als urechte „Zille-Type" zu Gehör brachte, mit der sie tiefe Tragik in feinsten Zille-Humor kleidete, ohne sie darin untergehen zu lassen, ist eben nur schlechtweg als wahre Kunst zu bezeichnen. Auch Herr l.ewens, hier nun schon bekannt und beliebt, ersang sich mit feinem, leichtansprechendem, hohen Tenor Beifall. Dieser wäre bei den Verstehenden gewill grOßer und herzlicher gewesen, wenn der routinierte Sänger sich in Haltung und Ausdruck etwas gepflegter geben wollte. Das höchste Erstaunen erregte das Spiel der Geschwister Freilich aus Altenburg. Zumal in dem lj jährigen Oeiger wächst ei« wirklicher Künstlei heran, dessen musikalisches Erleben und dessen Technik schon heute hohe Bewunderung verdient. Wir bedauern herzlich, dall sich, wie wir hören, noch kein Mäcen gefunden hat, der dieses Talent einer grollzügigen Ausbildung auf einem Konservatorium zuführt. — Erwähnt seien noch die Darbietungen jüdischer Lieder von Frau Kupcrmann, die sich selbst im Flügel begleitete, und die den Abend beschließenden heiteren Schnurren der immer wieder gern gehörten Frau E. Winterbirg. — Herr Walter Arro- Meyer Stein sekundierte in den meisten musikalischen Pfecen mit gewohnter Sicherheit und Feinheit. J. Vereinsnachrichten. Jüdischer Jugendbund „Franz. Roscnz.weig" Leipzig. Heute, den 9. IL, Freitag-Abendfeier unter Leitung des Herrn Rabbiner Cohn. Die Heimabende finden jetzt an Montagen, die Kanteradschafts-Qruppenabende an Mittwochen statt. Am nächsten Heimabend, Montag, den 12. II., spricht Herr Dr. Werczberger über „Die Einteilung der Bibel". Dienstag, den U.M., hebräischer und französischer Sprachkurs. Mittwoch, den 14. II., Gruppenabend der einzelnen Kameradschaften. Donnerstag, den 15. II., englischer Sprachkurs und Stenograplüeunterricht. Agudas Jisroel Jugendgruppe, lärherstr. <>. Wir laden unsere Mitglieder zu der S.O.W. am kommenden Mauzoe Schabbos, den Kl. Februar, um 20.15 Uhr in unserem Heim, l ärherstr. 6, Stattfindenden ordentlichen OeneralVersammlung höflichst ein. Tagesordnung: 1. Tätigkeitsbericht, 2. Kassenbericht, i. Entlastung des Vorstandes, 4. Anträge, 5. Neuwahlen des Vorstandes, des Vorsitzenden und der Kassenrevisoren. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, zu erscheinen. J.S. V. Bar Kochba. Auf vielseitigen Wunsch findet am Mittwoch, den 14. Februar, 20 Uhr abends, in der jüdischen Turnhalle Gustav-Adolf-Str. 7, der erste Trainiiigsabend der Box- und Kingabteilung statt. Wir bitten um zahlreiches Erscheinen der Interessenten. Trainingszeiten: Montag: 1 _.(> 1 J Uhr Mädchen, von 1 J~~' 28 Frauen anseht. Alte Herren, Dienstag: <> 7 Uhr Knaben, 7- S Uhr Senioren anschl. Damen und Herren; Mittwoch: ab 8 Uhr Box- und Ringabteilung; Donnerstag: () 7 Uhr Knaben, 7 S Senioren anschl. Damen und Herren; Sonntag: Allgemeines Training auf dein Platze. Centraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Der Centraiverein veranstaltet am Donnerstag, den 15. 2., eine Gemeindeversammlung. Das Referat hat der Vorsitzende des Landesverbandes Mitteldeutschland des C. V. Rabbiner Dr. Felix Goldmano übernommen. Er wird über das Thema sprechen: „Wir Juden Ein Aufruf zur Besinnung". Jeder (iemeindeangehörige ist zu dieser Versammlung eingeladen.