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Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1938-08-12 · 32 (12.8.1938) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
14 (1938)
Issue
32 (12.8.1938)
Date
1938-08-12
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite! JODISCHES 0 E M F. I N D E BLATT LEIPZIG 12. August 1938 /. Nr. sehen nicht entspricht. Die Fölsen sind teils grobe Veräußerlichung der Geselligkeit (Verbreitung der Gesellschaftsspiele unter Erwachsenen), teils übermäßige inteflektualisierung (K|ub- Vorträge, oft schweren Kalibers, statt wirklichen Gesprächs). 10. Mau kann diese Dinge vielleicht am besten so zusammen fassen: Der Amerikaner lebt in der geistigen Welt des 19; Jahrhunderts, obwohl er über die Maschinen und technischen Bequemlichkeiten des 20. in vollständigerer Weise verfügt als der Bürger irgendeines anderen Landes. Der Amerikaner ist unter der Decke von Technik, Konvention und Wettbewerb ein sehr natürlicher Mensch, mit starken Instinkten der Hilfsbereitschaft. Cr ist in jedem Sinn junger als der Europäer, d. h. er hat größere geistige Stollkraft, aber seine Haltung zu vielen l.ebcnsprohlemen erscheint dem Europäer als ein Ausdruck von Unerfahrenheit. Dem elementaren Willen zur Bildung fehlt vielfach noch das Wissen um die richtigen Zugänge. Jüdische Zeitschau Zählung der hilfsbereiten Juden in Deutschland. Das Ergebnis der Zählung der hilfsbereiten Juden in IX'utsehland, die am 27. Februar 1938 in allen judischen Gemeinden des Reiches durchgeführt wurde, liegt jetzt vor. Der au das biblische Gebot der „Zählung des Volkes" (II. 3t). 8—13) anknüpfende Gedanke, der dieser ersten g e in e i MS a m cn S o n d e r a k t i o n alle r rräger der Jüdischen Winterhilfe zugrunde lag, hat bei der jüdischen Bevölkerung weitgehendes Verständnis gefunden. Beweis hierfür ist nicht nur der finanzielle, sondern vor allein auch der moralische Erfolg der Sammlung. I He Zählung der hilfsbereiten Judi n erfolgte durch den Erwerb von Spendenscheinen im Werte von 0,50 und 0,29 RM, Jede Gemeinde sollte Spendenscheine möglichst in der Zahl ihrer Mitglieder umsetzen. Diese Förderung wurde von einer großen Zahl von Gemeinden, insbesondere kleiner und mittlerer, erfüllt. Sogar als Notstandsgebiete erklärte Gemeinden, die ihre sozialen Verpflichtungen innerhalb der Judischen Winterhilfe im allgemeinen nur mit Hilfe zentraler Zuschüsse erfüllen können, hifoen bei dieser besonderen Gelegenheit ihre Einsatzbereitschaft in hohem Grade bewiesen. I >ic sehr unterschiedlichen wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in den einzelnen Gemeinden konnten naturgemäß nicht ohne Einfluß auf das Gesamtergebnis bleiben. Dennoch hat diese Sammlung erneut gezeigt, dal! eine besonders intensive Werbung, die auch das psychologische Moment nicht außer acht läßt, einen starken i Ipfervi illen findet. Das Gesamtergebnis der Zählung stellt sich folgendermaßen dar: bei einer (auf Grund der Wiuterhilfsabrechnuiigen vom Februar 1938 errechneten) Scelenzahl von 375 503, von denen rund 20".o. nämlich 75025, hilfsbedürftig waren, wurden Spendenscheine in einei Gesamtzahl von 249697 umgesetzt. Von dor Gesamtheil dei [ßdisehen Bevölkerung (im alten Reichsgebiet) wurden al>o durch die Zä h 1 u u g der Ii i 1 fb e reit e n J u d e n i n Deutschland (><>,(>0,o erfallt. Würde man die Zahl der Hilfsbedürftigen von der Qesamtseelcnzahl absetzen, so würde die Beteiligung an der Zählung 83,2tyl ergeben. Aber auch eine Erfassung von rund zwei Drittel aller Juden in Deutschland darf uns mit Genugtuung erfüllen. Unsere Gemeinde Zu Dr. Leo JoJöwlcz' 70. Geburtstag. Am 12. August 1938 begeht unser verehrtes Oemewdemitgüed Herr Dr. Leo Jolowicz -einen 70. Geburtstag. Überall wo es gilt, jüdische Not zu lindern, öffnet sich seine bellende Hand. Aber weil über den Kreiunserer Gemeinde vereinigen sich -eine vielen Freunde an diesem läge in dem Wunsche für ein an Freuden reiche-, langes Leben, Dr. Jolowicz genießt als Schöpfer großer buchhändlerischer Betriebe überaß großes Ansehen. Die führenden Gelehrten allei naturwissenschaftlichen Forschungsgebiete zahlen zu seinen Freunden, Eine der grollen deutschen Hochschulen verlieh ihm die Allzeit Inning des Ehrendoktors. Als aus besonderem Anlaß \or einigen Jahren in schien gastliehen Hause sich die führenden Männer der Wissenschaft aus aller Welt zusammenfanden, um ihm ihre Verehrung darzubringen, sprach der berühmte Geophysiker Hergesell das ihn treffend charakterisierende Wort aus: „Unser Freund Jolowicz ist der gelehrte Verleger." Wir wünschen ihm nach den langen Jahren einer erfolgreichen beruflichen Arbeit noch viele Jahre in alter Frische, inmitten seiner vielen Freunde! S. Mi-Idunf .-lirinal. jüd. Offiziere uml I rltlbeainten im (Iffizicrrang. Der Reichsbund jüd. Frontsoldaten, Ortsverhand Leipzig, teilt uns folgendemit: Nach dem Runderlaß des Reichsministers des Innern vom 12.7.38 liaben sich IL a. alle ehemaligen Offiziere de- Beurlaublenstandes der alten Wehrmacht sowie die ehemaligen I cldheamten im Offizierrang der aiten Wehrmacht zwecks Erfassung zu melden, soweit sie nicht bis zum 30. 9. 1938 das 55.Lebensjahr vollendet haben. Da es zweifelhaft war, ob von diesem Runderlasse auch die jüdischen ehemaligen < Iffiziere Und Eeklbeamten im Offiziersrange betroffen wurden, hat -kh die Bundesleitung des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten an zuständiger Stelle erkundigt und den Bescheid erhalten, daß sich de Runderlaß auch auf Juden bezieht. Demgemäß gilt auch für jüdisch eliemal. Offiziere und Eeldbeamte im ()ffi/ierrapge des Beurlaubten Standes', die bis 30. <). 1933 ihr 65. Lebensjahr noch nicht vollende haben, die Verordnung des Herrn Polizeipräsidenten Leipzig von (>. 8. I93S, wonach die zu Erfassenden zunächst umgehend ihren vollständigen Namen unter gleichzeitiger Angabe der Wohnung, des Geburtstages, -jalues und -ortes dem Polizeipräsidium Leipzig Wehrdezernat, Wächtersir. 5, schriftlich mitzuteilen haben. Es wird sich empfehlen, der Mitteilung einen Hinweis auf die jüdische Ab stammung beizufügen, obwohl das nicht vorgeschrieben ist. Putzkursc des Jüdischen Frauenbundes. Die Putzkurse be ginnen am 22. August im Jüdischen Jugendheim, Ludcndorffstr. 7. Anmeldung und erste Besprechung für die Einteilung der Kurse am Donnerstag, den 18. August, vorm. 10—12, nachm. IG— IS, abend- 20 21 Uhr im Jugendheim, 2. Etage. Schriftliche Anmeldungen wer den nur in Ausnahmefällen angenommen. Amtliche Bekanntmachungen Gcineindcanlagenordnuiig für das Rech.....igsjahr 1938 (1. April 1938 bis 31.Mir« 1939). Die QemeindesTtzung hat in Übereinstimmung mit dem Gemeindevorstand am 9. August 193S die Gcmcindcanlagcnordnung füi das Rechnungsjahr 1938 (1. April 1933 bis 31. März 1939) beschlossen. Die Qcmeindeanlagenordnung liegt in der Zeit vom 15. Augu-t bis 10. September 1918 im Kassenvorraum des Gemeindeamtes. Waltcr-Blüinel-Str. 10, I, während der Kassenstunden werktäglich von 9.30—13 Uhr zur Einsichtnahme aus, was hiermit gemäß § 37 des (iemeindestatutes bekannt gemacht wird. I eipzig, den 10. August 1938. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Dreizimmerwohnung mit Diele im Verwaltungsgebäude des Neuen Israelitischen Friedhofs an d e i De 1 itzScher Landstraße zu vermieten. Ab I. Oktober 1938 ist die Wohnung im Erdgeschoß des südlichen Flügels des Verwaltungsgebäudes unseres neuen Friedhofs an der Delitzscher Eandstralle zu vermieten. Die Wohnung enthält I Zimmer mit Diele samt Küche und Badezimmer, elektrisches Licht, Gas und Zentralheizung. Die warme Miete beträgt RM. 15,— monatlich. Die Wohnung ist w erktäglich von 10—12 und 16—19 Uhr zu besichtigen. Interessenten wollen sich schriftlich an das Gemeindeamt, Walter-Blümel-Str. 101, wenden. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Jüdische Berufsschule. Der Unterricht beginn! nach den Sommerferien vorläufig nach folgendem Plane: I.) Kaufm. Berufe Mädrh.: Do., den 18. 8. 38, 7,15 -10,05 Uhr. 2.1 Handwerk: Mo., den 22. 8. 38, 3,00 -6,35 Uhr I.) Bekleidungsgew., M.idch.: Mo., den '22. 8. 38, 7,15-12,05 Uhr I) Hauswirtschaft: Di., den 23. 8. 38, 3,00—7,30 Uhr V) I andwirf schaff: DL, den 23. 8. 38, 3,55-6,35 Uhr und Mi., den 24, 8. 38, 3,55 -5,40 Uhr b.) Kaufm. Berufe Jungen:Di., den 23. S. 38, 3,00 -6,35 Uhr 7.) Bekleidungsgew. (Kürschner usw.) Jungen: Mi., den 24. 8. 33, 7,15-11,00 Uhr. Die Kurse für Handwerk und Landwirtschaft linden in dei Schulet Gustav-Adolf-Str. 7, die übrigen in der Schule: Alexanderstr. 35.37 statt. Leipzig, den 9. August 1918. Der Direktor: Dr. Weikersheinter. Aus dem Gemeindeamt Knabcn-Talessim die nicht mehr benutzt werden, erbittet für bedürftige Knaben Gemeinderabbiner Gustav Cohn, Walter-Blümel-Str. 10, III (F. 14641). Gottesdienste Gemeindesynagogc. Freitag, 19. 8. 1938, Abendgebet 19 Uhr Sonnabend, 20. 8. 1938, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 19.4<i Uhr, anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 20.11 Uhr. — Gottedienst an Werktagen in der Lz-Chaim-Syiiagoge. Synagoge „Ohel Jakob", Pfaffendorfer Str. 4. Freitag, 19. 8, Abemlg. 19 Uhr. Sabbat, 20. 8., Morgeng. 8.30 Uhr, Minehag. 17 Uhr. Abemlg. 20.07 Uhr. Wochentags: Morgeng. 7 Uhr, Abemlg 19 Uhr. Synagoge Ez Chaim. Otto-Sehill-Straße. Freitag, 19. 8., Abendgebet 19 Uhr. Sonnabend, 20. 8., Morgengebet 8.30 Uhr, Minchoh 17 Uhr, anschl. Schulchan-An«ch-Erklärung von Herrn Rabbinci Dr. Ochs, Ausgang 20.07 Uhr. Wochentags: früh 7 Uhr, abds. 19Uhr Personenstandsnachrichten Geburten: 20 Juli 1938 Kurt Löwe und Frau Alwine geh. Arjan, Leipzig C I, Nordstr. 561, eine Tochter „Renate Petra-Rahel". -—--

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