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Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1938-09-09 · 36 (9.9.1938) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
14 (1938)
Issue
36 (9.9.1938)
Date
1938-09-09
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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September 1938 / Nr. 36 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT LEIPZIG Seite 3 S~ Statt Karten: Wir heiraten HILDE BERGER Dr. ADOLF KROCH Leipzig C 1, Grassistr. 25 Saaz C.SR Trauung; Sonntag, 1S. September 1938, 15«/, Uhr Klein'l Restaurant, Rosentalgusse 1-3 ira Abraham Dränger Mirjam Dränger geb. Stein Vermählte J Antwerpen Kroonstraat 194 rrxin ^V?x ro Leipzig Eherhardstr. 4 r -n WALTER HASNES ERNA HASNES geb. Luttinger Vermähl tc Leipzig C 1. Brüderstr. 7_9. September 1938 J SYNAGOGE KEILSTR. 4 Platzkarten-Ausgabe Sonntags von 16—19(11» Pirnstap und Donnerstag von 17 — 19 Uhr Anläßlich meines Wegzuges von Leipzig ist es mir Bedürfnis, allen meinen Bekannten und Freunden, welche mich in der Fa. M. W. Kaufmann, Brühl34/40 im Laufe der Jahre stets unterstützt haben, herzlich zu danken und sie zu bitten, das Vertrauen auch auf meinen Nachfolger Herrn Benj. Dzialoszynski in vollem Maaße zu übertragen. _Oscar Porgns, Richterstr. 25 Gegen den Defaitismus. Der Kulturbund geht in den bisher schwersten Winter seiner Existenz. Die Bedingungen seines Wirkens sind andere geworden als in den Vorjahren. Der Liuuidationsprozcß des Judentums in Deutschland hat derart rasante Formen angenommen, daß alle Positionen, aut die sieh unsere Arbeit stützen konnte, ins Wanken gekommen sind. Werte, um die eben noch gestritten würde, sind illusorisch geworden es geht nicht mehr um den künstlerischen Wettstreit der einzelnen BQnde, sondern um Sein und Nichtsein der Kulturbundarbeit Oberhaupt. Und der Kulturbuiidgedanke lebt — er lebt sichtbarer und bedeutungsvoller als jemals zuvor, denn die gesellschaftliche Vereinsamung des jüdischen Menschen ist schmerzvoll gewachsen, und die 'imächst Hierbleibenden bedürfen starker als je des Zusammenschlusses und der Entspannung und des erhebenden Wortes. QeflhrlkheT noch als der Mitgliederschwund ist für die Existenz der Bünde die Resignation und Mutlosigkeit. Die Verpflichtung der verantwortlichen Vorstände, die Arbeit des Kulturbundes unter allen Umstanden für diesen Winter zu sichern, ist einmalig zwingend. Wir ivissen, wie die beruflichen Sorgen und die Vorbereitung der Auswanderung jeden einzelnen beschäftigen und absorbieren. Aber trotz dler Anstrengungen um die Auswanderung werden diesen Winter in •ahlreichen (iemeinden noch genügend Juden vorlianden sein, zu leueu der Kulturbund sprechen muH. Die Kündigung von Mitgliedern nit der Begründung „da wir demnächst auswandern", darf nicht stiIIehweigend hingenommen werden. Das „IX-ninachst" bedeutet immer Monate, und in diesen Monaten wird ein künstlerisches Erlebnis im Kulturbund eine willkommene Unterbrechung des sorgenvollen AMags bedeuten. In diesen Monaten darf aber auch nicht der Beitrag les Mitglieds fehlen, denn solange es noch hier ist, hat es für die Eraltung des Kulturbundes einzustehen. Man mache ihm klar, daß im alle der Auswanderung eine Woche vorher Zeit genug ist, um die Mitgliedschaft zum Kulturbund zu lösen, man mache ihm klar, daß .erade vermögende Auswanderer eine Verpflichtung den Zurückbleilenden gegenüber haben, bis zum letzten Augenblick ihres Hiereins den Kulturbund zu unterstützen und daß selbst ein Jahresbeitrag, der dem Kulturbund gespendet wird, nichts bedeutet gegenüber <lem Umfang des Sperrmarkkontos, das viele hierlassen, t Xus d. Mitteil. d. Reichsverb, der Jüd. Kulturbünde in Deutschi. Nr. 13) Erstaufführung am 17. September 1938, 2030 Uhr im Kulturbund-Theater Tauch DER NEUE MC Ein Tonfilm des Keren Kajemeth Lejisrael Ansprache Dr. David Schlossberg Chor des I. P.-Makkabi Hazair Vorverkauf: Buchhandlung Kaufmann, Speisehaus Klein, Zellners Restaurant, Zigarrengesch. Rosen, Zionist. Ortsverband, Keilstr. 4. Tel. 10211 u. im Büro d. Jüd. Kulturbundes, Goethestr. 1 Karten zu —.80 bis 1.50 RM, auch an der Abendkasse. Eintritt nur gegen gültigen KB.-, RoderZOl.- Karte, sowie gegen besonder. Filmausweis für 20 Rpf. erhältlich im Kulturbundbüro 2. Aufführung am Montag, d. 19. September KOL-NOA, Institut für jüdische Filmarbeit Unsere Gemeinde Gedenkt der jüdischen Kriegsopfer! Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten E.V., Ortsverband Leipzig, schreibt uns: Die Tage vor dem Rausch haschono-Feste ermahnen den Juden zu besonderer Finkehr. Diese Einkehr verlangt, daß man auch derjenigen Brüder gedenkt, die nicht nur durch die allgemeine jüdische Not seelisch und wirtschaftlich betroffen sind, sondern wie unsere Kriegsopfer und bedürftigen Kriegskameraden, auch noch an den Folgen ihrer Einsatzbereitschaft während des Weltkrieges ZU tragen haben. Pflicht eines jeden Juden ist es, diesen Menschen, die durch ihre Hingabe an die Allgemeinheit auch körperlich schwer zu leiden haben, die wirtschaftliche Sorge nach Möglichkeit dadurch zu erleichtern, daß man versucht, ihre Not zu lindern. Deshalb richtet der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsverband Leipzig, an die Mitglieder unserer (iemeinde den dringenden Appell, auch in diesem Jahre zu helfen und zu stützen, wo es notwendig ist. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsverband Leipzig, hat als Sammeltag für die jüdischen Kriegsopfer Sonntag, den 18. September, bestimmt Kameraden, die sich ehrenamtlich zur Verfügung gestellt haben, werden an diesem und den folgenden Tagen eine Haussanimlung vornehmen. Wir wenden uns mit dem dringenden Appell an alle Mitglieder unserer Gemeinde, die Sammlung nach besten Kräften zu unterstützen. Jeder halte sich vor Augen, daß es besser ist. geben zu können, als empfangen zu müssen! Nähkundige Frauen werden dringend um ehrenamtliche Mithilfe bei der Herstellung von Ausstattungsgegenständen für Auswanderer benötigt. Meldungen erbeten in der Nähstube des Judischen Frauenbundes und der WIZO in den Räumen des Sozialamts, Humboldtstr. 13,11, Montag nachmittags von 4 Uhr ab. Nähkursus des Jüdischen Frauenbundes. Es können noch Teilnehmerinnen aufgenommen werden. Meldungen erbeten an die Leiterin Mittwoch abends l'l.'iO Uhr im Sozialamt, Humboldtstr. 1311. Nachricht des Sozialamtes. Unsere 1 laushaltsschulc nimmt zum 1. Oktober 1938 noch einige Schülerinnen mit etwas hauswirtschaftlichen Vorkenntnissen' auf. — Auskunft erteilt das Sozialamt, Humboldtstr. 13 (Tel. 12938). FDR DIE KRIEGSOPFER Sonntag, den 18. September 1938 ■ Haussammlung ■ Spendet reichlich

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