Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 4 (26.1.1934)
- Date
- 1934-01-26
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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2»>. Januar 193-1 Seite 5 das dritte fchwsheim'sche Mersheim „Der Familienlesezirkel von Siegfried Schußheim hat sein drittes Abonnentenheim eröffnet". In zehn Worten ist es gesagt! Aber hinter diesen zehn schlichten Worten steht eine Tat! Eine sehr beachtliche Fülle von vorsorgender, treuer Arbeit! Aber auch eine unendliche Fülle von Uneigennützigkeit, von Menschenliebe und Gemeinsinn. Zuerst daß Äußere! Das dritte Abonnentenheini ist ein Erweiterungsbau des zweiten und wie dieses nach den Plänen des Architekten Riemann errichtet Es enthält siebenzig Zimmer, die mit aller nur erdenkbaren Bequemlichkeit ausgestattet sind. Überall fließt kaltes und warmes Wasser, eine moderne Zentralheizung gibt den Räumen behagliche Wärme. Alle Wirtschaftsräume sind nach den neuesten hygienischen und technischen Grundsätzen mit allen erforderlichen Einrichtungen ausgestattet. Und herrliche Gesellschaftsräume - Speisesaal, .eseraum und Spielzimmer — gestatten den Insassen ein frohes Gemeinschaftsleben. In friedlicher Stille, in einem großen schönen Park gelegen, grenzen die Heime auf der einen Seite an den schönsten Wald ui Leipzigs Umgebung und auf der anderen Seite liegen sie garnicht allzuweit von Leipzigs Zentrum. So bieten die drei Heime für Menschen, die sich von der Arbeit des Lebens zurückgezogen haben, nach jeder Richtung hin die Voraussetzung für ein harmonisches Leben in Glück und Freude. Es ist aber auch eine soziale Tat, die durch die Errichtung des dritten Heims gekrönt worden ist. Die Abonnenten des Schußhcimschen Lesezirkels, die dort Aufnahme finden, genießen für einen ganz mäßigen Betrag — er liegt innerhalb der Grenzen von 1 50—2.75 M. täglich — volle Verpflegung, Heizung, Beleuchtung und Bedienung. Selbstversjändlich ist solche Leistung nur möglich, weil das Unternehmen keinen Überschuß abwerfen soll. Die Männer und Frauen, die in diesen Heimen ihre alten Tage verbringen, dürfen und sollen nicht das Bewußtsein haben, daß man sie beschenkt und ihnen Almosen gewährt. Sie so'len WILHELM MARKMANN Werkstatt fttr Dekorationsmalerei Anstrich aller Art Hausabputz Eigene Leitergerüste Leipzig N 21, SdilebestraBe 4, Telefon 42134 Paul Schröter Zimmerei - Geschäft Telefon 654 59 - Leipzig N 24 Taubestraße2l Gebr. Müller Kunst- und Bauschlosserei Leipzig Cl / Körnersti. i7 / Tel. 30214 •I Darhdeikermeister Otto HolZWeiSSig Leipzig N22 Telefon 531M Klrchwec 17 Baumeister Arthur Seifert Fernruf 63284 / Leipzig OK/ Tulpenweg 1 Hoch-, Tief- und Betonbau auch nicht ausgenutzt werden. In vorbildlicher Weise ist der rechte Weg gefunden worden. Ohne behördliche Bauzuschüsse, ohne jede öffentliche Unterstützung ist das Werk aufgebaut worden. Lediglich private Baudarlehen haben zum Zustandekommen beigetragen. Und das ist symbolisch für seinen inneren Geist! Selbsthilfe und sozialer Geist sind seine Grundlagen, Zufriedenheit des Einzelnen und Kraft des Gemeinschaftslebens seine Ziele! Es ist ein soziales Werk, aber die echte Menschlichkeit, die anfeuernd und aufbauend hinter ihm steht, soll nicht gering geschätzt weiden. Ich weiß, daß Siegfried Schußheim, der Begründer dieser Altersheime, in seiner Bescheidenheit öffentliche Lobeserhebungen nicht gern hört. Aber von uns wollen wir sagen, daß wir auf diesen Mitbürger und Glaubensbruder stolz sein dürfen. Er ist ein lebendiger Beweis dafür, daß im modernen Juden noch jener Geist der srzialen Pflichterfüllung und des aufopfernden Menschentums lebdidig ist, den erst jüngst der katholische Kirchenfürsl Faulhaber als Inbegriff der biblischen Lebensauffassung pries. Jede Zeit läßt die Ideen der Gemeinschaft in neuem Gewände erscheinen. Und das soziale Werk von heute ist Geist vom alten biblischen Geiste. Und wenn Siegfried Schußheim den größten Wert darauf legt, daß in seinen Heimen jeder Unterschied des Standes und des Glaubens ausgeschaltet wird, so leuchtet aus diesem Wollen der alte biblische Grundsatz, daß man im Menschen nur seine Gesinnung und sein sittliches Sireben achten solle. Schußheim hat eine soziale Tat vollbracht, aber auch eine wahrhaft menschliche! Zur Einweihung des dritten Heims sei unserem Oemeindemitglied Siegfried Schußheim herzlichst gratuliert. Seine Freunde und der weite Kreis derer, die ihn kennen und schätzen, wünschen ihm von Herzen, daß er Freude am Werke habe. Der Talmud sagt: „Wer eine gute Tat beginnt, dem wünsche man, daß er sie vollende!' Möge seine Tat der Allgemeinheit Segen, ihm aber Freude und Befriedigung bringen! Dr. Felix Ooldmann SONDER&CO. Gardinen, Dekorationen, Teppiche Die großen Etagen mit den kleinen Preisen PETERSSTR. 16 Linoleum-Arbeiten führt aus: TAPETEN - MULLER Markgrafensf. 4 (neben Polich) Ruf 10580 Tapeten Tekko Salubra Leisten Lincrusta Wadistudie / Ledertuche Linoleum | Teppiche Läufer / Vorlagen Stagula , Balatum 30 J a h r e Pa U I ScH I 8 b 6 | 50 J 1 n 1 c TUrenfabrllt / Möbelhaus Marlenhöhe Fernsprecher 63656 / Lelpalg O 87 / Wa«;serturmstraße 44h Schussheim ie :n n, id ig Der Lesezirkel mit hoher ■ ■ ■ Versicherung j