Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 41 (14.10.1938)
- Date
- 1938-10-14
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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ftflM EMMAlT UHD NACHRICHTENdUTT PER GEMEIN DEVERWAL^ TUN6 DER ISRAELITISCHEM REU LEIPZIG! 6EMELPET BDM SONDERBEAUFTRAGTEN DES REICHSMINISTERS RV0LKSAUFKLARUN6 UND PROPAGANDA BETR.QBERWACHUNG HER 14. OKTOBER 1938 19. TISCHRI 5699 14. JAHRGANG NUMMER 41 Aufruf zur jüdischen Winterhilfe! Wiederum tritt im Gange des Jahres die Aufgabe der Jüdischen Winterhilfe an uns heran. Sie zu erfüllen, ist allen ein Selbstverständliches geworden, sie bedarf keines Wortes der Begründung und Mahnung mehr. Auch das wissen wir alle, daß der Bereich unseres Könnens wieder enger, das Gebiet unserer Verpflichtung weiter' geworden ist. Der Winter, der vor uns liegt, wird härter und noch schicksalsvoller sein. An uns tritt die Frage heran: Soll das Geschick uns nur niederbeugen, oder wollen wir es versuchen, ihm unsere seelische Kraft entgegenzusetzen? Aus einem wächst immer innere Kraft, aus dem Helfen und Wohltun. Wer ein Opfer zu bringen vermag, der erfährt um etwas, was ihn aufrichtet und fest macht. Auch um unseretwillen, damit wir Achtung vor uns hegen können, sollen wir das leisten, was in diesem Winter von uns gefordert ist. Wir wollen dessen gewiß sein, daß in unseren Gemeinden jede Hand, jedes Haus bereit sein wird, für die jüdische Winterhilfe mehr noch zu geben, als verlangt wird. Reichsvertretung der Juden in Deutschland Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Preussischer Landesverband jüd. Gemeinden, Verband Bayrischer Israelitischer Gemeinden, Oberrat der Israeliten Badens, Oberrat der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs, Landesverbände israel. Religionsgemeinden Hessens Sächsischer Israelitischer Gemeindeverband, Landesorganisation der Agudas Jisroel in Deutschland, Allgemeiner Rabbinerverb, in Deutschland, Jüdischer Central-Verein E. V., Jüdischer Frauenbund, Rcichsausschuß der jüd. Jugendverbände, Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland, Reichsverband der jüdischen Lehrervereine, Vereinigung f. das religiös-liberale Judentum, Vertretung der unabhängigen jüdischen Orthodoxie Deutschlands, Zentralverb. jüd. Handwerker Deutschlands, Zionistische Vereinigung für Deutschland,; Die vorstehenden Gedankengänge sollen auch bei der Durchführung der Jüdischen Winterhilfe 1938/39 innerhalb unseres Gemeindebezirks als Richtschnur gelten. Einer weiteren Begründung bedarf es nicht. Nur die Bitte fügen wir hinzu, die Mahnung der Reichsvertretung in vollem Umfange zu beherzigen. Jüdische Winterhilfe Leipzig Badt Schußheim Die Heilige Lade als altjüdisches Symbol Zum Simchas Tora-Feste. Als Symbol des Judentums wird heute last ■HMchlfcHHftl der Magen dawid, der Davidschild angesehen, die beiden zum Hexagramm übereinandergclcgten gleichseitigen Dreiecke. In neuerer Zeit ist vielfach die Menorah, der siebenarmige Leuchter des Tempels, danebengestellt worden. Seine Verwendung hat bisher noch keine allgemeine werden können, wenn sie auch stetig' zunimmt Mit Recht wurde die Frage aufgeworfen, welches von beiden denn nun den Anspruch erheben dürfe, all das jüdische Symbol zu gelten. Über das erste Vorkommen des Magen dawid ist deshalb geforscht und lange bestritten worden, daß er im jüdischen Altertum überhaupt zu finden sei; die neueren Ausgrabungsergebnisse haben darüber Klarheit geschaffen: der Magen dawid begegnet uns beispielsweise an einem Fries der Synagoge in Kapernaum. Dennoch hat noch nicht festgestellt werden können, ob diesem Zeichen eine ausgesprochen jüdische Beziehung beigemessen wurde, ob es nicht vielleicht lediglich als ornamentale Zier angebracht war. Zweifel solcher Art scheiden bei der Menorah von vornherein aus; es ist ja so natürlich, daß sie als jüdisches Symbol erscheint, da der siebenarmige Leuchter als eines der heiligen Gerate des Tempels zur Kennzeichnung des Judentums besonders geeignet war, zumal es in dieser Form ein ähnliches unter den Kultgeräten des Altertums nicht gab. Gleichwohl liegt auch bei der Menorah die Frage nahe, seit wann sie als jüdisches Symbol galt und ob es weitere gegeben hat. Nur für die Zeit nach der~Zerstöru"g de-; zweiten Tempels liegt Material vor, das für eine solche Untersuchung Aufschlüsse gew ihrt Auch vorher schon hat es jüdische Symbole gegeben; in der Überlieferung werden B. Fahnen beschrieben, deren sich die Stimme bedienten. Ein gesteigertes Bedürfnis nach solchen Sinnbildern Würde aber erst fühlbar, als der Tempel in Trümmer gesunken war. als die Zerstreuung immer mehr zunahm: unter solchen Zeichen wollte der Jude, wo auch immer er lebte, das Bewußtsein seiner Zugehörigkeit zum Judentum pflegen. Den sichtbaren zentralen Ausdruck für das Judentum bildete seit der Wüstenwanderung das Heiligtum, seit SalontO der Tempel zu Jerusalem mit dem darin geübten Opferdienst In der Epoche des zweiten Tempels (51b v. u> Ztr. — 70 n. u. Ztr.) gewann dann die Lade mit den Bundestafeln, die im Allerheiligsteu stand, eine erhöhte Betleutting: durch das Wirken von Esra und Nehemja wurde ja die Lehre zu einem wesentlichen Bestandteil der gottesdienstlicheii VergjW Morgen Sonntag: Eintopfsammlung