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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1929-11-08 · 45 (8.11.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
5 (1929)
Issue
45 (8.11.1929)
Date
1929-11-08
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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8. November 1929 GKMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 9 c Spezialgeschäft in Perser-Teppichen * Orient-Gabai, LeipzigC1 *J Schuhmachergasse 2a / Meßpalast Specks-Hof Perser-Brücken von rm 68.- an Gr. Zimmer-Teppiche von rm 350.- sowie Kelims, Tischdecken in großer Auswahl. Erstklassige Qualitäten Besichtigung und Auswahlsendung kostenlos und ohne Kaufzwang an ausbilden, die in Kolonien tiitin sind: außerdem wird am Hostel ein zweimonatiger Kursus für die eingewanderte Frau abgehalten. Das Problem der Kindererziehung der berufstätigen Frau ist Gegenstand besonderer Aufmerksamkeil in Palastina. Hervorragendes leisten in dieser Beziehung die Kwuzoth (Qemekischaftssiedlungen) und die von der Hadassahorganisatlon geleiteten Kindergarten. Den mit großem Interesse aufgenommenen Ausführungen lolgte eine rene Diskussion, an der sieh die Damen Brenner, H. Chamlzer, Kolin. Kaufmann, Neumann und RablllOWitSCh beteiligten, der Vorschlag von Frau H. Chaitrizcr, Arbeltsgemeinschaften zu errichten, die kulturellen und sozialen Aufnahen in Palästina dienen sollen, tanden Zustimmung. Der Vortrag trug durch seine klare Sachlichkeit erheblich bei, die Kenntnis der Verhältnisse in Palästina bei den luden in der Diaspora zu vertiefen, und es sollen diesem Vortrage weitere Veranstaltungen auf der gleichen neutralen Grundlage folgen, damit wir dem erstrebten Ziele, sich gegenseitig kennen und verstellen zu lernen, immer näher kommen, und damit die leider noch hier und da bestehende Gegnerschaft aus Unkenntnis wohlwollender Forderung Platz machte. S. Martin Buber: Die Bibel und das persönliche Leben Für viele ein Erlebnis, für alle eine ungewöhnlich bedeutsame Stunde «ab der Vortrag, den Martin Huber aio Montau, den 4. November, hier gehalten hat. Der Jüdische Frauenbund, Ortsgruppe Leipzig, der den Abend gemeinsam mit dein Schwestern-Hund der Leipzig-Loge und dem Jüdischen Jugendring Leipzig veranstaltete, hat seine Reibe außerordentlich beifällig aufgenommener Darbietungen um eine unvergeßliche und geistig so wertvolle Veranstaltung bereichert. Aus der überreichen Fülle der Gedanken, die Huber zu dem Thema entwickelte, lassen sich in der hier gebotenen Kürze nur wenige Linien aufzeichnen. Immer ist die Hibel mit dem Anspruch aufgetreten, daü mau persönlich zu ihr Stellung gewinnt Unsere Zeit ignoriert die Hibel. |a ist vielleicht durch eine organisierte Flucht vor der Hibel gekennzeichnet Doch I9ßt sich schon jetzt der Zeitpunkt ahnen, in dem der Mensch sich der Hibel wieder zuwendet, als dem Buche, das ihn zu heilen vermag. Dies kann jedoch nur geschehen, wenn mau sich ganz der Hibel überläßt Nicht durch den Intellekt kann der moderne Mensch in ein Verhältnis zur Hibel gelangen, weil sie ihm dann etwas Fremdartiges bleibt. Aber icdein. der mit der Ganzheit des persönlichen Lehens sie zu erfassen sucht, macht sie ein Anderes kund und gibt sie eine andere Wirkung, ein andere lösende und erlösende Wirkung auf sein persönliches Lehen. Die Hibel berichtet, berichtet auch da. wo sie nicht erzählt, denn in all ihren Teilen ist sie Außengestalt für die in ihr ertönende Stimme, ist sie Zwiesprache zwischen Gott und dem Geschaffenen. In drei Stufen vollzieh! sich dieser Bericht: Schöpfung, Offenbarung und Erlösung. Hei der Schöpfung richtet sich die Stimme an das Nichts, aus dem erst durch diese Stimme das Werdende sich entfallet. Hei der Offenbarung ist für die Stimme schon das Ohr vorhanden. Die Stimme redet auf das schon vorhandene Leben ZU, und die Kreatur kann antworten. Die vollkommene Zwiesprache isi eist die Erlösung, das Zusammenwirken von Oben und Unten. I'ür den heutigen Menschen ist es sehr schwer, au diesen Dreiklang zu glauben, zu glauben, daß dies die Wirklichkeit ist. Hinsichtlich der Schöpfung stein der herrschende Glaube au die Entwicklung entgegen. Die moderne Seelenlehre will nichts davon wissen, dal! von anderswoher an den Menschen eine Offenbarung herankommt, als etwas, was nicht in ihm war. Am wenigsten ist er geneigt, au eine Erlösung zu glauben, da ihn die Anschauung von dem ewigen Wiederkehren des schon Gewesenen nicht zu der Überzeugung kommen läßt, dal! es einmal eine Zeit neben könne, in der ein ganz anderer Mensch in einer ganz anderen Welt ein ganz anderes Leben haben könne. (deich wohl isl auch heule schon zu sehen, daß auch der moderne Mensch noch einen Zunann zur Hibel linden kann, allerdings nur. wenn er ihn von seiner eigenen Person aus sucht. Um ihn zu betreten, soll der Mensch sich vergegenwärtigen, dall jeder Einzelne ein einmaliges Wesen ist. In dem Gedanken au die Einzigkeil jeder Person finde! er das, was die Hibel Schöpfung nennt. Zu der Stute der Offenbarung wird er ein Verhältnis gewinnen, wenn er hei irgendeinem Geschehen seines Lebens hört, was aus diesem ihm Widerfahrenen zu ihm spricht: das Ohr unserer Seele ist so gebaut, dal! es bei einet Schickung die, allerdings unübersetzbare. Sprache dessen zu hören vermag, von dem sie ausgeht Und was die Bibel als Erlösung verkündet, vermag der Mensch zu ahnen, der aus einem Moment tiefster Verzweiflung den Wen zum Lehen und zu sich selber wiederfand. — Wer so von seiner Person aus den Wen zur Hibel findet, wird ihre Wirkung darin erkennen, dall sie dem Zerfall, der den modernen Menschen bedroht, entgegenwirkt Geist und Wirklichkeit, ilie einzelnen Lebensbezirke. Ich und Welt, fallen dem heutigen Menschen auseinander, und vielleicht das Schlimmste ist das Auseinanderfallen des Lebens in einzelne Momente. Die Hibel wirkt dem entgegen, indem sie den Menschen als eine Ganzheit, sein Leben als ein nicht bloß In dem Herausgehobenen, sondern auch im Alltag Geheiligtes zeint. So führt sie zu der einzig wahren Beziehung zur Gottheit. die uns die göttliche Stimme wahrhaft vernehmen läßt Siumfeier in der Talmud Thora Donnerstag, den 31. Oktober, abends, war die Färberstraße A in den oberen Räumen hell erleuchtet. Im Sitzungszimmer des Vereins Atiawas Thora war der Tisch reichlich gedeckt und eine Schar lunger Menschen nahmen am Festessen teil. Auch ich wurde aufgefordert, mich zu waschen und an der Sudas Mizwoh teilzunehmen. Line Klasse der Talmud Thora halle die Qemoro P0»J gelernt und feierte jetzt den Slum. Herr Rabbiner Feldmann lernte den Schluß dieser nSOBVOr und hieb anschließend daran eine Ansprache an die Jugend, in der er diese aufforderte, sich dem gelernten Traktate entsprechend (PD'J). zu scheiden von allen bösen Taten und Eigenschaften und dein neu Beginnenden entsprechend 'myi3t?l unseren Schwur auf dem Herne Sinai einzuhalten. Insbesondere aber auch das Gelernte MAX SINGER Uhrmacher und Juwelier LEIPZIG C 1 Plauensche Str. 2 Fernspr. 2 AI 2 7 d0 Gegr. 1906 ,te \t> e -n1 , ° ^— Uhren Juwelen, Schmuck Silber-Bestecke Becher, Schalen, Körbe, Leuchter, Kultusgegenstände besonders preiswert Poetzsch-Kaffee billiger! r% _ A _ 1 1 W ... t. ....! Detail-Verkauf Hainstr. 16/18 - Königsplatz 13 - Grimm. Steinweg 20

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