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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1929-06-14 · 24 (14.6.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
5 (1929)
Issue
24 (14.6.1929)
Date
1929-06-14
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer 24 reichen M e g i 11 o t Ii - E s t e r, drei durch Stiche illuminierte Stücke, die;ille auf eine Vorlage zurückgehen. Kine Kopie läßt sich wegen einer Randleiste mühelos als eine spätere Arbeit, und zwar als eine der Zeit um 1800, feststellen; die anderen sind wohl dem 17. Jahrhundert zuzuschreiben (Abbildung siehe in Mitteilung V VI, Abb. 12), sie unterscheiden sich im wesentlichen durch die farbige Ausmalung der Bilder voneinander. Diejenige, deren Bildwerk nicht ausgemalt ist, läßt an den linden der fünf Lagen jeweils einen Künstlernamen erkennen, der jedoch durch Rasur und Übermalung fast unkenntlich geworden ist. Durch Zufall wurde dem Museum unlängst jedoch eine ähnliche Megillah angeboten, die den Namen Griselini noch deutlich zeigte, und durch Vergleich mit dem ausgestellten Stück ergab auch dort die Lesung der noch vorhandenen Reste Griselini. Schon vorher war jedoch der Zusammenhang zwischen dem letzten Bild der beiden älteren Megilioth und Darstellung des Einzugs des Messias in Jerusalem, wie ihn Haggadah Bragadinis bringt, aufgefallen. Wenn Griselini all dings in dessen Werkstatt tätig war, so darf diese Entlehr nicht verwunderlich erscheinen. Wann der Künstler bei Bn dini gearbeitet und wo er sonst noch gewirkt hat, das entz sich bisher noch unserer Kenntnis. Auch über sein Lei wissen wir nichts, jedenfalls findet sich in dem Singer.se Handbuch kein weiterer Vermerk, so daß die Feststellung \ terer signierter Arbeiten seiner Hand wohl nächst Akten schung in Italien der allein mögliche Weg zur Feststell dieses Illustrators jüdischer Bücher sein dürfte. Vielleicht fahren wir auch einmal auf diese Weise, ob Griselini Jude wesen ist, und ob er nicht im Bereich des Judentums i Schule gebildet hat. ler Jie ir« >t| >'aäht >en len AUFRUF! Für mirV das Erbgut (Jos jüdischen Volkes durch minn pp' den Thorafonds des jüdischen Volkes mm jna Jon In den Tagen der geistigen Gehurt des jüdischen Volkes! Unter dieser Devise stehe die erste Sivvanwoelie, daß die myatt Aktion 5689 unter der Mitwirkung aller zu einem vollen Erfolg für die heilige Sache werde. H a m b u r g, Ende .1 jar 5689. Landcsdirc ktorium des „K c r c n H a t o r a h" in Deutsch! a n d. Wem gab Gott die Thora? Die Meehilta zu T\bv2 beantwortet uns die Präge, wem die Thora, deren Fest wir nun feiern, eigentlich gegeben wurde, in zweifacher Weise. Einmal — zu VI II. 17, — heißt es: •navui ^aut anb piwi inn '"»ix1? »b* wwrS rtwn RHU und an anderer Stelle — XVI 4 — steht •narw '^oix dm^ B"3vi jan ibwvb x^>x vm1? imnn natu x1? Vielleicht sind diese verschiedenen Texte nur Versehen der Abschreiber, vielleicht aber auch hat uns jedes Wort etwas anderes ku sagen, Erkenntnisse, deren Begreifen und Lehren, deren Befolgung allein nur erst zu rechter Feier der mm |rta JOt berechtigen. Zu richtiger Erforschung wurde die Thora nur gegeben denen, die mit dem Man gespeist wurden und den diesen gleichenden Genießern der rtanni Der Sinn dieses Wortes ist klar verständlich, wenn wir es auf eine einfachere Formel bringen: Nur, wer einen sorgenfreien Kopf hat, kann gründlich lernen. Dem Geschlecht der Wüste kam seine Nahrung vom Himmel, Gott spendete sie. ..jeden Tag die Tagesportion!" Kein Kampf um die riDJID brauchte den Sinn zu beschweren, alles Denken konnte auf die eine Aufgabe hingelenkt werden: n*VWD PmV Und in genau der gleichen Weise wie diese JDH "^SIX konnten ROWOT «foUU die Priester, die vom Tische Gottes aßen, in sorgenfreier, der Not des Tages abgewandter Hingebung sich mit der Lehre beschäftigen und so, und nur so, Vollendung in ihrem Studium erreichen. Fs lag im Plane der gottlichen Vorsehung, dem Trager der Thora die Last des Tages von der Schulter zu nehmen. Viele Stellen Im Talmud bezeugen dies: „Wer das .loch der Lehre auf sich nin von dem nimmt man die Steuern der Regierung und die Lasten Erwerbes". (Owaus.) „Der Gott, Der Leben gibt, Der gibt auch, wovon zu leben." Und gibts gewiß dem. welcher Seiner Lehre I Kann es ihm ebenso gehen, wie Fr das Man gab in der Wüste, Fr EllJatlU durch die Rahen speisen ließ. Weshalb aber finden wir dennoch soviel Armut auch und gerade unter den Trägern der Thora, daß uns die Malmung wird: „Habel acht auf die Söhne der Armen, von ihnen geht die Thora aus?" hie zweite Lesart unserer XD^'DO mag uns die Autwort darauf geben. Ursprünglich wollte Gott die Thora nur |8fl ^>3)X geh Menschen, frei von dem Kampf um die nono* Er wolle die Träi der Thora frei lassen für alle Zeiten von diesen Sorgen. Die Könige im Reiche des Geistes sollten in Wahrheit J'Hin 'J3 sein, frei, unabhängig und auf Niemandes Opferfreudigkeit und Geh - bereitschaft angewiesen. Was aber wäre die Folge gewesen? Die mm '33 hätten ein Reich für sich gebildet, in keinerlei Beziehung zur „Masse" gesti - den, und die „Masse" wäre, ohne jede Verbindung mit der Thora und ihren Kindern, verwildert. Da hat (so deutet es eine Auslegung des D'Jl py» dem anscheinend nur diese zweite Lesart vorlag) göttliche Vorsehung die Bestimmung geändert: "»^oix unb ö**JBM na)in- W e 11 e r h I n sollen die D'osn 'Ta^n n I c h I m e i> r mit dem M a n gespeist werden, dasderHim me I unmittelbar seh e n k t. sondern mit der naTHV die de r L a n d in a n n, der Dauer, von seinem F r t r a g bereitstellt. Daduri h wird auch der schlichte Mann aus dem Volke, indem er die Sorg für den Lebensunterhalt der Thoramenschen mitträgt, hlneinbezoi in die Sphäre der Geistigkeit und Gottnähe: er hat Anteil am Wirk, des Thoraträgers, Sehiilun ist der Genosse der Issachar, Simon der Bruder des Asarjo! Mit der Unterstützung der Thora. ihrer Lehrer und Jünger, ist e ebenso wie mit der göttlichen Vorschrift, daß die Leviten die heilif Lade auf der Sdm|ter tragen sollen. Nur darum tragen die Leviti den |V1X, daß er, kraft des Gesetzes, das in ihm ruht, die Levite trage und hochhebe und mit dem Bewußtsein schmücke, Diener an Höchsten sein zu dürfen. Denn in Wahrheit ist es ja so VWU MX RVUI Daß sie die D'ODn "»TO^n unterstützen, dur, ihre Leistung erhalten d ü r f e n, das müssen alle begreifen, welch ihre naiin geben, sie müssen wissen, daß Gott bmw MX ni3TL die Thora statt den Jonl^SIX den noim ^DIX gab. Möge unsere, des Keren Hatorah diesjährige SchowUBUS-Aktlo in allen Kreisen und Schichten Israels, bei reich und arm. bei hocl und gering, solche verständnisvolle Mithelfer finden, die g I ü c k I ic I sind. Mitträger der heiligen Lade. Spender der rtonn für die Thora Häuser / Hypotheken / Hausverwaltungen REIMANN & KIRMSE / LEIPZIG LEPLAYSTRASSE 3 GEGRÜNDET 1907 FERNRUF 23576

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