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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-02-01 · 5 (1.2.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
5 (1.2.1934)
Date
1934-02-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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4 Auflage 4250 Stück DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZV I III \yj\Clm AMTLICHES NACHRICHTEN BLATT tmtm I ■ MmM\& DER GEMEINDEVERWALTUNG« Schriftlcitung: Ocmcinderanhincr Oustav Cohn Leipzig Walter Bliimel-Str. 10. Nachdruck nur mit Quellenangabe und mit OcnchiniKiing lies Verfassers gestattet Nummer 5 ■ Jahrgang 10 1. Februar 1934 Anzelgenannahmei E. Qoldfreund, Leipzig 05, Cichoriusstraüe 2a, Fernsprecher Nr. 60771 Druck: Druckerei der Werkgemoinschaft, Leipzig C 1. Gemeindebeitrag. Durch Steuerbescheid haben wir Ende Dezember vorigen Jahres von denjenigen Gemeindemitgliedern, die zur Gemeindeanlage 1932 nicht zu veranlagen waren, als Beitrag zu den Gemeindelasten RM 3.- gefordert. Diejenigen Gemeindemitglieder, die mit diesem Beitrag noch im Rückstand sind, werden gebeten, denselben unverzüglich zu entrichten. Von jedem Juden wird verlangt, daß er seine Zugehörigkeit zur Gemeinschaft durch die Tat bekundet. Wer den geringfügigen Betrag von RM 3, nicht bezahlen kann, soll wenigstens durch einen kleineren Betrag seine Verpflichtungen gegen die Gemeinde anerkennen. Einzahlungen sind entweder an die Gemeindekasse von 9 — 1 Uhr oder auf Postscheckkonto Nr. 505 33 zu leisten. Leipzig, den 23. Januar 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Vom Zentralausschuß. Kürzlich veranstaltete der „Zentralausschuß der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau" eine Pressekonferenz, um Mitteilungen über seine Arbeit /u machen, die der jüdischen «»ffentKchkeit ein Bild über die schwebenden Probleme zu geben. Wir lesen darüber folgenden Bericht (nach der Jüd.-Lib. Zeit.): Wie aus dem vom Generalsekretär des Zentralausschusses, Herrn Direktor Friedrich Borchardt, erstatteten Referat hervorging, siebt der Zentralausschufl seine dringlichste organisatorische Aufgabe in der Durchführung einer straffen Rationalisierung des AnstaKwesens. In nuten /eilen hatten die deutschen Ju-; den, und /war sowohl Gemeinden wie Privatvereine, ihre Ehre ^larein gesetzt, möglichst viele soziale und Wohlfahrtsemrichtungen besit/.en, sei es auf dem Qebiel der Krankenfürsorge, sei es auf dem der Jugend- und Altershilfe. Die Aufgaben sind zweifellos nicht geschwunden, sondern noch gewachsen. Ks wird eine Zentralisierung und auch Rationalisierung des Hilfswerkes nötig sein. Nicht lebensfähige Vereine müssen, unbeschwert von Rücksichten auf Vereinstiaditioiiiii, ihre Aufgaben au größere Organisationen abtreten. Die Verwertung von Oebäuden und die Zusammenlegung kleiner Vermögen wird eine wesentliche Rolle zu spielen haben. Es b wird die Aufgabe des neu eingesetzten Anstaltsausschusses sein, h taktvoll, aber ohne sentimentale Rücksichten, hier einzugreifen. Iis Jiiuli darauf hingewiesen werden, daß gerade die ausländischen Hilfsstellen die Wcitcrsubvcntioniei ung des Sozialwerks in Deutsch- | land von dem Nachweis abhängig machen, daß hier nicht Leerlaufarbeit geleistet, bzw. Apparate unterharten werden, die nicht lebensfähig sind. , Ein weiteres Hauptgebiel der Arbeit ist die Berufsumschichtung. ' Hier hatte mau im Frühling 1033, als die Umwälzung eintrat, i zunächst /ahlreiche sogenannte „Schncllkurse" eingerichtet, in denen | Handwerker und Siedler in möglichst kurzer Zeit wenigstens die Grundbegriffe dir neuen Tätigkeit sich aneignen sollten. Diese I Schnellkurse hatten damals einen guten Sinn. Erstens einen prakj tischen. Für die Menschen, die sich hier nicht halten konnten oder I absolut nicht halten wollten, war wenigstens die erste Qrund-! legung zum wirtschaftlichen Umbau gegeben. Noch wichtiger war die psychologische Einwirkung. Die Teilnehmer an den Kursen i durften das Gefühl haben, daß sie nicht einen Augenblick hilflos ' und verlassen ilastanden, sondern sofort von einer Organisation erfaß) wurden, weiche sich mit ihrem Schicksal praktisch und koni stniktiv beschäftigte. Inzwischen hat die Erfahrung ergeben, daß diese Schncllkurse nicht nur nicht ausreichen, sondern sogar unberechtigte Hoffnungen erwecken in denen, die nach Schluß des Kursus sieh eine Lebcnstelhing suchen, (ierade in der heutigen j Zeit, in der Arbeitslosigkeit in allen Ländern schärfste Konkurrenz heranzüchtet, wird nur der beruflich, '. I!. in einem Handwerk technisch vollkommen Vorgebildete einige Aussichten haben. Au die Stelle der Sehnellkurse wird also eine vollkommene Berufsausbildung treten, sei es was immer noch, das beste ist bei einem Handwerksmeister, sei es in Fachschulen. Natürlich werden dai

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