Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 21 (24.5.1929)
- Date
- 1929-05-24
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Mal 1020 (ILMniNDL'BI.ATT DF.R ISRAHLITIsnil-N RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 5 8, Wir Wullen sabbattreue Kaufleute und Handwerker zu Qeiii senschaften zum Zweck der Sabbathilfe zusammenschließen. 9, Wir wollen durch Austausch von Kräften und Erfahrunsen i Land zu Land die Unterbringung sabbattreuer Angestellter erk htern. 10, Wir wollen jüdische Organisationen, wie Agro-Jolnt, ort U amlcre Im Sinne unserer Bestrebungen beeinflussen und die 0 indung von Schomre-Schabbos-Siedlungen anregen. iL Wir wollen die Wochenend- und Ähnliche auf Fünftagewoche 1 iide Bewegungen fördern, damil auch der Sabbat neben dein Si Ulan arbeitsfrei wird. 12. Wir wollen durch Anregungen geistiger An zur Vertiefung ii Verbreitung der Sabbat-Idee beitragen. Über die endgültigen Mittel und Wege zur Verwirklichung dl er Ideen und Aufgaben wird s. (i. w. ein zu diesem Zweck , lens einzuberufender Weltkongreß" beraten. Daraus ist zu ersehen, welche Fülle von Aufgaben uuserqr harrt dem Sabbatideal Erfüllungsmöglichkeiten bietet. Allerdings k. neu wir das Ziel nur erreichen, wenn wir die Unterstützung aller d r finden, denen die religiöse, nationale und soziale Bedeutung di Sabbat Herzensüberzeugung ist. Wir richten daher unseren •V >cll an die gesamte jüdische Öffentlichkeit, durch Massenbeitritt / Verwirklichung unserer Ziele beizutragen. Wir bemerken jedoch, dali die Mitgliedschaft unseres Verbandes Ki ne Ablösung der Beitragsleistung zu den Stcllenvermlttlungsi. einen Sehomre-Schabbos bedeutet, da diese Vereine ihre wert- \ le Tätigkeit unverändert weiterführen. Die Organisierungsarbeit unseres Weltvcrbandes in allen Ländern ist im (lause. Beitrittserklärungen sind an das Sekretariat. Berlin NW 40, Thomasiusstr. 7 i>tr.. Geldsendungen auf das Postv eckkonto 498 M (Abramczyk für Weltverband) zu adressieren. Oer Arbeitsausschuß: Dozent I>r. Samuel Qrünberg, Vor- - ender: Hr. Emil Hirsch. Dr. P. Sulzberger, stellvertrede Vorsitzende; Rabbiner l»r. "ri. Klein, Allred Marcus, I Werner Silberstein, Ministerialrat Ii. (i o s I a r , A b r a m - ( v k (Schatzmeister). Unsere Gemeinde Haupt Versammlung des Jüdischen Fauenbundes, Ortsgruppe Leipzig Am Montag, den 13 Mai fand die diesjährige Hauptversammlung d r Ortsgrupe Leipzig des Jüdischen Frauenbundes statt. Die Vorzende wies in ihren begrüßenden Worten daraul hin, daß oft selbst nerhalb einer Ortsgruppe die auf Spezialgebiete verteilte Arbeit, sonders da, wo o sieb um soziale Tätigkeil bandelt, nur denen In len Einzelheiten bekannt sei. die diese Arbeit selbst leisten. Zweck r Hauptversammlung sei es u. a.. die Vielseitigkeit der Arbeit ' inzentriert zum Ausdruck zu bringen. Anschaulicher als in einem 1 csamtberichl wird die Vielhell der Arbeit in den Einzelberichten r einzelnen Trägerinnen der verschiedenen Arbeitsgebiete deutlich, .irnin soll jede Leiterin eines Arbeitszweiges gesondert Bericht eratteu. Zunächst erfolgte ein Bericht über die V o r t ra gs v e ran stallt ngen des letzten Winters: Frau Anna N e u in a n u : Unsere rüsten Pesttage. Frl. Dr. Flse Adler: Führung durch die Austellung: Richtige Ernährung. Frau Hadassah Chamlzer: Der all Maurizlus vom jiidiseben Standpunkte gesehen. Frau Dr. Dura dlnger (Frankfurt a. M.): Richtungen und Strömungen in der lodernen Frauenliteratur. - Frau Else Colin: Probleme der jüdieben Frau des Ostens. Frau Bettina Brenner: Ueberparteiliche, uterkonfessionelle, internationale Frauenarbeit. Frau Johanne Meyer (Berlin): Praktische Forderungen der Bevölkerungspolitik. Frau Dr. Hertha Badt-Strauß (Berlin): Ein altes jüdisches Prauenbuch. Frau Bettina B r e u n e r: Die bevorstehenden, «rollen ragungen. Außerdem Fanden zwei Abendveranstaltungen stau mit folgenden Referaten: Herr I >r. Ernst I o low! c z : Erziehung der Eltern. Herr Dozent Dr. J. Meinen......> (Breslau): Di«. Heiligung des Liebe-. erlebcns durch die jüdische Weltauffassung. Ferner eine Sonderveranstaltung für die Jugend, in der Frau Dr. iur. Rebecca Za d i k (Hamburg) über „Die Berufswahl der weiblichen lüdischen Jugend" referierte. Zum ersten Male fand auch ein „Märchennachmittag" für die Kinder der Mitglieder statt, au dun I ran Hadassah C Ii a m i z e r Märchen, die sie selbst aus dein Hebräischen übersetzt hat, erzählte, und Lrnu Mar«. Frank das Arrangement eines Kasperletheaters übernommen hatte. Ergänzt wurden diese Veranstaltungen durch eine von Frau Hadassah C h a m i ■/. e r geleitete ..a rbe 11 a k e m eins c h a f t Iüi in oder ii e i n d i s c Ii e Literatur ". von der sie berichtete, dal! Innerhalb dieser Arbeitsgemeinschafi die Damen Graf, Kaufmann, Rosenbaum, Zülzer Referate übernommen hatten, und zwar Im Anschluß an folgende Romane: Werte I, Abituriententag; Zwei«. Der Spiegel des großen Kaisers: der amerikanische Roman Fettwanst; A11 a 1 e n a. Richter und Narr. Die In den Referaten behandelten Romane gaben Anregung zu einer Aussprache über die In ihnen enthaltenen jüdischen Probleme. Iis folgten die Berichte über die soziale Arbeit. In erster Linie ist hier F a m 111e nf ü r so rg e (Mittwochsitzung) zu nennen, die unter der bewährten Leituni: von Frau Flora C a Ii u segensreich arbeitet. Seit dem letzten .labr trägt diese Kommission den Namen: A rbei t s g e m ei n sc ha f 4 der Israelitischen Religionsgemeinde u n d des Judisc b e n Frauenbundes, Ortsgruppe Lei p z. i g, Ueher die Rechtsschutzstelle berichtete Frau Hansl Kahn, die nach dem Ableben von Frau Amanda Ehrmann die Leitung übernommen hatte. Seit Oktober sind durch die Rechtsschutzstelle 15 Fälle vermittelt worden. Frau K a Ii u sprach besonders den Herrn Anwälten, die sich so hilfreich und entgegenkommend gezeigt hatten, herzlichen Dank aus. Frau Rosi Krause berichtete sodann anschaulich über die [rohe und befriedigende Arbeit in der von ihr geleiteten Halbtagsferienkolonie, In der 130 Kinder Im Lunapark Erholung fandet:. Frau Vera Rosen bau in gab einen Bericht über die außerordentlich mühselige Arbeit der „M ä Ichenschutzk o m m i ssinn", die in ihrer Arbeit gehemmt sei. weil so viele Hilfsmögllchkeiten wie Mädchenhelme, Mädche iklub, Haushaltungsschule noch fehlen. Ergänzend wurde noch ein kurr«r Berich! über das neugegründetc Zufluchtshelm für bedürftige Frauen und Mädchen hinzugefügt. So klein und bescheiden das Zimmer ist. so sehr begehrt isi es. Auf den geschäftlichen Teil folgte das Referat von Frau Mettina Brenner: „Di e b e v o r s t c b e n d e n g r o n e n T a k u n g c n". Die Rednerin berichtete von einer interessanten Arbeitsgemeinschaft in Heppenheim unter Leitung von Martin Buber, von einer Veranstaltung der Zcntralwohlfahrtsstelle In Frankfurt a. M., denen sie beigewohnt hatte, und von den Vorarbeiten für eine Weltkonferenz jüdischer Frauen in Hamburg und die Jubiläumstagung In Berlin, die außerordentlich viel Interessantes erwarten lassen. Mittelstands-Erholungsfürsorge des Jüdischen Frauenbundes Da In den Monaten Juni, .luli. August die Erholungsheime meist stark besetzt sind, hat der Württemberglsch-Hoheiizollernsche Landesverband des Jüdischen Frauenbundes in den Schwarzwaldortcil Horb. Rottweil, Haigcrloch, Rexingen, Oberdorf-Bopfingen, Laupheini (500 m hoch) und Buchau am Federsee Erholungsaufenthalte In lüdischen Privatfamilien (rituell) ausfindig gemacht Alle diese Erholungsaufenthalte sind geprüft und unterstellen der Aufsicht von Vertrauenspersonen. Verpflegung und Tageseinteilung geschieht nach festgesetzten Richtlinien, den jüdischen Heimen entsprechend. Der Pensionspreis beträgt für Kinder bis zu 1-4 Jahren M 75. pro Monat, für Erwachsene M. 100, pro Monat Auch der Mitteldeutsche Landesverband des Jüdischen Frauenbundes hat sieh bereit erklärt. Erholungsaufenthalte In Privatfamilien In der Rhön für die Monate Juni, Juli, August zu beschaffen. Hier handelt es sich aber ausschließlich uiii Erholungsaufenthalte für Kinder. Der Preis beträgt M. 50 monatlich. Haldige Meldung ist erforderlich. Nähere Auskunft erteilt F'rati Else Cohn. Löhrstr. 10. Schülerkonzert an 2 Flügeln Am Montag, dem 13. Mai. abends s l hr. veranstaltete Im Feurichsaale der Pianist Siegfried Weinberger .int einigen seiner Schüler wiederum ein Konzert. Geboten wurden neben einigen leichteren Sätzen aus Sonaten und Konterten von Mozart, Haydn und Mendelssohn. Delhovens Egmont-Ouvcrtüre, der .<. Satz aus Beethovens C-dur-Konzert und der l. Satz aus Schuberts H-moll-Symphonie. Daß Weinbcrgcr seinen Schülern solche Werke zumuten kann und es ihm gelingt, sie zu voller Befriedigung aller Anwesenden zum Vortrag bringen zu lassen, beweist, mit welch hohem pädagogischem <icschick er die jugendlichen Spieler zu behandeln versteht. Erfreulich,