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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1929-12-20 · 51 (20.12.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
5 (1929)
Issue
51 (20.12.1929)
Date
1929-12-20
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 4 üKMRINPRBLATT DLR ISRAELITISCHEN RELIQIONSOEMEINDE ZU LEIPZIG Numitier 51 Hilfsverein Israelitischer Gewerbetreibender E.V. Die schwere Zeit der Kälte beginnt In diesem Jahre der wirtschaftlichen Krise bedeutet sie his weit in die Kreise des Mittelstandes hinein Not und Elend. Hunger und Kälte quälen, inshesondere die Kinder leiden darunter entsetzlich. Der Hilfsverein israelitischer Gewerbetreibender sucht durch seine Kinderbeschenkung wenigstem in etwas das Elend zu mildem. Seit dem Jahre I<)22 bekleidet er von Kopf his zu den Füßen eine eroßeAnrahl von Kindern. An alle Freunde der Jugend, an alle ihrer Verantwortung bewußten Menschen, d e die l'llicht der Menschenliebe und des W'ohltuns am rkennen. wendet sich unsere herzliche Bitte: Hellen Sie uns, die kleinen Lieblinge unserer Herzen, unsere Kinder, zu ei freuen. Hellen auch Sie mit, auf traurigen Kindergcsichtcrn ein Lächeln des Glückes und der Dankbarkeit hervorzuzaubern und senden Sie für die Kinderbeschenkung Ihre Spende. Sorgen Sic dafür, daß die Kinder der Armen ein warmes Kleid, einen Wintermantel und gutes Schuhwerk erhalten. Helfen Sie den Kindern, indem Sic zur K i n d e r b e s ch r n k u n g h e i t r a k v n. Geldsendungen sind zu richten an die Gesclmftsstelle, Brühl 24 Meldung von Kindern des bedürftig gewordenen Mittelstandes vorliegen. Wer einmal auch mir ganz oberflächlich rechnet, wird ohne Kroße Mühe erkennen, welch recht beträchtliche Summe erforderlich im. wenn auch nur einem größeren Teile der Antrüge stattgegeben werden soll. Lud ebenso w ird jeder, der mit Verständnis die gegenwärtigen Verhältnisse beurteilt, im Klaren darüber sein, daß noch nicht einmal alle, die der Wohltat einer Kleidung ihrer Kinder dringend bedürftig wären, mit ihren Gesuchen an den Hilfsverein herangetreten sind. Mochte sich dies jeder klarmachen, wenn an ihn in den nüeh- Sten lagen die Mitte nm eine Spende für die Kinderbeschenkung des Hilfsvereins gerichtet wird. Nicht Luxusgegenstände, sondern Hinge des täglichen Bedarfs sollen für diese Spenden beschafft werden, lunge Knaben und Mädchen sollen durch Gewährung von warmer' Kleidung und Wäsche in der bevorstehenden Winterzeit vor Kälte und Krankheit bewahrt werden, .leder versagte Beitrag könnte Schuld daran tragen, daß einem Kinde durch Frost bleibender Schaden an seiner Gesundheit zugefügt würde. Versage deshalb keiner dem Hilf ~- verein die erbetene Spende! Hilfsverein Israelitischer Gewerbetreibender e.V. Hie Atisstellung der Bekleidungsgegenstände zur Kinderbeschenkung findet am Mittwoch, den 2r>. Dezember und Donnerstag, den 2(*. Dezember, von in 1.? I hr in unserer Geschäftsstelle, Brühl 24 II. statt. Alle unsere Mitglieder. Freunde und Gönner laden wir zur Besichtigung herzlichst ein. Der Vorstand. Chaim Eitingon 70 Jahre alt Der, weit über Leipzig hinaus, durch seine großangelegten Wohlfahrtswerke, bekannte Herr Chaim Eitingon vollendete vor einigen Tagen sein siebzigstes Lebensjahr. Neben zahlreichen anderen großen Zeugnissen für den (iemeinsinn dieses Wohltäters verdanken vor allein zwei bedeutsame Werke ihm allein ihre Entstehung: die Fz Chaim-SynagOge und das Israelitische Krankenhaus (Fitingon-Sti'tttngi. Mit einer eigenen Ziclbew ußtheit hat dieser eine Mann Synagoge wie Krankenhaus von dem ersten Plane bis zur Vollendung als seine eigensten Schöpfungen durchgeführt und ihnen dadurch ganz das Gepräge ......es Wesens geben können. Line weitere segensreiche Einrichtung, die ihre Gründung diesem sozialen Sinne verdankt, ist die Darlehnsbank t'iir den Mittelstand. Neben all diesen Leistungen, mit denen der Name Eitingon für alle Zeiten verknüpft bleiben wird, sieben noch zahlreiche innerhalb unserer Gemeinde und weit darüber hinaus. Die verschiedensten Stelen unserer Stadt wissen, wieviel Chaim Eitingon und seine Pamilie zur Förderung gemeinnütziger Ziele beigetragen haben: der Rat hat ja auch zum Zeichen der Dankbarkeit einer Straße den Namen des Wohltäters gegeben: eine Ehrung, die selten genug einem Lebenden zuteil wird. Wir möchten dem Jubilar auch an dieser Stelle herzliche Wünsche aussprechen: möge es ihm vergönnt sein, in iingcminderter geistiger und körperlicher Kraft noch lange, lange Jahre segensreich zu wirken zum W ohle unserer Gemeinde, deren Vertretung er ja angehört, und aller der vielen Einrichtungen, deren verständnisvolle Förderung er sielt immer angelegen sein ließ. Anläßlich des siebzigsten Geburtstages erfolgte die Ernennung des Herrn Eitingon zum Ehrenmitglied der Gemeinde, Vorstand und Oemeindevertreter, denen sich die Herren (ieineiiidcrabbiner angeschlossen hatten, versammelten sich mit einer Reihe von Vertretern der Organisationen, denen der Jubilar nahesteht, um die Fhrcniirkiindc zu liberreichen. Herr Vorsteher QoIdSC h m i d t wies in seiner Ansprache auf die großen Verdienste des neuen Ehrenmitgliedes um die Gemeinde hin und sprach als Wunsch der Gemeinde die Hoffnung aus, daß es dem Jubilar vergönnt sein möge, die höchste Auszeichnung, die die Gemeinde zu verleihen habe, noch lange Jahre in eigener Freude und zum Segen der Gemeinde genießen zu können. W eitere Ansprachen hielten Herr Rabbiner Dr. Carlebach für seine Person wie inr den Vorstand der Fz Chalm-Synagoge, Herr Hönigsberg für den Verein „Hikur Chollm", Herr Louis Tu tnpowsk y für die Zionistische Vereinigung für Deutschland und für Leipzig, sowie für den Keren Kajeiueth und den Keren Halessod. Durch den Beschluß der Qemelndekörperschaften, der in der Gemeinde weitesten Widerhall findet, hat die Gemeinde nach fast änderthalblahrzehntelanger Unterbrechung wiederum ein Ehrenmitglied. Es dürfte interessant sein, bei dieser Gelegenheit zu erfahren, welche Persönlichkeiten dieser hohen Auszeichnung seitens der Gemeinde teilhaftig geworden sind. Soweit zu übersehen, ist das erste Ehrenmitglied der Gemeinde der Rabbiner Dr. Adolf Jellinek gewesen. Längere Zeit teilte mit ihm diese Ehre Herr Prof. Dr. Julius Fürst. Von 1*79 an hatte die Gemeinde drei Ehrenmitglieder: zu den Genannten trat Rabbiner Dr. Ludwig Phllippson, Bonn. Seit dein 25. März I**.*. anläßlich seines 25jährigen Amtsjubiläums, Herr Rabbiner l>r. A. M. Gold Sch m i d t. 1890 ernannte die Gemeinde den um den DIQB außerordentlich verdienten Gell. Sanitätsrat Dr. Samuel K r i s t e 11 e r gelegentlich seines 7(1. Geburtstages zum Ehrenmitglied Des weiteren wurde die Ehrenmitgliedschaft tun ihrer Verdienste um die Leipziger Gemeinde willen den Herreu Alexander W erthauer (1890), Jacob Plaut (1893), Alfons Jacobson (1896) und David Magnus (1 verliehen. Fs ist eine Reihe hervorragender Namen, an die sich nun der Name Chaim Eitingon anschließt. Auch an dieser Stelle sei der Wunsch ausgesprochen, daß dem neuen Ehrenmltgliede noch eine stattliche Reihe gesegneter und segenbringender Jahre vergönnt sein möge. Ktoilwerci-( Kakao Schokolade I Pralinen

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