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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-01-19 · 3 (19.1.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
3 (19.1.1934)
Date
1934-01-19
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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19. Januar 1934 GEMEINDEBLA TT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEiPZIG Seite 3 1tiHicr>ti<»r AnecrhuR iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiNiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii 1ACCP DI A ITT Jüdischer ftusscnun aJan 20 Uh|. Sfidt Kaufhaus Jübtr FLAU 1 für KtinStpflege IlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllinilllllHI Der populäre Humorist und Vortragskünstler B Aus vielen nur eine Presseslimme: Plaut packt seine Zuhörer, reißt sie mit, hält sie in Atem, erweckt hemmungslose Heiterkeit . . [ Karten zu RM 2.—, 1.50, 1— und - .50 bei M. W. Kaufmann, Brühl 8; Zigarrenhaus D. Rosen Nachf., Peterssteinweg 10, Kaufhaus Brühl und an der Abendkasse. Voranzeige: Gastspiel des Kulturbundes Deutscher Juden: Nathan der Weise. Sonntag, 4. Febr. 1934. Behörden ist gleichfalls reichsseitig nicht angeordnet worden; im übrigen verweise ich auf den Inhalt meiner Richtlinien vom 11. Juli 1933 (veröffentlicht im Reichsanzeiger vom 4. August l'H'l). 5. Wohlfahrtslieferungen. Das gleiche gilt für sogenannte Wohlfahrtslieferungen. (). Ehestanddarlehen. Line Änderung der Vorschriften über Ehestandsdarlehen stellt nicht ZU erwarten. 7. Boykottierung nichtarischer Firmen. Beschwerden au die übergeordneten Stellen derjenigen Stellen ZU richten, die diese Boykottierungsmaßnahmen veranlaßt haben. Im Aultrag ge/. Dr. Hoppe. Beglaubigt ge/. Biesecke, Ministcrial-Kanzlciohcrsckrctär. (JTA.) Nichtarische Verbandsvertreter sind als Prozeßvertreter zuzulassen. Das Landesarbeitsgericht hat eine grundsätzliche, wichtige Entscheidung über die Prozeßvertretung vor dem Arbeitsgericht durch einen nichtarischeu Syndikus gefällt. Dieser Syndikus war /unächst als Pro/elivertreter zurückgewiesen worden, und zwar mit der Begründung, auf ihn müßten die Bestimmungen über Vertretung durch nichtarische Rechtsanwälte eine entsprechende Anwendung finden, auch wenn dies nicht ausdrücklich im (leset/ stehe. Das Landesarbeitsgericht hat jetzt dagegen erklärt, diese Entscheidung könne nicht aufrechterhalten werden, der Prozeßvertreter sei /u/ulassen, solange er Syndikus des Verbandes sei. Es entspreche /war den Grundsätzen des nationalsozialistischen Staates, nichtarische Persönlichkeiten grundsätzlich von der Mitwirkung hei der Rechtsprechung auszuschließen. In welcher Weise dies geschehe, werde aber gesetzlich genau geregelt. Es hätte daher nahegelegen, eine entsprechende Bestimmung ZU schaffen, wenn das Arierprinzip auch ausnahmslos auf Verbandsvertreter hätte angewandt werden sollen. Dies sei jedoch nicht geschehen und der Entscheidung des Oesetzgebers dürfe nicht vorgegriffen werden. Der Kommentator dieser Entscheidung in der „Deutschen Justiz", Ministerialdirektor Dr. Volkmar aus dem Reichsjusti/miuistcriiuu hebt hervor: „Würde hier der Richter nach seinem eigenen Empfinden bestimmen, wie weit die Grundgedanken der rassengeset/lichen Vorschriften über deren positiven Inhalt hmaus anzuwenden sind, so bestünde stets die Gefahr, daß er nicht wissen kann, warum der Führer diese oder jene Frage bisher noch nicht der Lösung entgegengeführt hat, die sie betreffenden Normen also so belassen hat wie er sie vorfand. Mit anderen Worten: eine solche „freie" Rechtsfindung könnte das Gegenteil von dem erreichen, was sie bezweckt. Statt den wahren Willen des Führers restlos durchzuführen, könnte sie ihn durchkreuzen und den vom Führer vorgesehenen Entwicklungsgang unheilvoll beeinflussen. (JTA.) Das Kunst-Werk, eine I lilfsaktion für jüdische Künstler, wird im Einvernehmen mit dem Kulturbund Deutscher Juden von Berlin aus in die Wege geleitet. Dieses Unternehmen will bildende Künstler und Öffentlichkeit im Rahmen der jüdischen Schicksalsgemeinschaft einander näherbringen und veröffentlicht zunächst eine Reihe charakteristischer Kunstpostkarten. Die erste, Mitte Dezember erschienene Folge wird von einem Werk Prof. Max Liebermanns eröffnet und bringt Arbeiten von Julie Wolfthorn, Flügen Spiro und Kabel Szalit. Es besteht die Aussicht, viele schattende Künstler einer breiteren Öffentlichkeit bekauut/umacheii und zu unterstützen, wenn alle Organisationen bei ihren Veranstaltungen diese wirksam zusammengestellte Kartenfolge vertreiben lassen; hierbei kann crprobtermaßen bedürftigen jungen Leuten ein Nebenverdienst geschaffen werden. Alle Anfragen und Bestellungen rechtzeitig an Dr. Herbert Loewenstein, Berlin SO 10, Köpenicker Straße 70. Unsere Gemeinde. Notruf der jüdischen Jugend Leipzigs! Der Bar Kochba-Sportplatz. ist in Gefahr! Es ist der einzige Sportplatz, der der gesamten jüdischen Jugend Leipzigs aller Richtungen zur Verfügung steht. Aus allen anderen Turn- und Sport l reinen ist die jüdische Jugend ausgeschlossen; alle sonstigen Turn und Sportplätze sind für sie gesperrt. Es war ein Glück, daß es vor vierzehn Jahren dem Bar Kochba gelungen war, den Sportplatz zu schaffen. Viele, viele Hunderte von jüdischen Jungens und Mädels unserer Stadt haben in den vergangenen Jahren auf diesem Platze Gesundheit, Kraft und Freude geschöpft. Jetzt ist die Bedeutung des Platzes noch viel größer geworden. Er wird für die meisten unserer Jugendlichen und auch für Erwachsene die einzige Stättte ihrer Erholung sein. Wie viele unserer Menschen werden im nächsten Sommer nicht in Kurorte fahren, wie viele unserer Jugendgruppen keine Fahrten unternehmen können. Sic alle könnten auf dem Bar Kochba-Platzc bei Spiel und Sport ihre Körper kräftigen und stählen. Nun soll dieser einzige jüdische Sportplatz Leipzigs verlorengehen, weil ein Bankinstitut einen seit Jahren gewährten Kredit plötzlich aufgekündigt hat. Das darf nicht geschehen! Dieser Platz ist eine Lebensnotwendigkeit, er muß erhalten bleiben! Juden Leipzigs! Die gesamte jüdische Jugend appelliert an euch! Helft den fälligen Betrag abzudecken! Zahlungen sind zu richten an die Volksbank Iwria in Leipzig C1, Hainstraße 16, Postscheckkonto Leipzig Nr. 66360 „Sonderkonto Dr. Lehrfreund". Jüdischer Jugendring Leipzigs: jüdischer Sportverein Bar Kochba e.V., Leipzig Brith Chaluzim Dathiim Deutsch-jüdischer Jugendkreis, Leipzig Esra Leipzig, Habonim, Hechaluz Jüdischer Jugendbund Franz Rosenzweig Jüdischer Pfadfinder-Bund Zeirc Misrachi. Ein Aufruf des Keren Hajischuw. Die Agudaa Jisroel hat neben ihrem Schulwerk, das bisher ihr I lauptarbeitsgebiet für Erez war, durch den Keren Hajischuw die Möglichkeit geschaffen, wirtschaftliches Leben auf der Grundlage der Thora ZU fundieren. In Jerusalem, Tel Aviv, Ilaifa, Pctach Tikwa, Klar Saba und Bue Brak sind blühende Gruppen der Poale Agiuias Jisroel, der agudistischeu Arbeiterorganisationen, vorhanden, und schon macht sich ihr Liufluß im allgemeinen jüdischen Leben bemerkbar. Ihre Ausbildung erfolgt in 22 agudistischeu Hachscharastätten in der (iola (Polen, Tschechoslowakei, Rumänien, Jugoslawien, Litauen, Holland, Frankreich, England, Deutschland). Um dieser neuen Betätigung einen recht weiten Widerhall EH schaffen, veröffentlicht der Keren Hajischuw einen Aufruf, dem wir folgendes entnehmen: „Heute gilt es zu zeigen, daß die Agudas Jisroel die Zeichen der Zeit verstellt und weil!, daß sie in dem großen Entscheidung*- kampl ... in Erez Jisroel das Ihrige zu tun hat, um den Idealen unserer Thora zum biege zu verhelfen. ... Es gilt den Poale Agudas Jisroel Heimstätten zu verschaffen, Boden zu erwerben, damit sie allmählich ihren eigenen Boden bebauen können . . . Es gilt aber auch ferner unser Schulwerk, welches heute über 15MI Kinder umfallt und das unbedingt ausgebaut werden muß, zu stützen. Erschreckend lauten die Nachrichten über die Erfolge der Missionsschulen auf geheiligtem Boden, die uns Kinder aus jüdischen Familien abtrünnig machen, getrieben durch die Not der Eltern, die nicht wissen, wo sie ihre Kinder unterbringen können. Niemand darf sich daher der heiligen Pflicht entziehen, unser Schulwerk mit allen Kräften ZU fördern, damit wir in der Lage sind, das Bestehende zu erhalten und weiterhin unsere Tore weit zu öffnen, um in unseren Talmud Thora, Chadorim, Beth Jakob- Schulen und Kindergärten, in Jerusalem, Tiberias, Tel Aviv, Pctach Tikwa, Bne Brak und Kfar Saba eine Generation von begeisterten jungen jüdischen Menschen zu erziehen. In keinem jüdischen Hause darf die Keren Hajischuw--Büchse fehlen." Erez Jisroel-Büro der Agudas Jisroel in Leipzig, Färberstr. d.

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