Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 6 (9.2.1934)
- Date
- 1934-02-09
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Auflage 4250 Stück •cmcitiö cbktt DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU I Jp|D7|fL AMTLICHES NACH RICHTEN BLATT lala I 1 X«l V7 DER GEMEINDEVERWALTUNG« schriftleitun^: Oemelndtrabblner OutUvCohn Leipzig W ahn Bliimcl-Mi. 10. Naclultiu k nur mit (Jucllenmgabc und mit Genelmii|;uiiK ths Verfassers ^c>t;UU'l Nummer 6 - Jahrgang 10 9. Februar 1934 Amelginannahmei l . Qoldfreund, Ldptlt os, OchoHntttraBt 2t, Pcrwprcckci Nr. fxi"7l Dnick: Drucker»! der WcrkgtmenwclMfi, Leipzig C 1. Gemeindeanlage 1Q33 In der Gemeindesitzung vom 29. Januar 1934 ist die Gemeindeanlage 1933 auf 30 v. H. der MaBstabsteuer 1932 festgesetzt worden. Auf diese Gemeindeanlage waren Abschlagszahlungen am 17. Juli u. 6. November 1933 zu leisten Die Restzahlung ist am 12. März 1934 fällig. Veranlagungsbescheide werden den Steuerpflichtigen zugestellt. Leipzig, den 6. Februar 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Um unsere Jugend Eines der brennendsten Probleme, dem wir Juden in Deutschl gegenwärtig unsere ganze Aufmerksamkeit zuzuwenden haben, las der jüdischen Erziehung. Diese Erkenntnis waren wir in i i t/teil Wochen immer wieder in diesen Blättern zu festigen bepnüht. Mit ihr befaßte sich eine Artikelserie von Dr. Ernst Mariwicz: I >.i> Erziehungswerk, Die neue jüdische Schule, I >i<■ idische Erwachsenenbildung. Auf die Frage: Was ist jüdische r/iehung hat Prof. Dr. Ismar I Ibogen eine außerordentlich prägnante Antwort formuliert, die wir mit seinem einprägsamen ' ort: ..Das Judentum bejahen" wiedergegeben haben. Schließlich >•Miffintiulitcn wir (in Nr. t) die „Richtlinien tut Aufstellung •A-'ii I > In planen für jüdische Volksschulen", die Anfang Januar von ■iiT Reichsvertretung dei Deutschen Juden verabschiedet wurden. ■ 'ii Vorarbeiten hatte dei Erziehungsausschuß geleistet, lern Ver- ■ri'tcr der verschiedensten Richtungen angehörten. Aul Veranlassung »'•r Pikiitri'tung hat Dr. Adolf I < s< hnitzer nunraehi noch ,.i i i.niii i intern zu ili-n Richtlinien-' gegeben, die w ir in Ergänzung Uhmh i Veröffentlichungen nachstehend zum Abdruck bringen. Dr. Lcschnitzer weisl zunächst daraufhin, daß «Iii Hauptaushufi dir Rcichsvertretung an dem Entwurf nur unwesentliche Indcruugen vorwiegend stilistischer Art vornahm und im Sinne liiicr dahtazielenden Anregung des Unterausschusses die Hkizupiumi); einer „Vorbemerkung" veranlaß! hat. Durch sie wird deut- Ich gemacht, daß es sich bei den Richtlinien nur um eine I rgänlung der allgemeinen Richtlinien handelt, »In im die deutsche [olksschule gelten. Daher muß Qegenstand dieser Richtlinien .ill las sein, was m den allgemeinen Richtlinien hinzuzutreten hat, um ie jüdisch zu ergänzen. Daraus ergibt sich, wie in der „Vorbemerkung ■ hervorgehoben wird, daß in den „Richtlinien zur Aufstellung von Lehrplänen (flr jüdische Volksschulen" /. B. „für den Deutschunterricht diejenigen Stoffgebiete und Unterrichtsziele, die für all« Volksschulen verbindlich sind, nicht aufgeführt und gewürdigt zu werden brauchen; es werden vielmehr lediglich diejenigen Ergänzungen gebracht, die durch die besonderen Ziele der jüdischen Schuir notwendig gemacht Mild. Demgemäß sind die staatlichen Richtlinien hei der Ausarbeitung \ »i Lehrplänen für jüdische Schulen unbedingt heranzuziehen. I ur dii Grundschule ist außer den in den ein/einen Ländern getroffenen Anordnungen noch der Erlaß di^ Rcichsministcriums des Innern vom 18. Juli 1921 III 1681 „Richtlinien über Zielbestimmung und innere Gestaltung der Grundschule" zu beachten." Dr. Lcschnitzer führt dann weiter aus: /tu Vermeidung von Mißverständnissen muß m erster Linit eine Stille kommentiert werden, deren Bedeutung wohl dem l ein er klar ist, jedoch nicht dem I aien, der den I ragen vlei modernen Pädagogik fernsteht. In den „Allgemeinen Zielen", Absatz2, Sat/ ), heißt es: „Zur Erreichung dieses Zieles (gemeint ist: dei jüdischen Durchdringung) ist das Jüdische in den Mittelpunkt aHei dafür in Betracht kommenden Unterrichtsfächer zu stellen." /u den in Betracht kommenden Fächern gehören neben Religion (Hebräisch und jüdische (icsclüchte) auch i ichet wie Deutsch Uni' Qeschichte. Um die Bedeutung der. Wortes „Mittelpunkt" in diesem Zusammenhang zu verstehen, i->i es nötig, den von dei Unterrichtsmethodik des letzten Jahrzehnts herausgearbeiteten Qedanken der Konzentration zu berücksichtigen. Führende Pädagogen und