Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 49 (6.12.1929)
- Date
- 1929-12-06
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4876568-5968790-5969127--2855-4880416- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 10 QEMEINDEBLATT DER ISRAELI TISCHEN RIILKiloNSCiUMKINDK ZU LEIPZIG Muiiiiucr 49 Kinderheim Bad Harzburg Villa Jugendglück Das ganze Jahr geöffnet. Hoheit- Schulen am Ort. Ia Referenzen. Hamburger-Sachs. Der Rat des Preußischen Landesverbandes für Entgiftung des innerjüdischen Kampfes Untei Vorsitz des Präsidenten, Herrn Kammergerichtsrai Leo \\ olff, hielt der Qroße Rat des Preußischen Landesverbandes am 20. November eine Sitzung ab. Neben der Erledigung von Personalangelegenhelten u. a. w urde als Nachfolger des verstorbenen Herrn Prot i'nrk Herr Hr. Ismar Freund zum stellvertretenden Präsidenten des Rates gewählt , und Peststellung des Abschlusses für dns Rechnungsjahr 1^2* 2^ und des Haushaltplanes für 1930/31 wurde noch beschlossen, den nächsten Verbandstag aui den 23. März 1930 und folgende l aue einzuberufen. Der Übrige Teil der vom frühen Morgen bis in die zehnte Nachtstunde dauernden Sitzung wurde von einer Besprechung über die Lage des preußischen Judentums ausuciüllt. Sie knüpfte an den Aufruf ..Hilfe durch Aufbau", welcher anläßlich der in Palästina durch Araber verübten Judenmetzeleien von den deutschen Mitgliedern dei Jewish Agency erlassen worden ist, und au die ihm gegenüber veröffentlichte „h'rklärunK deutscher .luden" an. Veranlaßt wurde die Erörterung durch einen an den Rat auf (irund des Artikels l(> der Verlassung des Landesverbandes gelangten Antra« der Fraktion der Jüdischen Volkspartei des Verbandstages, der die sofortige Einberufung des Verbandstages mit der Tagesordnung: „Aussprache über die Lage im preußischen Judentum", forderte. Im Rat begründeten Ministerialdirektor Dr. Hadt und I>r. Sandler. die zugleich Mitglieder des Rates und des Verbandstages sind, den Antra«. Nach langer Aussprache, bei' der die gegensätzlichen Anschauungen oft stark zutagetraten, gelang es. ihr Ergebnis in der folgenden Entschließung zusammenzufassen, mit deren Wortlaut alle Anwesenden einverstanden waren und die demzufolge einstimmig angenommen wurde: „Der Qroße Rat des Preußischen Landesverbandes indischer Gemeinden gibt der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Würde des jüdischen Namens und das Anseilen der deutschen Juden es dringend erfordern, den innerjüdischen Kampl zu entgiften. Die Austragung von Meinungsverschiedenheiten, sei es vor der indischen, sei es vor der nichtjüdischen Oeffentlichkeit, muß ohne jede Minderbewertung einzelner jüdischer Qruppen in staatsbürgerlicher Hinsicht erfolgen. Ebensowenig darf eine Herabsetzung von Qegnern, sofern sie vom Willen zur jüdischen Gemeinschaft erfüllt sind, als luden stattfinden." Nach der einstimmigen Annahme der Entschließung wurde der Antrag der Volkspartei zurückgezogen. Ein jüdischer Museumsverein in Berlin, unter Mitwirkung von Max Liebermann, Georg Bernhard und Theodor Wolff Am Donnerstag, dem 28, November fand im Hotel Kaiserhol die konstituierende Versa m m I u n g des Jüdischen Museumsvereins statt. Eine große Anzahl Im öffentlichen Leben tätiger Mitglieder der indischen (ieineiude Merlin füllte den Saal. Neben Führern der Qemeinde und Qemeindeverbände. wie KammerKcriehtsrat Leo Wolff, Professor Dr. M. Sobernheim. Kommcrzienrat Simon. Dr. Kmar Herren - Hüte Das Beste in allen Preislagen Reise-, Sporl , Yodil , Sdlttler- und Hlnder Pliiizen JUliUS NÜller, Peterssir 30 und Gohlis, Hallische Str. 87—89 In iiohlit auch Waichs Krauatttn und Herrtnartikel □ KARL FRENZEL Leipzig, WindmUhlenstraße 25 Artikel zur Besundheits-, Kranken- und Babyptlege Gummi ttrümpfe / Verbandstoffe / Bidets / Nachtstühle / luft- und Wasserkissen / Fahrstühle Kigcne Werkatiittc für orthopädische Apparate. Kunstglieder, Leibbandugen, Bruchbander usw. / Reelle Preise bei aachgcmaUer Bedienung l"reund u. a. m., sah man zahlreiche Repräsentanten von Wirtschaft. Literatur. Kunst und Wissenschaft im Saale. Der bekannte Schriftsteller Rechtsanwalt S. Qronema im begrüßte die Erschienenen im Namen des Qründungsausschusses und führte aus: Der Museumverein solle nicht nur die Liebe zur Vergangenheit, sondern auch die Hoffnung auf die Zukunft dokumentieren, die Hoffnung, daß das Judentum selbst nicht in ein Museum gehört. Auf Antrag von Qronemann erfolgten die Genehmigung der Satzungen und die Wahl des Vorstandes durch Zuruf. Zum Vorsitzenden wurde Herr Generalkonsul Eugen Landau, zum Schriftführer Dr. Karl Schwarz, zum Schatzmeister Herr Eugen Caspary, zu Beisitzern wurden Adolf Donath, Dr. Max Osborn, Dr. Aron Saudler. Qeorg Uetz und Arnold Zwei« gewählt. Der Vorstand erhielt das Recht, sich durch Heranziehung weiterer Persönlichkeiten zu kooptieren. Generalkonsul Eugen Landau, der nun den Vorsitz übernahm, dankte für seine Wahl zum Vorsitzenden, gegen die er sich im Hinblick auf seinen Gesundheitszustand gewehrt hat, sie aber schließlich annahm, in der Hoffnung, daß die vielen hervorragenden Männer, die den Museumsuedanken mit so viel Sympathie aufgenommen haben, ihn in seiner Arbeit unterstützen werden. Lr schlägt die Wahl von I' rof. M a x L i e be r m a u u z u m Ehrenpräsident e u vor und führt aus. der neugegründete Verein ehrt sich durch diese Wahl selbst. Der Vorschlag wird mit großem Beifall aufgenommen. Nach Verlesung eines Glückwunschtelegramms der Leitung des jüdischen Museumsvereins In Breslau erörtert der Präsident die Aufgaben des Berliner Museumsvereins, die darin bestehen, das allgemeine Interesse für jüdische Kunst und Kultur zu wecken, insbesondere aber die Kunstsammlung der Jüdischen (ieineiude zu Merlin zu fördern und zu einem jüdischen Museum auszubauen. Indem der Verein helfen wird, die jüdische Kultur früherer Zeiten und der Gegenwart in ihren wichtigsten Dokumenten zu erschließen, Schätze zu heben und sie der Allgemeinheil zugänglich zu machen, wird er eine empfindliche Lücke in dem jüdischen Geistesleben ausfüllen. Dr. Max Osborn. der bekannte Kunstkritiker der Ullstein- Blätter, umriß die Geschichte des jüdischen Kunstsammei na; er knüpfte an die erste Ausstellung von Denkmälern jüdischer Kultur und Kunst, die ls*7 in der Albert Hall zu London Stattgefunden hat, charakterisierte die später in Paris unter dein Prolektorat der Baronin Natalie v. Rothschild ausgestellte Sammlung Straus. das LnlMchcii des Wiener und des Präger jüdischen Museums, der Frankfurter und der Breslauer Sammlungen, die Ausstellung von Gegenständen der jüdischen Volkskunst durch die Henry loncs- Loge in Hamburg, die Bestrebungen des NichtJuden Dr. Heinrich Frauberger für Zusammenfassung der gesamten Arbeit der jüdischen Kunst- und Kulturforschung, die Ausstellung jüdischer Kunstdenkmäler iw>7 in Prankfurt a. M. (Im Rothschildschen Geschäftshaus). Die jüdischen Abteilungen im Würzburger Museum Im hessischen Landesmuseum zu Kassel ii. a. m. Schließlich «ab Dr. Osborn eine Darstellung der hochwertigen Kunstsammlung der Merliner Jüdischen (ieineiude. zu der der verstorbene Dresdener Industrielle Alberl Wölfl durch seine großartige Schenkung den Grundstein gelegt hat Diese Schenkung wurde durch die Opferwilligkeil der (ieineiude und die >_........■im-...niiii;:ml; UltiMIH Ml! I MAX SINGER Uhrmacher und Juwelier LEIPZIG C 1 Plauensche Str. 2 Fernspr. 273 27 Gegr. **» * r** e***^^ ü ^--- Uhren Juwelen, Sc hmuck Silber-Bestecke Becher, Schalen, Körbe, Leuchter, Kultusgegenstände besonders preiswert