Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 47 (22.11.1929)
- Date
- 1929-11-22
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 GBMEINDBBLATT DER ISRAELITISCHEN RKLIGIONSGHMrilNDfc ZU LEIPZIG Nuninier 47 und 41), Medizinische Akademie Düsseldorf 13 (Ii und .'). Königsberg 87 (<•! und 26), Staatliche Akademie Braunsberg ». Marburg 24 117*~i111ti 7i, Münster 17 (" und s), PreuBen insgesamt 2454 (1838 und §19). Erlangen zählte nur 26 jüdische Studierende (19 und 7). München .'17 (151 und o<>>. Würzburg 15-' U-'S und 24), Leipzig 209 (174 und 35), Tübingen nur \<> (14 und 5), Prelburg 247 (186 und 91), Heidelberg 362 (235 und 127), Jena 2i> (21 und 5), Gießen 4.* (37 und 6), Hamburg 144 (99 und 45) und Rostock 22 (l'J und 3), Technische Hochschule: Aachen zahlte 9 (8 und l) jüdische Studierende, Berlin 2l>2 (283 und 9), Breslau 24 (22 und 21, Harmover mir 12 überhaupt, darunter keine Frau; auch im Wintersemester 1928 29 gab es in Hannover keine jüdische Studentin, dagegen noch 15 Studenten unseres Qlaubens! PreuBen Insgesamt 337 (325 und 12). München zahlte 29 (2N und 1). Dresden 45 (41 und 4). Stuttgart 16 (13 und M. Karlsruhe M> (lediglich männliche). Darmstadt 48 (desgleichen), Braunschweig 13 (12 und D. Technische Hochschulen des Deutschen Reiches insgesamt: 524 (503 und 21): darunter 2(>° Reichsauslander. An den landwirtschaftlichen Hochschulen studierten li> nur männliche Glaubensgenossen, von denen 15 Ausländer waren. Hie tierarztlichen Hochschulen zahlten die Bergakademien einen ausländischen Studierenden unseres Glaubens, die Handelshochschulen IM (132 und 29). An den pädagogischen Akademien und Instituten in PreuBen, Hessen und Mecklenburg-Schwerin, die einen Ersatz für die «cschlossenen Lehrerseminare darstellen, befanden sich innerhalb einer Gesamtzahl von 1326 (995 und A*l) Studierenden 13 (.< und Kl) indische, von denen je 2 mannliche und weihliche Reichsausländer waren. Jüdische Kredithilfe in Breslau Über Aufbau und Entwicklung des Breslauer „Vereins .Indischer Mittelstandshilfe" wird im neuesten Heft der Zeitschrift „Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge" der folgende auch hier interessierende Bericht veröffentlicht: .im April l(<24 haben einige Brcslauer jüdische Bürger eine Einladung an die Gemeinde, Logen und Privatleute gesandt zwecks Gründung eines Darlehens-Vereines, Zur Qründungsversammlung waren ledoch nur 2n Personen erschienen, Vertreter der von uns eingeladenen Logen und Vereine waren nicht zugegen. Durch intensive Arbeit der damaligen Vorstandsmitglieder war es schon im ersten Jahre möglich, von Privatpersonen Darlehen im Gesamtbeträge von Mk. 16000. zu erhalten. Im ersten Jahre haben wir 110 harlehen im Gesamtbetragt von Mk. 39000. ausgegeben, die bis auf den Betrag von Mk. 500, vereinbarungsgemäß innerhalb 6 Monaten zurückgezahlt wurden sind. Der Höchstbetrag der gegebenen Darlehen war laut QründungsbeschluB Mk. 600. . Die Verwaltungsgebühr betrug Mk.3.60 pro |ih> und Monat, sie wurde iedoch in einzelnen hallen ganz erlaSSen, die RückzahlungSpflichl war ö Monate. Im April I'v25 sahen die Vorstandsmitglieder, dali die wirtschaftlichen Verhältnisse unbedingt eine Ausdehnung unserer sozialen Einrichtung notwendig machen. W ir baten den Vorstand der Synagogen- Gemeinde, die hiesigen Vereine und Logen zu einer Besprechung einzuladen. In dieser Rücksprache sollte auf unseren Verein aufmerksam gemacht werden: die genannten Institute sollten einen Teil ihrer flüssigen Gelder bei uns zu mäßigen Zinssätzen anlegen, damit wir den in uns gestellten größeren Anforderungen genügen konnten, in dlesei V ersammlung erklärten sieh die Herren Kuratoren der l'racnkclschcn Stiftungen, die bis zu Beginn der Inflation eine Darlehenskasse unterhalten hatten, bereit, denjenigen Personen oder Vereinen, die Darlehen ftir die Jüdische Mittelstandshilfe zur Verfügung stellten, eine Qarantie von 75 Prozent zu «eben, außerdem stellten die Herren Kuratoren bereitwilligst ihri Räume und ihre Arbeitskräfte zur Erledigung INGER Nähmaschinen in altbewährten üüte L Weitestgehende ZarUun(Jserleich.teruf:3< Ht Mäßige Monatsraten SINGER NAHMASCHINEN AKTIENGESELLSCHAFT. Singer Lädun überall der Darlehen zur Verfügung, da die Kassensachen durch die Ausdehnung des Vereins von einem Vorstandsmitglicde nicht mehr erledigt werden konnten. W ie notwendig die Weiterarbeit und Ausdehnung unseres Vereines war, ergibt sich daraus, dal; w ir im Jahre 1926 192 Darlehen im Gesamtbeträge von Mk. 85000. , l'>27 223 Darlehen im Gesamtbetrage von .Mk. 115000. und 1928 2s7 Darlehen Im Gesamtbeträge von Mk. 180000, ausgegeben haben. In diesem Jahr: waren es bis 31. Juli 190 Darlehen im Gesamtbeträge von Mk. 120000. . Die Verzinsung ist wie bisher weiter 3,6 Prozent p. a., nur dafi wir seit dem Jahre l°2(> den Höchstbetrag der einzelnen Darlehen auf Mk. 1000. und seit Ende 1927 aul Mk. 15(111. festgesetzt haben. Sämtliche Darlehen müssen durch zwei Bürgen, bzw. durch Effekten oder Wertgegenstände, wie (iokl, Silber, Edelsteine gedeckt sein, nur ein Petra« von Mk. 5000, ist ausgeworfen; hiervon werden Darlehen bis zur Höhe von Mk. 300. an würdige Petenten zinsfrei und ohne Bürgen gegeben. Für den Ausfall aus diesen Darlehen bat die Gemeinde die Bürgschaft übernommen. Wir müssen sagen, daß die Darlehensnehmer stets einwandfreie Bürgen gefunden haben, ferner steht fest, daß dem allergrößten Teil der Darlehensnehmer durch das von der Mittelstandshilfe gegebene (leid geholfen worden ist, dies ist schon daraus zu ersehen, dal! mindestens 95 Prozent die Darlehen selbst zurückgezahlt haben und um von den restlichen 5 Prozent die Bürgen zahlen mußten. Ein Teil der Darlehensnehmer hat nach pünktlicher Rückzahlung wieder Darlehen erhalten. So«ar von den ohne Hürnen cecebciicn Mk. SIKHI. «in«cn die Rückzahlungen pünktlich ein. allerdings ist hier der Betrag in zehnmonatlichen Raten zu zahlen. Die Rückzahlung der Darlehen beginnt überhaupt erst nach zwei Monaten und wird jetzt auch bei «rö- Beren Darlehen von Mk. 1000. bis 1500. auf Wunsch ebenfalls auf in Monate verteilt. Die Darlehens-Kommission, die jeden Mittwoch tagt und aus den Herren Kuratoren der Praenkelschen Stiftungen und (> Herren des Vorstandes der Jüdischen Mittelstandshilfe bestellt, weil! wohl die Würdigkeit der Darlehensnehmer zu beurteilen. Darlehensgesuche, die von Petenten eingehen, die nicht würdig sind und von denen wir wissen, dal! die Bürgen bezahlen müßten, lehnen wir ab. Wir machen die Hürnen auf das. was wir über die Darleheusnehniet wissen bzw. erfahren haben, aufmerksam. Aus dem Iiier Gesagten ist mm zu ersehen, dal! wir einem «rollen Teil unserer hiesigen jüdischen Bürger Existenzen begründet bzw. erhalten haben. Wir «eben jetzt sogar mit dem Gedanken um. die Höhe des jeweiligen Darlehens auf Mk. 2000. zu erhöhen, wenn wir hierbei die Unterstützung der Synagogen-Gemeinde erhalten, die unser Werk bisher in großzügiger Weise gefördert hat." Generalversammlung des Vereins Jüdisches Museum in Breslau Der Verein ...I 0 d isc hes Muse u m E, V." zu Breslau hielt in den Räumen der Spinozaloge in Breslau seine Generalversammlung ab. Aus dem Bericht des Vorsitzenden, Herrn Max Silberher«, «eht hervor, daß der Verein es verstanden hat, aus eigenen Mitteln. Spenden und Leihgaben eine Sammlung jüdischer Kunstgegenstände zusammen zu bringen, die heute schon einen bedeutenden Wert darstellen. Das Museum steht nunmehr eigentlich fern« da, zumal es möglich war. im Schloßmuseum provisorische Ausstellungsräume zur Verfügung zu bekommen. Von den für die Zukunft geplanten Arbeiten dürfte die Oeffentlichkeil interessieren, dal! im März 1930eine Sitzung der „A r h e i t s g e m einschalt für Sa m m I ti u g e u j ü d i - scher Kunst und Altertümer-' in Herlin stattfinden soll. Breslau wird dieser folgende drei Vorschläge machen: i. Regionale Aufteilung zwecks Errichtung eines gemeinsamen photographischen Archivs nach einheitlich festzusetzenden Richtlinien. 2. Regionale Aufteilung für die Sammlung von Kunstgegenständen und daran anschließend eine «rolle Ausstellung aller Museen au einem zentral gelegenen orte, vielleicht Berlin. Schaffung einer Austauschstelle von Doubletten. An die Generalversammlung schloß sich ein Lichtbildervortrag von Studienrat Dr. Willy Coli u (Breslau) über: Das wissenschaftliche Ergebnis der Breslauer Ausstellung „Das Judentum in der Geschieht e Sc h I es Ie n s" und die Möglichkeit seiner Auswertung. Der Verein Jüdisches Museum trat anläßlich des 75]ährigen Bestehens des Jüdisch-Theologischen Seminars zu Breslau mit einer erneuten Ausstellung an die Oeffentlichkeit Die Schau, die im Lichthol des Breslauer Kunstgewerbemuseums außerordentlich eindrucksvoll zusammengestellt ist, umfaßt vor allem eine Reihe von Textilien, die im Kultus Verwendung fanden. Ms sind oft Gegenstände, die durch die