Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-01-26 · 4 (26.1.1934) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
4 (26.1.1934)
Date
1934-01-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/4876568-5968799-5969399--4918-4880745
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

«. I U. V Auflage 4250 Stück ($emeinö eblatt DER ISRAELITISCHEN RfcUGIONSGEM&INDE- ZU I Jt|D7lfaa. AMTLICHES NACH RICHTEN BLATT LI» I VMm I ^7 DER GEMEINDEVERWALTUNG« Schrlflleltung: Oemeinderabbiner Oustav Colin Leipzig Walter Blümcl-Str. 10. — Nachdruck nur mit Quellenangabe und mit Genehmigung des Verfassers gestattet Nummer 4 ■ Jahrgang 10 26. Januar 1934 Aruelgenannahmei E. Qolüfreuud, Leipzig 0 5, Cichoriusstraße 2a, Fernsprecher Nr. 60771 Druck: Druckerei der Werkgemeinsclult, Leipzig C I. Gemeindebeitrag. Durch Steuerbescheid haben wir Ende Dezember vorigen Jahres von denjenigen Gemeindemitgliedern, die zur Gemeindeanlage 1932 nicht zu veranlagen waren, einen Beitrag zu den Gemeindelasten RM 3.- gefordert. Diejenigen Gemeindemitglieder, die mit diesem Beitrag noch im Rückstand sind, werden gebeten, denselben unverzüglich zu entrichten. Von jedem Juden wird verlangt, daß er seine Zugehörigkeit zur Gemeinschaft durch die Tat bekundet. Wer den geringfügigen Betrag von RM 3,— nicht bezahlen kann, soll wenigstens durch einen kleineren Betrag seine Verpflichtungen gegen die Gemeinde anerkennen. Einzahlungen sind entweder an die Gemeindekasse von 9 — 1 Uhr oder auf Postscheckkonto Nr. 505 33 zu leisten. Leipzig, den 23. Januar 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Tagung der jüdischen Frauen. An Tagungen groller jüdischer Organisationen spüren wir den starken l'ulsschlag jüdischen Lehens. Auch die Tagung des jüdischen Frauenbundes, die am 9. und Iii. Januar in Berlin stattfand, legt Zeugnis ab von dem Leistimgswillen, dein Verantwortungsbewußtsein, dem starken jüdischen Ethos der dort versammelten jüdischen Frauen. In Zeiten, in denen die Verhältnisse eine Neueinslellung zu schwebenden Fragen, eine Umgestaltung bestehender Einrichtungen, ein immer waches Erfassen der gerade gegebenen Notwendigkeiten erfordern, ist eine Aussprache, ein Erfahrungsaustausch dringende Notwendigkeit. Es kann aus der Fülle der Eindrücke hier nur einiges herausgegriffen werden, das ds besonders symptomatisch für die Stimmung der Zeit anzusehen st Vielleicht ist das Bemerkenswerteste ein sichtbarer Strukturandel in der Zusammensetzung des jüdischen Frauenbundes. Der rei« des J.F.B., der bisher im wesentlichen ein „Mütterbuiul" war, <t sich geweitet. Die intellektuelle Berufsfrau, die Akademikerin, die Lehrerin, die Sozialarbeiterin, die Kunstgew er bierin, die bisher ihren Anschluß in rachverbinden gesucht hatte, oder der allgemeinen Frauenbewegung innerlich verbunden war, ferner alle die Frauen, die interkonfessionellen Verbanden mit ihren Kräften dienten, haben Bim mehr ihren Weg zum jüdischen Frauenbund gefunden. Diese giftig geschulten, an anderer Stelle schon bewährten Frauen bedeuten nicht nur eine Erweiterung, sondern eine starke geistige Bereicherung des Bundes. Es ist ein grobes Verdienst der Verbandes tkrlin, Vorbildlich für alle gröberen Ortsgruppen des Reiches, dal! er sich so schnell auf die Forderungen der Zeit umstellte und eine Sondergruppe berufstätiger Frauen schuf. So gab er diesen Frauen, die seelisch eine neue Heimat suchten, das Qefühl indischer Verbundenheit. Dieser Zusamincnschlul! gab den jüdischen Frauen zunächst das, was sie bisher in ihren Berufsverbänden gesucht hatten. Anschluß an Menschen mit gleichem fachlichen und wirtschaftlichen Interesse. Gemeinsamer Bezug von Fachzeitungen und der einschlägigen Literatur, ferner ein Nachrichtendienst schufen eine Interessengemeinschaft. Aus den zunächst nur menschlichen Bindungen au eine Gemein tchafl von Juden erwuchs in diesen Frauen der Wunsch nach Eingliederung in den jüdischen Ideenkreis. Iis fehlte seht vielen unter ihnen ein Zuhausesein auf jüdisch-geistigem Oebiet. S.i kamen sie mit geistiger Aufnahmebereitschaft, unbelastet vom Streit der Parteien, objektiv und ehrfurchtsvoll jeder Äußerung jüdischen Woiiens gegenüberstehend, Die Zeitvcrhältnissc haben Hausfrau und Berufsfrau sich wieder nähern lassen. Für unsere judischen Frauen ist die Plattform, auf der sie sich im Interessenaustausch und gegenseitiger Anregung treffen können, der jüdische Frauenbund Die Interessensphäre der Hausfrau nahm bei der Berliner Zusammenkunft einen breiten Raum ein. Es ging der Tagung eine l achberaiung über hauswlrtschaftlkhc Ausbildung voran, deren Ergebnisse dem Ausschul) für Berufsumschichtiing und dem Erziehungsausschuß der Reichsvertretung in Form bestimmter Vorschläge und Forderungen vorgelegt werden sollen. Besonders hervorzuheben ist der dem Er/iehungsausschul! unterbreitete Antrag, dal) der weiblichen jüdischen Jugend nach Schulenti

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.