Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 28 (12.7.1929)
- Date
- 1929-07-12
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4876568-5968790-5969103--2561-4880143- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
,2. iull 1929 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 5 Der größte Vorteil meines Ausverkaufs Musterpaare bester Fabrikate 5.°° 7.so 9.3° IX.11015,r 1S.B0 PETERSSTR. 4 HERZ-ECKE* 9£of\ TYIQ nc gel Int eri mii Du iiiircii wie des Bcth-Din müsse die RcpräscntantenvcrsammlunK >rl werden. Er appelliert an die jetzt herrschende Mehrheit, die resseil der Liberalen nicht außeracht EU lassen, die einen intcrenden Bestandteil des Berliner Judentums bilden. Türk schließt einem mit allscitiKcm Beifall aufgenommenen Bekenntnis zur leltSgemeinde. Dr. Kollcnscher (Gemeinde-Vorst.) begründet die Schulpolitik des Vorstandes. Nach der drohenden Auflösung der beiden Gemeinde- Mi telschnlen infolge der vcrändcrlcn allgemeinen Schulsituation bedeuteten die VolksschulKründuiißen eine Lebensnotwendigkeit für S< ilsystem und Aufhau der Geincindc. Rabbiner Dr. Weiße (Religiöse Mittelpartei) begrüßt den neuen Oi -t des Willens zu Kemeinsamcr Arbeit und zur Ausschaltung verm< Jbarer Konfliktstoffe. Er wünscht eine positive Schulpolitik. Jede Synagoge muß eine besondere an Sabbath- und Pesttagen offen zu li.i ende Bibliothek und Lesehalle haben. Er schildert dann die v weren und vielfältigen Aufgaben eines großstädtischen Rabbiners. Moritz A. Loch (kons.) tritt der Auffassung entgegen, als vern ilc eine jüdische Schule weniger allgemeines Kulturgut als andere Schulen. Redner wünscht Drucklegung des Etats und reinliche Sehetd>ii« der persönlichen und der sachlichen Positionen. Miniterialrat Goslar (Volkspartei) weist auf die Gefahren des * rtsehaftlichen Antisemitismus für den wirtschaftlichen und RcistiRen 13 ^and der GcmeindcmitKlieder und damit der Gemeinde selbst hin. Ii r habe die Gemeindearbeit einzusetzen. — Die Anregung Dr. Weißes will Goslar mit dem Bialikschen Gedanken des „Oneg Schabbs" und damit mit einer Belebung des Sabbathgedankens vereinen. Waldmann (Volkspartei) setzt sich mit der liberalen Ideologie;i -.einander und bekennt aus der Distanz, die er als Ausländer habe. c I sich moralisch und KcistiK vieles in bezu« auf jüdischen Lcbens- « llen und jüdisches Selbstbewußtsein in Deutschland in den letzten I hren gebessert habe. Ehrcnreieh (IIb.) nimmt abschließend zu den EraKcn des Palü- - Itaaufbaues negativ Stellung. Damit ist die Generaldebatte beendet. I n jüdisches Tuberkulosenheim, ein Nerven kranken heim, ein Asyl für Obdachlose in Berlin Die Repräsentanten Dr. Klee, Löwe, Goslar, Rau und Genossen 1 ben namens der Fraktion der Jüdischen Volkspartei in der Re- I Isentantenversanimlung der Jüdischen Gemeinde AntrüKe auf Eri htung eines Tubcrkulosenheinis und eines Heimes für Nervenkranke, weiter auf Errichtung eines Asyls für Obdachlose, insbesondere für durchreisende Obdachlose, eingebracht. Bie Anträge wurden von der Repräsentantenversammlung einstimmig angenommen. Das Kinderheim Im Solbade Eimen geht mit seinen Gebäuden auf den Etat der Gemeinde über. Die Jüdische Gemeinde wird Im Solbade Eimen jährlich etwa -1(11) bis 500 Kinder zu Heilungszwecken unterhalten können. Hilfsverein der deutschen Juden In der letzten Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses des Hilfsvereins der Deutschen Juden in Berlin unter Vorsitz von Herrn Dr. James Simon an der unter andertn Willy Breyfus, Selmar Fehr, Berthold Israel, Dr. Bernhard Kahn, Generalkonsul Eugen Landau, Alfred Leonhard Tictz (Köln). Ernst Wallach, Max M. Warburg (Hamburg) und Frau Alice Well teilnahmen, kam eine Reihe wichtiger Probleme zur Besprechung. Herr Warburg wies unter Darlegung der Eindrücke von seiner Palästinareise auf Arbeitsmöglichkelten für den Hllfsverein In Palästina hin. Besonderes Interesse erweckte die Anregung, das Technikum In Haifa, das noch heute als Symbol der Hilfsvercinsarbeit in Palästina «ilt, aufs neue zu fördern. Generalsekretär Dr. M. Wischnitzer berichtete über seine Studienreise nach Rumän i e n. Trotz der Besserun« der politischen Zustände ist die wirtschaftliche Lage der Juden außerordentlich kritisch. Es herrscht vielfach große Not, besonders in Bessarabien. Der Hilfsverein hat bereits vor einiger Zeit größere Bcträne für das Hilfswerk in B e s s a r a b i e n abgeführt Es gilt aber, den Juden Rumäniens auch konstruktive Hilfe zu bringen, sie bei dem notwendig gewordenen ökonomischen Umschlchtungsprozefi zu beraten und zu unterstützen. Sehr wesentlich ist auch die Förderung des Schulwesens, das der Hilfsverein vor dem Kriege bereits unterstützt hat. Der Geschäftsführende Ausschuß bewilligte zunächst M. 30IKMI für die kulturelle Arbeit in Rumänien und M. 100000 für die sanitären Einrichtungen in den jüdischen Kolonien in Südrußland. Zwei Ambulatorien des Hilfsvereins, in der Krim und in der Ukraine, sind bereits im Bau. Durch eine umfassende Auswandererfürsorge, die infolge der NachkrioKsverh.il::-:«>..' besonder« kompliziert ist und die er im engsten Einvernehmen mit Reichs- und Landesbehörden durchführt, entlastet der Hilfsverein in erheblichem Maße die bestehenden Wohlfahrtsinstitutionen innerhalb Deutschlands. CT Centrai-Theater -BETRIEBE LEIPZIG Anton Schneider / Dittrichring 19 CT-KAFFEE-RESTAURANT Gastspiel der Kapelle Ernö Geiger aus Wien CT-CASINO-TANZCABARET Ilse van Wyk . Engelbert Milde ■ Duo Orloffs Täglich 5-Uhr-Tce bei freiem Eintritt / Kein Gedeckzwang!