Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1938-05-13 · 19 (13.5.1938) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
14 (1938)
Issue
19 (13.5.1938)
Date
1938-05-13
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/6492399-5968792-5990708--296-4880568
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 4 JODISCHES OEMEINDEBLATT LE1PZIO 13. Mai 1938 / Nr. 1 i 19. Mai: Jiid. Kulturbund: Berliner Theater-Gastspiel „Das Extern« __nnralp"__ 22. Mai: Rundenspiele im Fußu. Handball BK.-Berlin BK.-Leipzig. 25. Mai: Unterhaltungsabend von Leipzigs Künstlern mit Tanz, in Juni: Jüd. Kulturbund: Gastspiel des Hamburger Kulturbundtheaters: „Dclila", Lustspiel von Molnar. Amtliche Bekanntmachungen Diu Leitung der Jüdischen Schulen teilt mit: Für alle berufsschulpflichtigen Schüler und Schülerinnen beginnt der Unterricht im Laufe der dritten Maiwoche in den Räumen der Schule Alexanderstraße )3 f", und /war: Berufsgruppen Bekleidungsgewerbe (Kürschner, Rauchwaren, Mode und Putz) und kaufmännische Berufe am Montag, den 16. Mai 193S, pünktlich 16 Uhr, im die übrigen Berufsgruppen (Landwirtschaft, Gärtner, Handwerk, Hauswirtschaft) am Dienstag, den 17. Mai 193$, pünktlich 16 Uhr. Is sind die letzten Schulzeugnisse, Schreibgerät und Heft mitzubringen. Der Direktor der Jüdischen Schulen Dr. Wcikershcinur. Warnung! Wir warnen davor, den am 29, S. 1917 in Labian geborenen kaufmännischen Angestellten Siegfried Schimmelsohn in irgendeiner Weise zu unterstüt/en. Nähere Auskunft erteilt das Wohlfahrtsamt der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, Leipzig, den 3. Mai 19iS. Wohlfahrtsamt der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Gottesdienste Genieindcsynagoße. Freitag, 20. 5. 10 IS, Abendgebet 19 Uhr. Sonnabend. 21. 3., .Morgengehet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 2(1.25 Uhr, Abendgebet 20.37 Uhr. Gottesdienst an W erktagen in der I;/-('.haim-Synagoge. Synagoge Ez. Chaim, Otto-Schill-Straße. Freitag, 20. 3., Abendgebet 19.13 Uhr. Sonnabend, 21. 3., Morgengebet 8.30 Uhr, Minchoh 17 Uhr, anschließend Schulchan-Aruch-Erklarung von Herrn Rabb. Dr. Otlis. Ausgang 20.37 Uhr. Wochentag: Morgens 7, abends 19Uhr. muß Söhne und Töchter in die Ferne ziehen lassen, weit früher, als es den ewigen Gesetzen der natürlichen Entwicklung entsprach, Von dem Schmer/ über diese Wandlung ist sie beherrscht. Sie leid) um so schwerer daran, dalt die Kinder um ihrer Zukunft wlllei eigene Wege gehen, auch wenn sie noch im Hause weilen, daß sie den Müttern, der älteren Generation, nicht so nahe bleiben, auch seelisch nicht, wie die Mutter ihnen. Aus solcher (lefühlswelt werdet Frieda Mehlen Verse bestimmt; in ihrer ganzen Einstellung /i den Dingen des jüdischen Lebens, ob sie vom Judenlos in alten und in gegenwärtigen I agen oder von Erfahrungen ihres eigenen Lebens spricht oder sich hymnisch im religiösen Liede an den Hoch steu wendet, alles ist von der Schwere des Gemüts überschattet, und auch da, wo Zukunftshoffnung rege ist, fehlt die reine ungetrübt! Zuversicht Sie spricht damit zweifelsohne aus, was viele viele Mutti i bewegt und erregt; ihre Verse, gut und sicher, stark und ersehnt ternd, werden viel Verwandtes bei ihren Lesern zum Mitschwingel bringen. — Kesstechers Verse zeigen dagegen, daß man auel anders zum jüdischen Erleben unserer Tage stehen kann. Manch« von ihnen hätten in der Form noch ausgefeilter sein sollen. Im Stofl und in der Stimmung entspringen sie einer ganz frohen inneren Sicherheit, die gewiß nicht seltener begegnet als die leidvolle (ie drücktheit. Auch Kessteeher verschweigt nicht das Leid, „Wem Kinder gehit . . ." Aber er betrachtet die Dinge aus einem fest begründeten stolz auf sein Judesein und den Besitz jüdischen QlaU' bensgutes. Darum blickt er zu Gott, und sieht in ihm den Tröster. er hat Vertrauen zur Jugend, daß sie verbinden, Helfer sein «erde von Mensch zu Mensch; er weiß, daß „Wie getragen von Himmels mächten, / Überall neues Leben erblüht ". Für den Charakter der beiden Buchlein ist vielleicht nichts so bezeichnend wie dies: Frieda Mehlen Bändelten klingt in Versen über den Tod aus, hinter dem die Unsterblichkeit winkt: „Nicht Ziel und Ende Anfang ist da- Grab", Die letzten Strophen Kessteehers sind „Weckruf" überschrieben und enden: „Heil dem, der stark das leben sich erstritt! Werkt, daß der Zeit Schrei sieh wende!" So ergänzen sich die beiden Gedichtsammlungen: Leid und Hoffnung, Klagen und vertrauensvolles Wirken sind Stimmung und Ruf unserer läge; wi: dürfen uns über ihre Schwere nicht täuschen, aber dennoch Uli' nicht niederwerfen lassen. C. «Jüdischer Kulturbund DonncrwtHK, 1». Mai 1»»H. 80" im Kultiirhuiidthoator — Sur fiir ■ltglletler (Mitgl d. Rdcbtvcrbd <t liltl. Kulturbd. i. Deutsch! I Berliner Theater-Gastspiel ..I&H.S Kx ti'lliporHlV** von Sturm und Färber mit Max Bkrlleh »Im 6*8)1 Ta'.mud-Thora-Synagoge, Keilstr. 1. Freitag, 20. 5., abends 19.30 Uhr. Sonnabend früh S. i0 Uhr, Mincha 17 Uhr, anschließend Mischnajit, Ausgang 20.57 Uhr. Wochentags früh 7 Uhr, anschließend Mischnajit, abend 20 Uhr, anschließend Ain-Jaakow-Erklärung von Herrn Rabb. Dr. Ochs. Synagoge „Obel Jakob", Pfaffendorfer Str. 4. Freitag, 20. 3., Abendg. 19.30 Uhr. Sabbat, 21. 3., Morgeng. 8.30 Uhr, Minchag. 17 Uhr, Abendg. 20.57 Uhr. Wochentags: Morgeng. 7 Uhr, Abendg. 20 Uhr. Personenstandsnachrichten Geburten: 8. April 19 iS Moses Jakob Bodncr und Frau Ester Tyla geb. Schenkel, Hcltfcrichstraßc 2u I, einen Sohn „Harry llersch". 12. April 1038 Josef Wand reite Tellermann und Frau Braille geb. Luiija. Dittrichring 20a, einen Sohn „Wigdor". 17. April l'M;> Norbert Beran und Frau Eugcnie geb. Sigall, Frankfurter Straße Olli, eine Tochter „Ursula Auguste". 19. April 1938 Jakob I orschirni und Frau Emma geb. Pfefferblütfl, Norderneyer W eg 9a, eine Tochter „Regine". 21. April 1938 Süßmtnn, Mendel Kästner und Frau Rcchcl Breine Goldfeld false Rath, Naundörfchen 28, einen Sohn „Michael". To d esf älle: 27. April 1938 Adelheid Fruliauf, Lenaustraße 13. 1. U.ii l'ii> J,tii F-tlnr Muller, l'ackliofstr. 1. i. Mai I9JS Hedwig Cassler, (lohliser Straße 14. Neue Bücher Berlin 1937 (Bcrthohl Levy, Berlin 1938 (Joa- Wir. Gedichte von Frieda Mehler. Jüdischer Buchverlag). Benno Kesstechtr: Die Wunderleiter. Gedichte chim Goldstein, Jüdischer Buchverlag). I s ist nicht- Zufälliges, ■.ondern in der Zeit begründet, daß uns heut« in höherer Zahl als zuvor jüdische Gedichtbücher gegeben werden. Das Innere ist bei allen Juden aufgerüttelt: je stärker das ins Bewußtsein tritt, desto größer ist das Verlangen, den I mpfiiidungen einen adäquaten Ausdruck ZU verleihen. Unmerklich formen ■-; Ii dann die Gedanken in gehobener Sprache mit Rhythmus und Reim. Die beiden hier zueinander gestellten Bändchen verdienen als Vertreter dieses spontanen Verlangens, jüdisches Erleben in dichterische Form zu gießen, Beachtung. Besonders bemerkenswert werden -ie dadurch, daß der Grundton, der durch die Gedichte zum Klingen gebracht wird, zugleich typischer Stimmung bei den Juden entquillt Frieda Mehl er ist l rau und dichtet aus Muttergefühl heraus. Die judische Mutter unserer läge erlebt schweres Leid. Sie Konzert und Theater Kon/ert des Collegium mjsicum. Barn ei I Ichts Kammer orehester zeigt immer deutlicher ilie Fortschritte seiner emsigen IHUsi kaiischen Erziehungsarbeit Ein kultivierter Ton, ein sonores edle Forte, ein delikat und transparent angesetztes Piano ließen auf horchen. Geriet das F-nioll ConCCrfO grosso aus Op. 6 von Händi noch etwas matt nicht zuletzt ob seiner undramatischen weichet Kontur so erschien das D-dur-Konzert aus dem gleichen Opus in glänzendem Gewände, das all seine rhythmischen und klang liehen Rei/e voll zur Geltung kommen ließ. Auch in der Begleitmu zu einem der neu ausgegrabenen Violinkonzerte von Vivaldi, die ii ihrer heileren Beweglichkeit immer wieder bestechen und das Mirjan Zu Iis er mit einer fest zupackenden, erfrischend uuseiitimeiitalei Männlichkeit spielte, war das Orchester sehr fein. Die Gefahr dei Eintönigkeit, die ein Programm mit unter sich wenig unterschied liehen W erken der Vorklassik birgt, bannte Tanja Ury-Z unser mi dem Vortrag einiger Klaviersoli aus neuer und neuester Zeit, von denen die verträumte /arte Pavanc auf den Tod einer Infantiii von Ravel tiefen Eindruck hinterließ. Hierin, wie in der lyrisch zer fließenden Ballade l'-moll von Chopin, die erst /um Schluß dei Balladenton findet, bestach sie durch den Zauber ihrer pasteil weichen Anschlagfarben. Dagegen ließ uns die prcciöse und ambi tiöse Sonate in einem Satze von Skriabin (Dis-mollü), die ihre Sufa Stanzarmut durch unmotivierte Schwierigkeit zu verhüllen sucht, völlig uninteressiert. Das Konzert, das noch zwei der kleinen „Sinfonien" für Streicher und Cembalo von Vivaldi bot, hätte besseren Besuch verdient. Dr. R. Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstatter Deka.) Chemnitz war Trumpf am letzten Sonntag, Bar Kochba reiste infolge plötzlicher Absage seiner Dresdener Freunde mit drei Main schalten zum dortigen B. K., und Schild empfing die gleiche Anzahl Qegner vom Chemnitzer Schild auf eigenem l'iatz. Den Reigen eröffneten dessen Mädels, die auch bald 2:0 in I rollt lagen, SChliel lieh aber doch eine knappe 3: I-Niederlage hinnehmen mußten, einmal, weil sie einem noch völlig unerfahrenen Mädel das Tor anvertrauten, und weiterhin zwei hiesige Spielerinnen zur Komplettierung der Oasteil deren Sieg miterringen helfen mußten. Die Knaben verloren ihr Fußballspiel gar 4:1, auch sie führten in wenigen Minuten 1:0 und drängten nach den ziemlich billig errungenen (iegentoren ganz, gehörig, aber was ebenso ihr Torwart anfänglich durch Leichtsinnstehlcr verhauen hatte, vermochten die Stürmer nicht mehr gutzumachen. Um im Bunde nun der Dritte /u sein, zeigte auch der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.