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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-02-01 · 5 (1.2.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
5 (1.2.1934)
Date
1934-02-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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GEMEIN DEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG I, Februar 1934 daß die Werbekraft unserer Gastspiele nicht nur in dem Ruf begründet liegt, den der Kulturbund unter seinem Vorsitzenden Dr. Kurt Singer sieh erworben hat, sondern daß das starke Zusammengehörigkeitsgefühl, die tiefe Verbundenheit zwischen jüdischem Publikum und jüdischem Künstler auch unser erstes (iastspiel in I eip/ig am I. Februar, wie auch die w eiteren ZU einem künstlerischen und seelischen Erlebnis machen werden. Herbert F i s c Ii e r, Leiter der Gastspielabteilung des Kulturbundes 1 Kutscher Juden Berlin, Gastspiel des Kulturbundes deutscher Juden, Berlin. W ir weisen nochmals darauf hin, daß mit Rücksicht auf die auswärtigen Besucher die „Nathan"-Aufführung im Leipziger Schauspielhaus am kommenden Sonntag bereits 1 .11 Uhr vormittags beginnt. l'mschichtungskurse des Sozialamtes. Donnerstag, den l, Februar, beginnt der vom Sozialamt der Gemeinde eingerichtete Schlosserkurs, in dem 25 jugendliche, in der Hauptsache Angehörige der verschiedenen Jugendbünde in hau, Maschinen Schlosserei, Autoreparatur usw . ausgebildet werden. Die Ausbildungszeit dauert 1 Jahr. Innerhalb dieser Zeit erhalten die Praktikanten eine Ausbildung, die ungefähr der Lehrlingsausbildung entspricht. Ein /weiter l.ehrkurs in Bau- und Möbeltischlerei beginnt am 15, I ebruar unter Leitung des Tischlermeisters Gabor. In diesem Kurs w erden etwa 15 Jugendliche ein Jahr lang ausgebildet. Infolge des starken Bedürfnisses nach Berufsumschichtung wird das Sozialamt zum 1. Mar/ 1934 einen dritten Kurs für etwa 30 Teilnehmer einrichten, indem Hauarbeiter ausgebildet werden, Maurer, Zimmerer und Fliesenleger, Dieser Kurs wird etwa vier Monate dauern. Ls soll versucht werden, im Anschluß an diesen Kurs durch Mitwirkung der Praktikanten an Bauarbeiten eine Ergänzung der Ausbildung durch praktische Arbeit zu erreichen. 1 ):i die Mittel des So/ialamtes zur Neige gehen, muß für die Teilnahme an diesem Kurs, der insbesondere mit Rücksicht auf die große Nachfrage nach Bauarbeitern in Palästina großem Interesse begegnet, ein monatlicher Beitrag von 20 RM. angefordert werden. In besonders berücksichtigenswerten Fällen kann der Beitrag bis zur Hälfte herabgesetzt werden. Zurzeit befinden sich außer den obenerwähnten 40 Teilnehmern weitere '211 in der Hanshaltungsschulc in Dürrenberg und 50 Frauen und Mädchen in Nähkursen, von zahlreichen hiuzelausbildungsstelleu im In- und Ausland abgesehen. In den allermeisten Fällen erfolgte die Merufsumsehichtung unentgeltlich aus Miltein der Gemeinde und ties So/ialamtes, sowie durch die aus Patenschaften fließenden Heiträge. „Entscheidung oder Verschleppung . . ." Dienstag, den 16. Januar, sprach Herr Rabbiner Dr. Joachim Prinz im überfüllten Saale des Zentraltheater ZU dem Thema: „Entscheidung oder Verschleppung - Aufruf /um Zionismus". Der Redner brachte in eindringlichsten Worten zum Ausdruck, daß die deutschen Juden trotz aller aufrüttelnden Ereignisse des letzten Jahres in ihrer Gesamtheit noch nicht die nötige Einsicht und die Kraft zum Neuautbau gewonnen bitten. Sein Aufruf zur endgültigen Entscheidung und Oberwindung einer selbstzufriedenen entarteten Epoche des Judentums, zündete in den Herzen der über fünfzehnhundertköpfigen Zuhörerschaft Am gleichen Abend wurden zahlreiche Neuanmeldungen zur Zionistischen Organisation entgegengenommen. Amtliche Bekanntmachung. Aufsicht zu Pessach. Kolonialwarcngcschäftc, die zu Pessach 1033 nicht unter Aufsicht des üemeinderabbinats gestanden haben, aber zu Pessach 1934 Aufsicht wünschen, werden aufgefordert, sich bis zum 2. Februar 1034 beim israelitischen Gemeindeamt zu melden. Ob und unter welchen Bedingungen die Aufsicht erteilt wird, wird dem Antragsteller bekanntgegeben. Nur diejenigen Firmen werden in das Verzeichnis der zu Pessach unter Aufsicht stehenden Geschäfte, das am 16. Februar 1034 in unserem (jemeindeblatt bekanntgegeben wird, neu aufgenommen, die bis zum!. Februar 1034 einen entsprechenden Antrag gestellt haben und denen unser Rabbinat die Aufsicht erteilt Leipzig, 22. Januar 1034 Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig Aufruf an unsere Gemeindemitglieder! Da unsere hilfsbedürftigen Glaubensgenossen vom Winterlülfswerk der NS-Volkswohlfahrt bedacht werden, ist es Pflicht jedes Qemehtdetnitgiiedes, zu diesem Hilfswerk nach besten Kräften beizutragen. Einzahlungen sind auf die Konten: Postscheckkonto Leip/ig Nr. 15584, Adca Nr. 20288 Stadt- und Girobank Nr. 2640, ZU bewirken. Sachspenden in der Geschäftsstelle Martiu-Luther- Ring 7, i abzugeben. Leip/ig, den 26. Januar 1034. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Sprechzeit des Herrn Rabbiner Dr. Ooldmann. Oemeinderabbiner Dr. Ooldmann kann bis zum 1. März allgemeine Sprechstunde nur Mittwochs (9 ',2—11 Uhr) abhalten. In allen dringenden Fällen, insbesondere solchen, die die liberalreligiöse Seelsorge betreffen, müssen die Sprechzeiten vorher telefonisch verabredet werden, und zwar möglichst vormittags zwischen 9 und 10 Uhr. Leipzig, den 23. Januar 1934 Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig Aus dem Gemeindeamt. Gottesdienste: Genieindesynagoge. S a b b a t g o 11 e s d i e u s t: Freitag, 2. Febr., Abendgebet 17.15 Uhr mit Predigt (Rabbiner Cohn), Sonnabend, den 3. Febr., Morgengebet 9 Uhr, Jugendgottesdienst 15.15 Uhr mit Predigt (Rabbiner Dr. Goldmann), Nacbmittagsgebet 17.15 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Cohn), Abendgebet 17.40 Uhr. Morgengottesdienst an Sonn- und bürgerlichen Feiertagen 8 Uhr, werktags 7.30 Uhr, Abendgottesdienst 17.15 Uhr. Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, O.Februar, Abendgebet 17.15 Uhr mit Predigt (Rabbiner Dr. Goldmann). Sonnabend, 10. Februar, Morgengebet 0 Uhr, Nacbmittagsgebet 17.30 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Dr. Ooldmann); Abendgebet 18 Uhr. Morgengottesdienst an Sonn- und bürgerlichen Feiertagen 8 Uhr, werktags 7.30 Uhr, Abendgottesdienst 17.15 Uhr. Der Gottesdienst in der Ez.-Chahti-Synagogc (Otto-Schill-Straße) findet statt: Freitag, den 2. Februar: Abendgebet 17.15 Uhr. Sabbat, den i. Februar: Morgengebet 8.30 Uhr; Minelia 16.30 Uhr; Ausgang 17.40 Uhr. Wochentag: Morgengebet 7 Uhr, Abendgebet 17.15 Uhr. Line gut eingeführte Bäckerei in Chemnitz kann übernommen werden. Interessenten wollen sich mit Herrn Dr. Curt Cohn, Chemnitz, Weststraße 47, Erdg., r., in Verbindung setzen. Nachrichten des Sozialamtes. Holland: Erstklassiger Möbeltischler mit langjähriger Erfahrung und la Referenzen als Werkführer nach Amsterdam gesucht. Fr muß moderne Möbel entwerfen und zeichnen können. — Einige Gärtner und Landwirte könnten für den Sommer bei Bauern Beschäftigung finden. Krawattenzuschneidcrin gesucht. - Nur ganz erstklassige Maschinennäherinnen, Putzmacherinnen und Modistinncii könnten Arbeit finden. Peru: Technisch und wissenschaftlich ausgebildeter Chemiker zur Leitung eines allgemeinen Laboratoriums und Abhaltung von Vorlesungen an der Technischen Hochschule von Peru gesucht. Aufragen sind unier Beifügung von Lebenslauf, Zeugnisabschriften und Referenzen an den llillsverein der deutschen Juden, Berlin \\ 10. Mai tin-l.uthcr-Str. Ol, zu richten. Personenstandsnachrichten. B a r m i z w a : Am Sonnabend. 10. Februar 1934. Klaus Heinrich /ander, Sohn des Herrn Dr. Paul Zander und Frau Gertrud geb. Bardach, Straße des 18. Oktobers 17, in der Gemeindesynagoge. Todesfälle: 16. Januar 1934 Sigall, Wolf, Wafrer-Brümel-Straße 6, verstorben und beigesetzt in Brody. 22. Januar 1934 Prisel, Chana, Frankfurter Str. 21 Mir. 22. Januar 1934 Kohn, Dwora, Alexanderstr. 401. 23. Januar 1934 Tannenbaum, Czarua, Lutritzscher Str. 19III. 21. Januar 1034 Uppmann, Dora, Salzgäßcheu 01. 21. Januar 1934 Harband, Hüchel, Reudnitzer Str. 10111. 25. Januar 1031 Neugasser, Mendel, Blücherstr. 4311.

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