Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 33 (19.8.1938)
- Date
- 1938-08-19
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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10. August 1938 / Nr. 33 Seite 3 n Statt Karten Bruno Flörsheim Gina Flörsheim geb. Kalfus Vermählte Leipzig, 21. August 1938 Ludendorffstr. 111 1Schreibmaschinenarbeiten, Vervielfältigungen aller Art | Er nn Unlin ItKtratu. Abonn.-Ann ahme des Isr. Familienblattes I Emu nunn Hainstraße 5, Aufgang A II, Fernsprecher 14368 II Gemeindesitzung Am 9. August 1038 fand eine Gemeindesitzung statt. Herr Brcslauer, der als Mitglied des Rates der Reichsvertretung der luden in Deutschland an den Verhandlungen teilgenommen hat, die Ende Juli 1038 zur Umgestaltung der Reichsvertretung in den Reichsverband der Juden in Deutschland geführt haben, erstattete zunächst einen Bericht über diese Verhandlungen, deren Ergebnisse in der jüdischen Presse ausführlich erörtert sind. Im Anschluß hieran wurde ein Dreierausschuß zur Beratung der Gcmcindestatutenändenmg eingesetzt, die im Zuge der Beschlüsse der Berliner Ratstagung durchzuführen sein werden. Da die Rechte und Pflichten der Geineindemitglieder gegenüber der Gemeinde unverändert bestehen bleiben, beschloß die Gemcindesit7.ung die Gemeindeanlagenordnung für das Rechnungsjahr 1038 (vgl. Bekanntmachungen in der vorigen und in dieser Nummer des Gcmciudeblattcs). Sodann fand eine sehr gründliche und ausführliche Aussprache uber die soziale Arbeit der Gemeinde statt, deren Aufgaben von Tag zu Tag schwerer und größer werden. Es herrschte Einhelligkeit darüber, daß die Gemeinde alles tun muß, was in ihren Kräften steht, um der Not wenigstens teilweise abzuhelfen, daß aber eine wirklich fühlbare Hilfe unbedingt von der privaten Opiferwi I Iigke i i und V e r a n t w o r t u n g s f r e u d i g k c i t der G em e i n d c m i t gl i e d er abhängig sein wird. Der Haushaltplan 1038 wurde sodann in zwei Punkten abgeändert. Im weiteren Verfolg der Sitzung berichtete Herr LGDir. a. D. Alterthum über die Arbeit des Sozialamtes im verflossenen Rechnungsjahr und trug die Jahresrechnung des Sozialamtes vor. Der wesentliche Inhalt seiner Ausführungen wird demnächst im Geineindeblatt veröffentlicht werden. Schließlich wurde beschlossen, der stark in Anspruch genommeneu DarI eh n s k asse der Gemeinde sowohl aus Gemeindemittelu als auch aus Mitteln der Zentralstelle für jüdische Darlchnskassen e.V., Berlin, insgesamt weitere RM. 4000,— anleihcweise zur Verfügung zu stellen, damit die Darlehnskasse auch weiterhin in der Lage ist, zu den ihr von der Zentralstelle vorgeschriebenen Bedingungen Mittel- ■tandsdarieheu auszuleihen. Unsere Gemeinde Acrzte-Versammlung des Centrai-Vereins. Der Jüdische Centrai-Verein, Ortsverband Leipzig, veranstaltete für die hiesigen jüdischen Ärzte eine Zusammenkunft, die unter Leitung des Ortsverbands-Vorsitzenden, des Frauenarztes Dr. med. Adalbert Stein, stand. Syndikus Sabatzky referierte über die neuen gesetzlichen Bestimmungen zum Widerruf der Bestallung für jüdische Arzte und erläuterte eingehend die Bestimmungen der 4. Verordnung zum Reichsbürgergesetz. Im Anschluß an das Referat setzte eine rege Fragestellung ein. In der Aussprache nahm u. a. der Leiter der Beratungsstelle Mitteldeutschland des Hilfsvereins für Juden in Deutschland, Landgerichtsdrrektor a. D. Dr. Wachtel, das Wort, um über die Auswandeuingsmöglichkeiten für jüdische Ärzte zu sprechen. Hebräische Sprachschule. Der Unterricht der Hebräischen >prachschule beginnt für alle Klassen am Montag, den 22. August 1038. Der Lchrplan und Stundeneinteilung bleibt wie vor der» Ferien lcstehen. Für Anfänger beginnt am 1. September d. J. ein neuer Lehr-;ang. Neuanmeldungcn für die verschiedenen Abteilungen werden in Sozialamt der israel. Religionsgemeindc, Humboldtstr. 13, ange- Anmeldung von Messezimmern. Wir geben hierdurch folgende! bekannt: Von behördlicher Seite wird anbedingt erwartet und verlangt, daß für die kommende Herbstmesse ron allen Cemeindemitgliedern slmtliche für Vermietung an Metsfremde verfügbaren Zimmer bei dem Wobnungsi aehweis des Leiptiger Meaaamta unverzüglich angemeldet werden. Nach behördlicher Feststellung sind die bisher vorliegenden Anmeldungen jüdischer Vermieter völlig ungenügend, denn es herrscht die Auffassung, aß sehr viel mehr Zimmer von der jüdischen Bevölkerung cur Verfügung gestellt werden können und müssen. Für die Messvermietung Kelten die bekanntgegebenen Bedingungen des Measamts. Es ist unbedingt [nötig« dieser Aufforderung unverzüglich nachzukommen. l-eipsig, den 11. August l°38. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Wir haben geheiratet! Herbert Altmann Hanna Altmann geb. Diamant und danken gleichzeitig für die uns erwiesenen Aufmerksamkeitci J Brühl 34 40 Telefon 23009 M. W. Kaufmann jüdische Buchhandlung seit 1828 Neuer Inhaber: Benj. Dzialoszynski Bücher wie Machsorim, Selichoth, Talesim u. alle Ritualien in großer Auswahl. Zur Sukoth auch Arbo Minim. _Im Ausland auch allgemeine Bücher. nominal. — Eine Betreuung bei Alijah, Hachseharah usw. wird nur den Besuchern der Hebräischen Sprachschule zugebilligt. Amtliche Bekanntmachungen Unentgeltliche Einlaßkarten zum Gottesdienst an den hohen Feiertagen müssen in der Zeit vom 22. August bis 9. Septem her 1938 schriftlich beim Qemelndevorstand, Walter-Rlümel-Str. 10 (I. Et.), mit ausführlicher Angabe der Vermögens-und Einkommensverhältnisse beantragt werden, wenn sie Berücksichtigung linden sollen. Die Zuteilung der Freiplatze findet etwa Mitte September 193$ statt. Es steht in der freien Entschließung des Qemeindevoi Standes, in welcher Synagoge und welche Plätze zugewiesen werden. Irgendwelche Ansprüche auf Zuweisung bestimmter Plätze bestehen nicht. Die Zuteilung erfolgt nur nach Maßgabe der verfügbaren Plätze. Mündliche Gesuche s i n d z W e c k l o s. Leipzig, den 16. August 1938. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Gemeindeanlagenordnung für das Rechnungsjahr 1933 (1. April 1938 bis 31. Mär,! 1939). Die Gemeindesitzung hat in Obereinstimmung mit dem Gemeindevorstand am 9. August 1938 die Gemcindeaiilagenordnung für das Rechnungsjahr 1938 (1. April 1933 bis 31. März 1939) beschlossen. Die Gemcindeaiilagenordnung liegt in der Zeit vom Ib. August bis 10. September 1938 im Kasseuvorraum des Gemeindeamtes, Walter-Blümel-Str. 10, I, während der Kassenstunden werktäglich Von 9.30—13 Uhr zur Einsichtnahme aus, was hiermit gemäß § 37 des Gemeindestatutes bekannt gemacht wird. Leipzig, den 10. August 1938. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Gottesdienste Gemeindesynagoge. Freitag, 26. 8. 1938, Abendgebet 10 Uhr mit Predigt. Sonnabend, 27. 8. 1938, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 19.20 Uhr, anschl. Lehrvortrag, Abendgebet 19.52 Uhr. — Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Svnagoge. Synagoge „Ohel Jakob", Pfaffendorfer Str. 4. Freitag, 26. S., Abendg. 19 Uhr. Sabbat, 27. 8., Morgeng. 8.30 Uhr, Minchag. 17 Uhr, Abendg. 19.32 Uhr. Wochentags: Morgeng. 7 Uhr, Abendg. 19 Uhr. Synagoge Ez Chaim, Otto-Schill-StraBe. Freitag, 26.8., Abendgebet 19 Uhr. Sonnabend. 27.8., Morgengebet 8.30 Uhr, Minchoh 17 Uhr, anschl. Schulchan-Aruch-Erklärting von Herrn Rabbiner Dr. Ochs, Ausgang 19.52 Uhr. Wochentags: früh 7 Uhr, alxls. 19 Uhr. Talmud-Thor.} Synagoge. Keilstr. 4. Freitag, 26. 8., abds. 10 Uhr. Sonnabend, 27. 8., früh 8.30, um 10 Uhr Predigt, Herr Rabbiner Dr. Ochs, Mincha 17 Uhr, anschl. Mischnajit, Ausgang. 19.52 Uhr. - Wochentags: früh 7 Uhr, anschl. Mischnajit, abds. 10 Uhr, anschl. Cbaje-odom. Personenstandsnachrichten Geburten: 3. August 1938 Max Herzberg und Frau Ruth Helga geh. Dohhriner, Humboldtstr. 19, einen Sohn „Leon". Todesfall: 5. August 1938 Kind Kempinski, Heinz George?, Sattclhofstr. 31. Aus dem Gemeindeamt Preisausschreiben Jüdische Winterhilfe 1938/39. Wir weisen nochmals auf das in Nr. 30 des Gemeindeblattes vom 29. Juli d. J veröffentlichte Preisausschreiben der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Abt. Zentralwohlfahrtsstelle, hin. Letzter Termin für die Einreichung der Entwürfe ist der 15. September 1938. Die Anschrift für die Einsendungen lautet: Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Abt. Zentralwohlfahrtsstelle (Jüdische Winterhilfe), Berlin-Charlottenburg, Kantstr. 158. Argentinienwanderung. Der Hilfsverein teilt folgendes mit: Vor kurzem hat die argentinische Regierung ein Dekret erlassen, das am 1. 10. 1938 in Kraft tritt und die bisher geltenden Einwanderungs-