Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 29 (23.7.1938)
- Date
- 1938-07-23
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/6492399-5968792-5990719--363-4880625- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Guben 1× ep/1044673
- La Paz 1× ep/1044973
OCR text
!. Juli 1938 / Nr. 29 JÜDISCHES GEMEIN DEBLATT LEIPZIO Seite 3 r ERNST COHN ILSE COHN geb. Salomon Vermählte I Berlin W 15 Guben, den 24. Juli 193S V Düsseldorfer Str. 74 ptr._ Guben-Ndr.-L. Alte Poststr. 49 J Mein innigstgeliebter Mann, unter herzensguter Vater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Steinert ist für immer von uns gegangen. Leipzig, Haifa, den 17. Juli 1938 Pfaffendorfer Str. 4 In unsagbarem Schmerz Frau Meta verw. Steinert u. Angehörige Der Israelitische Frauenverein ladet seine Mitglieder zu der am 2. Aug. 16 Uhr im Sitzungssaal des Gemeindeamts, Walter-Blümel-Str. 10, II stattfindenden Generalversammlung ein. Tagesordnung i 1. Jahresbericht 2. Bericht der Rechnungsprüferinnen 4. Änderung der §§ 3, 4, 8, 11 der Satzungen 5. Neuwahlen 3. Entlastung des Vorstandes 6. Verschiedenes -windigen bolivianischen Behörden stattgefunden. So hat der neui mannte bolivianische Kolonisationsminister in Übereinstimmung mit dorn Staatspräsidenten erklärt, die Pforten Boliviens ständen „allen körperlich und geistig gesunden Menschen offen" und auch die IlKKII seien hiervon nicht ausgenommen. Tatsächlich werden auch I inwanderungsvisa für Bolivien erteilt, sofern der Nachweis eines Kapitals von 300 bis 400 Goldmark erbracht werden kann. Doch sind bezüglich der Aufnahmefähigkeit des Landes vor illem zwei Gesichtspunkte zu beachten: in wirtschaftlicher Hinicht verbietet die geringe Bevölkerungsdichte des Lances und die schwache Kaufkraft der großen Mehrheit die \usübung fast aller Berufe, die eine entwickeltere Volkswirtschaft voraussetzen. Möglichkeiten sind in erster Reihe — dem Mineralii-ichtum Boliviens entsprechend — für Bergbau-Ingenieure, Geologen, Metallchemiker und verwandte Berufe gegeben. Gewisse Ausichten liegen außerdem für Handwerker und Landwirte vor. Ein wesentliches Hindernis für die Einwanderung nach Bolivien besteht in der außerordentlichen Höhenlage des größtes Teiles des Landes. Die überwiegende Bevülkerungsmchrheit l.-ht in einer Höhe von über 3000 m; die Hauptstadt La Paz liegt (twa 3600 m hoch. Derartige Höhenlagen stellen außerordentliche .\nforderungen an die inneren Organe, insbesondere Herz und I unge, so daß für die Auswanderung nach Bolivien nur junge und 1 räftige Menschen in Frage kommen. Gewisse Teile Boliviens liegen i llerdings erheblich niedriger, doch ist noch nicht zu ersehen, wie v fit diese praktisch für die Kolonisation in Frage kommen. Die v irtschaftliche Lage Boliviens ist zur Zeit nicht ungünstig. Aus- \ anderungswillige werden in ihrem eigenen Interesse dringend er* icht, sich zunächst beim Hilfsverein beraten zu lassen, v orauf auch auf Seiten der bolivianischen Konsulate Wert gelegt v ird. Die Erteilung des bolivianischen Visums dauert mehrere Monate. Bevorstehende Veranstaltungen 31.Jak; Schildplatz: Reichsoffenes Feriensportfest für jüdische Sportvereine und Vereinslose. 11. August: Jüdischer Kulturbund: „Die bunten Drei". "«ausgegeben vom Voraland der israelitischen KeliKioniKemclnde tu I.sipzif. Kedaklion: Gemeinderabbiner Gustav Cohn, Leipzig C 1, WslUr-Ulumei-Str. 10, III. nzeigen: Verlag Elsa Goldlreund, Leipzig C 1 Plauensche Str. 3 5, Fernapr. 16712. Aluaigenleiter: Ernst Goldfreund, Cichoriusstr. 2 a, Femspr. «07 71. I ilr die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Nummern n. an bestimmten Plätzen, t-lefon. u. nach AmeigennrhluB aufgegeb. Anzeigen wird keine Gewahr Ubernommsn. I ruck: A. Teicher, l-eipiig, Brandenburger Str. 1« b. DA. 1. Vi. 38: 8000, Frl. Nr. 1. Vereinsnachrichten Jüd.-Nationale Jugend „Herzlia" (Betar), Am Mittwoch, *l-n 13. d. M., fand unser erster Aufklärungs- und Diskussionsabend statt, Das Ergebnis dieser Veranstaltung hat bewiesen, daß wir schon l)«im ersten Versuch das Interesse der jüdischen Jugend geweckt ji;iben. — Bei den in Kürze stattfindenden Wiederholungen wird juler Richtung Gelegenheit gegeben werden, ihren Standpunkt klarzulegen. — Um es allen organisierten Jugendlichen auch in Zeitalter Beziehung zu ermöglichen, unsere Abende zu besuchen, werden dieselben von Mittwoch auf einen anderen Wochentag verlegt werden. Gleichfalls wird durch eine aktuelle Themenwahl alles getan W'-rden, um diese Abende so interessant wie möglich zu gestalten. Näherei üb er Zeit und Inhalt des nächsten Abends wird an dieser Stelle bekanntgegeben! Nach langem, schweren Krankenlager verschied heute mein innigstgehebter Mann, Vater, Schwiegervater, Bruder und Schwager Herr Julius Heinau im Alter von 60 Jahren Leipzig O 5 Wurzner Str. 20 Im Namen der Hinterbliebenen Therese Heinau Paris Die Beisetzung hat bereits stattgefunden. Heute entschlief sanft nach schwerem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Herr H. L. Heilpern im 79. Lebensjahre. Leipzig, London, Prag den 16. Juli 1938 Die trauernden Hinterbliebenen Adolf und Lotte Heilpern Anselm und Agathe Heilpern Hugo und Rosa Baumann Siegfried und Felicia Orchudesch Die Beerdigung hat in aller Stille stattgefunden. Wir bitten von Beileidsbesuchen abzusehen. KEREN KA1EMETH LE1ISRAEL * JUDISCHER NATIONALFONDS E.V. ORTSSEKRETARIAT LEIPZIG KEILSTRASSE 4 TU. IOSTI >«lV.mmmmmmmmmmmmmmmmm«mmmmmTJ Am 10. Juli jährte sich wieder der Todestag Theodor Herzls. Einer alter, zionistischen Tradition entsprechend, begehen wir diesen Tag nicht mit trauervollen Nachrufen, sondern mit tätigem Einsatz für das Werk, welches dieser große Mensch begonnen hat. Jüdische Jugend pflanzt an diesem Tag neue Bäume in Erez Israel, und die zionistische Jugend in der Golah hilft ihr bei diesem symbolischen und zugleich aufbauenden Werk. „Jüdische Jugend pflanzt einen Wald bei Chanita" ist die Parole, unter der unsere jungen Mitarbeiter vom 24. 7. bis 5. 8. eine IMl-Taschen-Aktion durchführen, von deren Erlös der KKL einen Wald bei Chanita anlegen wird, als Zeichen unseres Dankes für die heldenhafte Verteidigung dieser jüngsten Siedlung, — und an Sie geht die Bitte, unsere Freunde bei ihrer Sammlung zu unterstützen. Die vollste IMI-Tasche bedeutet eine freie Fahrt nach Chanita zur Anpflanzung des ersten Baumes und Rückkehr nach Deutschland, um vom Aufbau zu berichten, an dem auch Sic durch Ihre kleine Spende mithelfen konnten. VOM 25. JULI BIS 6. AUGUST SOMMER SCHLUSS VERKAUF BAMBERGERs HERTZ