Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 52 (28.12.1929)
- Date
- 1929-12-28
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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(Setaeinöcblatt: DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE*ZU I JU D7irL AMTLICHES NACHRICHTEN BLATT ULI Im I \7 DER GEMEINDEVERWALTUNG« Das GemrlndrblaU erscheint |edcn Freitag und wird den Mitgliedern der RrllRlunaKrmelnde unentgeltlich durch die Pont zugestellt — 3chrl(tleltung: Gemeinderabbiner Gustav Cohn, Leipzig, LAhrstrafie 10 NUMMER $2 / JAHRGANG S SONNABEND 28» DEZ» 1020 AnzrlftenVerwaltung und Druck: Budulrurkercl AiiftuRt Prlcfc Leipzig, Brnrtrrstr. 59 - Fernruf 70006 - PÖlttMiicüK Leipzig 53920 — Nachdruck nur itiit Quellenanuabe und mit i*enehnilgunR den VerfiiHneni irest.*ttet Gemeindeanlage 1929 In der Gemeindesitzung vom 19. Dezember 1929 ist die Gcmcindcanlage 1929 auf 12% der veranlagten Reichscinkommcnsteuer 1928 festgesetzt worden. Auf diese Gcmeindcanlagc waren für die ersten beiden Abschlagszahlungen der 17. Juni und 16. September 1929, für die Restzahlung der 15. Januar 1930 als Fälligkeitstage bestimmt. Die Bescheide über die Veranlagung und endgültige Abrechnung werden den Steuerpflichtigen in den nächsten Tagen zugestellt. Leipzig, den 20. Dezember 1929. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeindc zu Leipzig. DER KRIEG FÜRS HEILIGTUM Von S. Meiscls Die ruhmvollen Schlachten, die die kleine Heldenschar der Makkabäer lieferte, standen im Zeichen des Krieges fürs Heiligtum, Qott zog an ihrer Spit/e, wie es in ähnlichen Fällen biblisch-bildlich heißt; die Idee des (iöttlichen und Heiligen war es, \v;is den Wenigen den Mut gab, gegen die Vielen zu kämpfen, und den Schwachen die Kraft, die Starken ZU besiegen. Der von den Makkabäern geführte Krieg fürs Heiligtum paßt nicht in die durchgängige Form des heiligen Krieges, wie er sieh uns in der Geschichte darstellt. Der Krieg fürs Heiligtum ist von dem heiligen Krieg nicht allein dadurch verschieden, dal) die Beweggründe des einen denen des andern entgegengesetzt sind, daß der Krieg fürs Heiligtum mehr der l iebe zur eigenen Sache, der heilige Krieg mehr dem Halt gegen die andern entspringt; auch in der Zweckbestimmung und in der Wahl der zweckdienlichen Mittel gehen diese beiden Kriegsarten vielfach auseinander. Der eine verfolgt nur den heiligen Zweck, der andere bedient sich geheiligter Mittel. Wenn mau der Makkabaer Krieg fürs Heiligtum mit den heiligen Kriegen in der Geschichte vergleicht, so wird es offenbar, daß dort der Kampf um eine heilige Sache, hier aber geheiligte Sachen um des Kampfes w illen geführt w urden. Geführt im buchstäblichen Sinne, als nach außen hin sichtbare Zeichen, dem gläubigen Volke eine Augenweide, den Kriegern eine zündende Fackel. Und die Fackel zündete und äscherte Städte und Länder ein ... Das Judentum besitzt kein äußerlich sichtbares Zeichen, das den Innern Gehalt seiner Religion symbolisierte. Das Judentum als Religion kennt nur die Tat und das Werk und die symbolische Handlung, aber es kennt nicht das religiöse Signum. Nui die lebendige Idee gibt dem Judentum Kraft und Dauer und birgt in sich das Qeheimnis seiner Lebenszähigkeit. Im Altertum hatte das Judentum neben der Idee auch etwas, das diese Idee sozusagen objektivierte: das Heiligtum In den Zeiten der Makkabäer besaßen die Juden noch ihr Jerusalem und den Tempel auf dem Zionsberg. Das war das religiöse Zentrum, worauf aller Augen gerichtet waren und woraus sich alle Fäden des religiösen Lebens bis in die entferntesten Oegenden, in denen die Kinder Israel wohnten, ohne Unterlaß fortspannen. Damals trugen sie neben der Idee auch das Bild des Heiligtums in ihren Herzen. Es war der Horn ihres hohem Lebens, deshalb ihres Lebens überhaupt. Sie waren mit dem Heiligtum unzertrennlich verwachsen. In den Makkabäerbüchern können wir es lesen, daß alle Taten der makkabäischen Heldenscharen nur mit Beziehung auf das Heiligtum getan wurden. Immer w ieder hören wir der Makkabäer I osung: Für das Volk und für das Heiligtum! Das Heiligtum war Anfang und Endziel ihres Trachtens und Handelns. Der Feind kannte den Zentralpunkt, von dem .ms man das Judentum heillos verwunden konnte. Auf diesen Punkt richtete er denn auch seine verheerenden Waffen. Fr zerstörte die heilige Stadt und entweihte den Tempel Oottes. Er zwang die Juden, den Sabbat zu entweihen und der Heulen Feiertage zu feiern. Wenn man des Bacchus I est beging,