Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 30 (29.7.1938)
- Date
- 1938-07-29
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite I JODISCHES OEME1NDEBLATT LEI I'ZIü 29. Juli 1038 / Nr. Synagoge 0/ Chalm, Otto-Schill-Slraße. Freitag, 5. 8., Abendgebet HUi t Mir. Sonnabend, d. s., Morgennebet 8.30 Uhr, Minchoh 17 Uhr, anschl. Sehulclian-Aruch-Frklarung von Herrn Rabbiner Dr (Ulis. Ausgang 2(1.3') Uhr. Wochentag-;: früh 7 Uhr, ahds. louhr. Talmud Thora Svnaßoße. Keilstr. I. Freitag, 5.8., alxls. 10,15 Uhr. Sonnabend früh 8.30 Uhr, Mincha l" Uhr, anschließend Mlschnajit. Ausgang 20,39 Uhr. Wochentags: früh 7 Uhr, anschließend Mischnajit, abends 19.15 Uhr, anschließend Chaje-odom. Personenstandsnachrichten Todesfälle: S. juli 1938 Ludwig Frank, Noixlstr. 5S. 9. Juli 103S Johanna Halle, Dresdner Str. 30, I. 16. Juli 1938 H. L Heilpern, wohnhaft gewesen Qohliser Str. X verstorben und bestattet in Pfag. ri [uli 1938 S/iel Mandel, Fberhardstr. II. 19 Juli 1938 Julius Heinau, Wurzner Str. 20. 19. Juli 1938 Isaak Baschis, Färberstr. 16. Aus dem Gemeindeamt Jüdische Winterhilfe — Preisausschreiben I He Reichsvertretung der Juden in Deutschland. Abteilung Zeiltralwohlfahrtsstelle, als zentrale Trägerin der Jüdischen Winterhilfe, Wendel sich auch in diesem Jahr an die judischen Künstler mit der Aufforderung /ur Teilnahme an einem Preisausschreiben für die lüdische W interhilfe. Aufgabe <ler Jüdischen Winterhilfe ist es, alle Juden in Deutschland zum freiwilligen Opfer monatlicher Geldspenden im Rahmen der Richtlinien für die Jüdische Winterhilfe, zur Leistung der Eintopfspende (an den Eintopfsonntagen) und zur Teilnahme an der Pfundspende zu gewinnen, um die Betreuung aller judischen Hilfsbedürftigen während der (i Wintermonate (Oktober 103S bis Mär/ 1030) sicherzustellen Verlangt werden graphische, zeichnerische, photographische oder in sonstiger Technik ausgeführte Bildentwürfe, die in Ausfuhrung und Ideengehalt dem Sinn der Jüdischen Winterhilfe Rechnung tragen und sich sowohl auf die allgemeine Werbung als auch auf die Werbung der verschiedenen S|>cndcnartcii (Geldspenden, Eintopfspenden oder Pfundspenden) beziehen und die zur Veröffentlichung in der jüdischen Presse oder für die Herstellung von Plakaten zum Anschlag in öffentlich-jüdischen Räumen geeignet sind. Es ist vorgesehen, daß die Werbung für jede der Spendenarten in jedem der f> wintermonate wechselt. Beteiligen kann sich jeder Jude in Deutschland. I -, sind i Preise festgesetzt. 1. Preis: RM.300,— 'J.Preis: RM.240,— 3. Preis: RAI. 150,— Der volle erste, zweite und dritte Preis wird zuerkannt für eine Entwurfsreihe für die allgemeine Werbung oder für die Werbung für eine der besonderen Spendenarten, die für jeden der sechs Winterhilfsmonate ein wechselndes Bild vorsieht. Teilpreise werden dann zuerkannt, wenn nicht eine volle Entwurf sieihe, sondern nur einzelne Entwürfe preisgekrönt werden. Ankaut nicht preisgekrönter hntwnrfe bleibt vorbehalten. Die Prüfung der Entwürfe und die Entscheidung über die Verteilung der Preise ei folgt unter Ausschluß des Rechtsweges durch die Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Abteilung Zentralwohlfahrtssteile, in Gemeinschaft mit nach ihrem Ermessen hinzugezogenen Künstlern, künstlerischen Sachverständigen und Persönlichkeiten .inden judischen Organisationen. Die preisgekrönten Entwürfe bleiben 1 igentum der Zentral wohllahrtsstelle der Juden in Deutschland, die damit das Recht der Veröffentlichung und Vervielfältigung erwirbt. Wir fordern die judischen Künstler und interessierten Mitglieder der judischen (nmeinden zur Einreicliung von Entwürfen auf. Die Entwürfe sind mit einem Kennwort zu versehen. Name und Adrette des Einsenden sind mit dem Kennwort zusammen in einem besonderen verschlossenen BriefUmschlag ein/ureichen. Letzter Termin der Einsendungen ist der Ii. September 1038. Die Anschrift für alle Einsendungen lautet: Rciclisvertrctung der Juden in Deutschland, Abteilung Zentralwohlfalirtsstelle (Jüdische Winterhilfe), BerUn-Charlottenburg, Kantstr. 158. Die Preisträger werden bis zum 30. September 1938 von der Zenit al Wohlfahrt sstello benachrichtigt. Bevorstehende Veranstaltungen 31. Juli: Schildplatz: Reichsoffenes Feriensportfest für judische Sportvereine und Vereinslose. II.August: Jüdischer Kulturbund: .,Die bunten Drei', lt.August: Qrofics Ltichtathktiksportfesi auf dem B.K.-Platz. 21. August: Jugendfuftbaltturnjer des Bar Kochba-Leipzig. 29.August: K.A.E.: Messeabend. Konzert und Theater Jüdischer Kulturbund: Der Tanz der Qeselligkeit. Anneliese I u<l a u s oftbewährte Alt, in angenehmer, leichter Plauderform Wissen zu verbreiten, erinnert an die erfreuliche Erscheinun der „conteurs", jener italienischen und französischen Novellisten dt 16. Jahrhunderts, die für ihr Schaffen die Devise „docere cum lucun ditate" befolgten. In der Tat: bei der gefälligen unbeschwerten Fori des Vortrages achtet man kaum der gewaltigen Wissensfülle, die < enthält. Ist doch gerade das Thema des Abends vielschichtig Und b, ziehungsreich; nicht nur die Erscheinungsformen des Tanzes ahel kann in behandeln, vielmehr ist es ein Kapitel Kidturgeschichte vo vier Jahrhunderten, worin sich Lebensform, Mode, Sitte und Musi überkreuzen und von wo aus reizvolle und bedeutsame Veduten au Kunst und Architektur sich öffnen. Ihre Ausführungen ließ sie voi einem Tänzerpaar — Ruth Condell und Erich Baden — lllustrie reu, welche, jeweils im Kostüm der Zeit, sich durch die Jahrhunderte tanzten, von Courante, Allcmande und Sarabande über Menuett, Oa votte und < iigue zum Wal/er und zur Polka, um mit l'oxtrot und Fango in unsere Gegenwart zu munden. Das Interesse des Publikums stieg im selben Verhältnis, in dem sich die Tanzenden der Ncuzei näherten, und man hätte gern von der besonders begabten Tänzerin deren schelmische Drolerie sie zum Grotesktanz, prädestiniert, meh. an modernen Tänzen gesehen. Die Klavierbegleitung war leider im zulänglich. Dr. R Sport vom Sonntag (Von unserem sündigen Berichterstatter Deka.) Es war wohl das erstemal, dall die beiden hiesigen Vereine gemeinsam an einem auswärtigen Furnier, veranstaltet vom Hagibor Berlin, teilnahmen, das neben Hand- und Fußball, letzteres auch füi die Jugend, die in dieser Jahreszeit selbstverständliche Leichtathletik aufwies. In den beiden ersten Sparten, B.K. hatte allerdings nur seine Fußballer gemeldet, kam keiner der von hier Beteiligten auf den sogenannten grünen Zweig, jedoch wird in beiden l agern, vor allein bei den Fußballern über die wenig überzeugende Srhicdsrichrerlcistung an diesem Tage geklagt. Das einzige Prae dieser Veranstaltung wird das nachträgliche baldige Zusammentreffen der beiden I.Fußballer auf einem hiesigen Platze sein, um den in Berlin um den 3. Platz abgesetzten Kampf der Form halber noch nachzuholen Im Handball hätte es beinahe eine Überraschung gegeben, denn nach der regulären Zeit (2 mal 15 Min.) stand das Spiel des Schild gegen den späteren Turniersieger 2 :2, und die mögliche Siegeschance wurde kurz vor Abpfiff alleinstehend vor dem Tore vergeben, bis dann erst die notwendig gewordene Verlängerung dem Berliner Bai Kochba-Hakoah einen 5:2-Sieg bescherte. Im Kampf um den 3.Platz (4 Vereine traten in jeder Sportart an, in der die Sieger aus den beider ersten Spielen um den 1. und die Verlierer um den 3. Platz kämpften1 wurde dam die kombinierte Elf Hagibor-Makkabi 3:1 geschlagen Beim Jiigcndfußhall standen sich die Vertreter vom B.K. und Schilt' nach ihren Verlustspielen gegen die Berliner Vereine ebenso um dei 3. Rang gegenüber, wobei die enteren, jedoch in nicht ganz, jugend lieber Aufstellung, mit 4:2 Sieger blieben. In der Leichtathletik gin: es dafür schon bedeutend besser, Ruth Goldstein vom B.K. holte sici knapp vor Hannelorc Warschauer die 100 m in 13,0 Sek., Pcsse und Bronia Fuchs kamen hierbei auf da 4. und 5. Platz, sie alle aber erliefen sich dann später in der guten Zeit von 58,6 Sek. du Intal 100 m für Frauen, Bar Kochbas Jugend kam in dieser Kon kurrenz, ebenso wie die Herren bei der Herzl-Staffel als Zweiter au Als bester Hiesiger im 100 m-Eattf zeigte sich wiedertun Kaubei dem zur größten Verwunderung schon Zellichower vom Schild folgte bei den 200 m für Jugendliche kam Obstler vor Salo Holzer a! Dritter durchs Ziel. Wasserlauf sicherte sich im Kugelstoßen mi 10,70 m den 2. und im Speerwerfen mit 37,20 m den 3 Platz, Bul Braun sprang wiederum wie beim Schild-Sportfest mit 5,80 m, Womit er jedoch nur Vierter werden konnte. Am vorletzten Mittwoch trafen sich abermals die beiden „Alte Herren" zu einem Fußballspiel, das wiederum einen kleinen Foi - schritt für .Schild bedeutete, denn diesmal gewann B.K. nur 4:3, beim übernächsten Male müßte also folgerichtig der 1. Schildsie Zustandekommen, und das würde ein Fest ... Und morgen ... veranstaltet Schild sein Leichtathletik-Ferieniportfest, das für alle jikl. Sportler, ob einem Verein angehörig odi nicht, ausgeschrieben ist. Vielleicht gibt's dabei endlich einmal gar! große Ergebnisse, zumal die Meisterschaften der beiden Verbände, s< - wie die Juniorenmeisterschaft des Makkabikreises kurz, vor der Türe stehen. llet ausgegeben vom Vontand der iaraeliliachen Ilelinlonanemeinde tu l.«lpi Keduktiun: Uemeindeiabbiner Gustav Cohn, Leipzig Gl, Wilttr-BlOmel-Str. 10, II Anzeigen: Verlag Elsa Guldfrcund, Leipzig C X l'lan« ns. he Str. 3-5, Fernspr. 107 * ■ Anzeigenleiter: Ernst Goldtreund, Cichoriusalr. 2 a, Fernspr. 907 71 Kür die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Nummern u an beatimmUn Plit/e . laieton. I. nach Anzeigenschluß aufgegeb. Anzeigen wird keine Gewahr ubernommr Druck: A. Teicher, Leipzig, Brandenburger Str. 16 b. PA. 1. Vj. SS: 8000, IM. Nr. ■ Vereinsnachrichten Isr. Frauenverein. Zu unserer am Dienstag, 2. 8., 16 Uhr, int Sitzungssaal des Gemeindeamtes, W.-Blümel-Str. 1011, stattfinden den Generalversammlung laden wir unsere Mitglieder herzlich ein. Tagesordnung: l. Jahresbericht, 2. Bericht der Rechnung-'- prüferinnen, 3. Entlastung des Vorstandes, 4. Änderung der §5. J, 4, 8, II der Satzungen, 5. Neuwahlen, 6. Verschiedenes.