Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 15 (14.4.1938)
- Date
- 1938-04-14
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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14. April 1938 / Nr. 15 JODISCHES GEMEINDEBLATT LE1PZ10 Seite 3 Für die anläßlich der Barmizwah unseres Sohnes Artur erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir hiermit herzlichst. David Israel und Frau Leipzig Walter Frankel Irene Frankel geb. Meyer Vmniililte Frankfurt a. M liOtte Jacobowitr Alfons Kallniami Ruth Jacobowitx Simon Prise! Verlobte Beuthcn Obcrschl. Beuthen Oberschi. Beuthen Oberschi. 17. April 1938 Gerda 'Berget Josef Xlahr Ranstädter Steinweg 29 Verlobte Czermaksgarteu 5 datner Druck mit Kupferstichillustrationen von "1695 ihren EinfluB bis auf die Haggadahausgabcn der Gegenwart bewahrt haben, sind in zeitgenössischen Illustrationen des damals außerordentlich beliebten Merian erkannl worden. Iis ist verständlich, daB die Haggadahillustration die vier fragenden Kinder gerne im zeitgenössischen Kostüm veranschaulicht. I in reizendes Beispiel aus der Rokokozeit bietet die I7W in Kopenhagen geschriebene Haggadah der Darmstädter Bibliothek. Das Kind, das noch nicht zu fragen verstellt, reitet auf einem Steckenpferd, daneben finden sieh Spielsachen, Kindertrompete und Trommel. In der 17 IS in Amsterdam gemalten Haggadah des Frankfurter Kunstgewerbemuseum sind die vier Sohne in einem (Uesenbelegten und mit einer großen Wanduhr geschmückten Kaum vereinigt. Der Weise trägt die Gclehrtciitracht seiner Zeit, das Kind ist als Bocher charakterisiert. Der Tain und der Roscho sind in der Zeittracht mit Dreispitz und Lockenperücke gekleidet. Originellerweise fällt der Bösewicht auch noch durch seine erstaunliche Größe auf. Auch die Künstler unserer Tage haben uns immer wieder neue Illustrationen zur Haggadah geschenkt. Ein Holzschnitt von Edith Samuel schildert uns die vier Fragenden einmal wirklich als Kinder, wie sie ursprunglich gedacht waren. Der Chochom hat den Tallith Hingelegt und liest im Gebetbuch. Der Roscho ist ein kleiner Raufbold, der mit geballten Fäustchen losgeht, daneben das einfältige Kind. Das Kind, das noch nicht zu fragen versteht, schaut als Baby mit großen Augen in die Welt. Die Midraschim unserer Haggadah werden zu allen Zeiten viele jüdische Künstler zur bildlichen Veratiscliaulichung anregen. Solange man sich vom Auszug aus Ägypten am Sedci abend erzählen wird, wird auch das Problem der Darstellung der vier fragenden Söhne im Bilde unsere jüdischen Künstler beschäftigen. Dr. Irmgard Schüler. Jüdische Zeitschau Jugend Aüjah Zertifikate unbegrenzt. Die Mitteilung des Kolonienministers Ormsby-Gore über die Regelung der Einwanderung nach Palästina vom 1. April bis 30. September 193$ besagt für Jugendliehe und Studierende, daß sie „ohne numerische Beschränkung" dann erfolgen darf, wenn die Aufnahme und der Unterhalt in einem palästinensischen Erzichungsinstitut gesichert sind. Diese nüchterne Nachricht erweckt außerordentliche Möglichkeiten für die Zukunft der jüdischen Jugend. Der Jugend-Alijah waren bisher zahlenmäßige Grenzen gezogen; Schulen, Heime und Siedlungen erhielten eine bestimmt festgesetzte Anzahl von Zertifikaten. Jetzt, durch die Neuregelung wird es allein von unserer Initiative, von unserer Leistungsbereitschaft und von unserem eigenen Opferwillen abhängen, wieviel Jugendliche nach Erez. Israel einwandern können. Wenn wir die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen, öffnen wir unserer Jugend, die heute in großer Zahl ohne Arbeit und Beruf, ohne Gemeinschaft, ohne Heimat und ohne Zukunft heranwächst, die Tore des jüdischen Landes. Die Mitteilung über die Einwanderung lugendlicher ist, wenn wir sie recht zu verstehen wissen, für uns ein Gebot geworden. Dem Recht der jüdisebeu Jugend auf ein sinnerfülltes Leben der Arbeit entspricht unsere Pflicht zu immer größerer Hilfe. An uns liegt es jetzt, die gewaltige Chance, die der Jugend-Alijah eröffnet wird, bis zum letzten zu nützen. Unsere Gemeinde. Sprechstunden des Hilfsvereins. Der Hilfsverein teilt mit, daß in der kommenden Woche Sprechstunde nur für dringende Fälle am Mittwoch, dem 20. April, stattfindet. Ab 25. April werden die Sprechstunden wieder regelmäßig abgehalten. Putzkursus des Jüdischen Frauenbundes. Der Jüdische Frauenbund beabsichtigt, nach den Pessachfeicrtageu einen Schnell- Meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwieger- und Großmutter Frau Taube Künstlinger geb. Berliner ist nach schweren Leiden und doch unerwartet im 64. Lebensjahre verschieden. Josef KttiiNtlinger Leipzig, den 12. 4. 1938. im Namen aller Hinterbliebenen. Beerdigung am Freitag, den 15. 4. 1938, 11 Uhr. . und Ostermontag naeli Thekla: ab 14 Ihr Schild - J.B.C.Berlin kursus für Putz einzurichten. Der Kursus soll in den Abendstunden abgehalten werden. Um einen Oberblick über die Beteiligung zu gewinnen, wird gebeten, Anmeldungen nur schriftlich möglichst Hingehend an Frau Recha Carlebaeh, Lortzingstr. 15, zu richten. Der Jüdische Central-Verein teilt mit: Nach dem Urteil des Reichsgerichts vom 2(1. I. 1918 IV 218 37 können Miet- und Pachtverträge vorzeitig nur auf Grund der >? 553, 554, 325 und 32b des Bürgerlichen Gesetzbuches aufgelöst werden, d. h. lediglich dann, wenn der Mieter oder der Pächter seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt, oder dem Vertrage in erheblichem Maße zuwiderhandelt. Dagegen gibt es keine vorzeitige Auflösung derartiger Verträge aus sonstigen „wichtigen Gründen". Dresdenfahrt der Obersekunda. Unter Leitung von Professor Dr. Richard und Fräulein Rittlewski unternahmen Schüler der beiden Obersekunden der Jüdischen Schule in Leipzig /um Abschluß des Schuljahres eine dreitägige Fahrt nach Dresden. Durch die Dresdner Gemeinde und Herrn Salo Wein er war in vorbildlicher Weise dafür gesorgt, daß der Aufenthalt zu einem wirklichen Erlebnis wurde. Neben Führungen durch die schönsten Teile der Stadt, Gebäude und Sammhingen unter der kundigen Weisung von Herrn Lehrer Ansehe! konnte das Hygiene-Museum eingehend besichtigt werden, so daß schon nach dieser Seite hin der Fahrt ein hoher bildender Wert zukam. Der Dresdner Gemeinde, den Quartiergebern gebührt besonderer Dank; den Beteiligten werden die Dresdner Tage gleichsam als Ausklang des letzten Schuljahres in bester Erinnerung bleiben. N. Sch. Jüdische Frauenauswanderung. Die Zweigstelle Leipzig des Jüdischen Frauenbundes veranstaltete am 29. März einen Abend, au dem Frau Miimi Rose n a k - Neiunann (Bremen) über das Thema „Jüdische Frauenaus Wanderung" sprach. Frau Rosenak hat in der Arbeit der Beratungsstelle Bremen des Hilfsvereins reiche Erfahrungen gesammelt und gab ein eindringliches Bild von der besonderen Aufgabe und Verpflichtung, die der Frau bei der Auswanderung zufällt. Sie ist sehr oft für den Mann und für die Kinder ein starker seelischer Halt und großer praktischer Beistand. Von ihrer Tüchtigkeit, ihrer Erfahrung und Anpassungsfähigkeit hängt nicht nur die Gesundheit, vielfach die Existenz der gesamten Familie ab, sie ist es auch, die als jüdische Frau im fremden Land ihrem Heim die Atmosphäre der Heiligkeit und des Friedens geben soll. Die Erfahrung zeigt, daß sehr oft die Frau schneller Arbeits- und Verdienstmögliehkeit findet als der Mann, wenn sie eine vielseitige hauswirtschaftliche und handwerkliche Ausbildung und die unerläßliche Beherrschung der Sprache mitbringt. Von der Erfüllung dieser letzteren, immer wieder erhobenen Forderung hängt es auch ab, ob sie ihren Kindern, die sich schnell in die neue Sprache finden, zur Seite Wettermäntel aus Gummi 13 16 5021. 27. ausLoden 24-36 45-52 ausGabardin35.-48 58 68 U BAMBERGER&HERTZ