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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1929-09-27 · 39 (27.9.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
5 (1929)
Issue
39 (27.9.1929)
Date
1929-09-27
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seite t"> GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer Decken Sie Ihren Bedarf rechtzeitig vor den Feiertagen! Buchhandlung II. W. Kaufmann lelpzltf, Bruni e, lelephon 2300» Richard Poetzsch empfiehlt seinen vorzüglichen 4 KAFFEE ♦ Detail-Verkauf Hainstr. 16/18 - Königsplatz 13 - Grimm. Steinweg 20 Zum Neuen Jahr neuen Boden! Hunderttausende .luden haben In den großen Kundgebungen anläßlich der erschütternden Ereignisse zum Ausdruck gebracht, daß sie wahre Hilfe, daß sie dauernde Sicherung des Werkes nicht in der Gutmachung der Schäden allein sehen, sondern in verstärkter Förderung di s Aufbans. 150 000 Mark muß das deutsche Judentum bei der Rosch-Haschanah-Aktion für den Keren Kajemeth aufbringen. Helfen auch Sic mit. dieses Ziel zu erreichen! Gratulieren Sie Ihren Freunden und Verwandten durch eine R o s c h - H a s c h a n a h - G1 ü c k w u n s c h - A b I ö s u n g s - Spende iiir den Keren Kajemeth Leiisrael. Sämtliche dem Keren Kajemeth übermittelten Spenden werden an eser Stelle namentlich veröffentlicht. Spendenannahme: Sekretariat Leipzig, Keilstr, A, Telefon 10211. Postscheckkonto Leipzig 53 341. Unsere Gemeinde Cersonainachricht Unseren vicnvöchcntlichen Bericht über die Feier des siebzigsten Geburtstages des Herrn Paul Oelberg möchten wir in einem esentlichen Punkte ergingen: Herr Bankier Breslauer überleite in herzlichen Worten dem Jubilar die Wünsche des Vordes der israelitischen Religionsgemeinde als Ausdruck warmen Dankes für die Treue und den Genieiiisinn, den dieser als Gemeindeverordneter wie auch im Ehrendienste der Gemeinde seit vielen '.ihren betätigt. Ta<[unjt des Deutschen Zweiges der Frauenliga für Frieden und Freiheit Die Verbundenheit der Juden mit allen dem Frieden dienenden Bestrebungen, die erst jüngst durch Gründung des Jüdischen Friedens* bundes ihren Ausdruck gefunden hat, lenkt unsere Aufmerksamkeit auch aui die vom |.—3. Oktober in Leipzig stattfindende Tagung der Prauenliga für Frieden und Freiheit. Besonders sei auch an dieser Stehe auf eine öffentliche Versammlung hingewiesen, die am 2. Oktober im Volks hause stattfindet mit dem Thema: Giftgas über L c i p z i g. Herren - Httie Das Bette in allen Preislagen Reise-, Sport , Yodit , SctiUler und Kinder niiUien JUllOS llflller, Petersstr.30 und Gohlis, Hallische Str. 87—89 In (MUb auch Wäicht, Kran-alten und Herrtnamkrl Eingesandt (Für diesen Teil der Veröffentlichungen übernimmt die Sehriftleitun. nur die prcßgcsetzlichc Verantwortung.) Erklärung In einer Leipziger Jüdischen Zeitung, sowie wahrscheinlich i anderen jüdischen Blättern, veröffentlicht der Weltverband „Schomn Schabbos" einen offiziellen Artikel, der sich auch mit meiner Pcrso beschäftigt. Es ist davon die Rede, daß Ich, um endlich einmal ein Entscheidung herbeizuführen, die ja auch tatsächlich erfolgt ist. meinen Sohn vom Unterricht an Sabbaten und Feiertagen zurück gehalten habe. Es wird mitgeteilt, daß ich auf gerichtlichem Weg. nicht durchgedrungen sei, und der Bericht fährt fort: „Es ließ sich überdies im Verlaufe dieses Prozesses der Nach weis nicht erbringen,daBdas vom Schulunterrich ferngehaltene Kind wirklich einem (!) Gottesdienst beigewohnt habe, was nach der Passung des Gesetzes das wesentliche Kriterium bildet." Der Weltverband „Schomrc Schabbos" beliebt es so darzustellen als ob ich zwar mein Kind aus der Schule behalten, es aber nicht in den Gottesdienst geschickt hätte und keinen Nachweis hierfür führen konnte, als man ihn von mir verlangte. Es dürfte wohl jeder mit mir übereinstimmen, daß das die schlimmste Beleidigung für einen Rabbiner ist, die es geben kann, wenn man ihm nachsagt, daß er einerseits nicht einmal seine eigenen Kinder In die Synagoge schickt, anderseits über die Beweggründe seines Handelns den Staat täuscht. Ich habe dazu zu erklären, daß der Nachweis für einen tatsächlichen Besuch des Gottesdienstes seitens meines Kindes im Laufe der Prozesse niemals verlangt worden ist, daß er aber, wenn solches geschehen wäre, jederzeit hätte geführt werden können. Ich kenne Herrn Dr. S. Grünbcrg, den Vorsitzenden des Weltverbandcs „Schomre Schabbos", der für den Artikel verantwortlich zeichnet, nicht, und ebensowenig kennt er mich und meine Kinder. Ich bedauere außerordentlich, daß er unwahren Berichten von Hintermännern in Leipzig ohne eigene Nachprüfung gefolgt und ihnen so zum Opfer gefallen ist. Aus begreiflichen Gründen will ich die mir zur Verfügung stehenden weiteren Mittel nicht ergreifen, aber als Gemeinderabbincr muß ich mich in der Oeffentlichkeit gegen den innerhalb meiner Gemeinde erhobenen Vorwurf wehren, daß ich meine Kinder nicht in die Synagoge schieke. Br. Felix Qoldmann, Qemelnderabblner. Amtl. Bekanntmachungen der Israelitischen Rellgrionssremelnde, Leipzig Kleiderablage in der Gemeindesynagoge an den hohen Feiertagen Die in der Kleiderablage der Gemeindesynagoge abgegebenen Kleidungsstücke werden sorgfältig bewahrt und an den Berechtigten gegen Rückgabe der ihm ausgehändigten Marke ausgefolgt. Es wird daher strengstens untersagt, Kleidungsstücke eigenmächtig selbst zu entnehmen. Die den Dienst versehenden Personen sind streng angewiesen, gemäß dieser Bestimmung zu verfahren. Indessen müssen wir ablehnen, für das Abhandenkommen von Kleidungsstücken irgendwelche Haftung zu übernehmen. Wir machen darauf aufmerksam, daß es dem Bedienungspersonal der Garderoben in der Gemeindesynagoge strengstens verboten ist, Zylinderhfite zur Aufbewahrung anzunehmen. Leipzig, den 23. September 1920. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemcinde zu Leipzig. Feiertagsruhe! Es wird von allen maßgebenden Seiten besonderer Wert darauf gelegt, daß an den hohen Feiertagen alle Ansammlungen vor den Gotteshäusern unterbleiben, damit nicht radaulustige Personen in Versuchung geführt werden, die Ruhe zu stören. Auf Veranlassung der Gemeindeverwaltung werden die Mitglieder des Reichsbtindcs jüdischer Frontsoldaten und des Bundes jüdischer Frontsoldaten der ehemaligen österreichisch-ungarischen Armee vor den Gotteshäusern für Ruhe und Ordnung sorgen. Leipzig, den 23. September 1929. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig.

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