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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1929-05-17 · 20 (17.5.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
5 (1929)
Issue
20 (17.5.1929)
Date
1929-05-17
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite -I GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN REUGIONSGLM LINDL ZU LLIPZIt; Nummer l:r-\ dem damaligen Landrabbiner des Qroßherzogtutns Sachsen- Weimar-Elsenach, Hr. Theodor Kroner in Stadt-Lengsfeld, war es vorbehalten, die Anregung zu einer Vereinigung aller jüdischen Reilgionsbeamten In Mitteldeutschland tu geben. Als Landrabbiner im Großherzogtum Sachsen-Weimar war er Inspektor des jüdischen Religionsunterrichtes Im ganzen Lande. In dieser Pigenschaft hatte er die Lehrer des genannten Kreises mitunter zu Konferenzen eingeladen, die sowohl fleißiger Arbeit, als auch gemütlichem Beisammensein gewidmet waren. Diese kleinen Versammlungen liehen bei ihm den Gedanken an die Gründung einer «roheren jüdischen Lehreri i Igung inner Mitbeteiligung der Rabbiner die )a vielfach auch Leiter und Lehrer des jüdischen Religionsunterrichtes sind reifen. Im L inie des Jahres 1878 führte er mii allen in Betracht kommenden Persönlichkeiten einen ausgedehnten Briefwechsel, um Im Herbst dieses Jahres eine vorbereitende Versammlung__ nach Eisenach berufen zu können. So kam es am X November 1S7S /nr Grünjung des ..V e r eil n S israelitischer Kultusbe i m t e n T h fl r I n g e n s". Als Zweck des Vereins wurde festgelegt: Förderung des Israelitischen Schulwesens, Verbreitung indischer Wissenschaft, Hebung der öitentlichen und häuslichen gottesdienstlichen Feierlichkeiten und Pflege des indischen Qemeillsinnes /ur Ausführung gemeinsamer Wohltätigkeitswerke.!>cr Verein wollte besonders danach trachten. In reger Verbindung mit den israelitischen Lehrervereinen Deutschlands zu bleiben, die Interessen der Schule und des Gottesdienstes, sowie des Kultusbeamtenstandes vor den Gemeinden und Staatsbehörden zu vertreten, für die Alliance IsraeMite Universelle und den Deutsch-Israelitischen Qemeindebund zu wirken, die Heranbildung von Knaben zu Gewerbe, Kunst und Wissenschaft aul religiöser Grundlage zu fördern, den AnschluO seiner Mitglieder an eine israelitische Lehrer-, Witwenand Waisenkasse '.w bewirken, sich der Witwen und Waisen der Vercinsmitglieder anzunehmen und besonders tür die Waisen derselben in erzieherlscher Welse tatig zu sein, und gegebenenfalls die Ehre und Freiheit des luclentums in Thüringen zu wahren. Erster Vorsitzender wurde l>r. Kroner, zweiter Dr. Leimdörfer und Schriftführer Packenbelm. Au den PfingSttagCIl ls<V fand eine erste «rollere Vereins- Versammlung in Eisenach s:att und war von IS Mitgliedern besucht. Da sich eine Anzahl Mitglieder aus der preußischen Provinz Sachsen dem Vereine anschlössen, so änderte die Versammlung den Namen des Vereins, welcher nunmehr .,V e r c i n Israelitischer Kultusbe a m t e n Mitteldeutsch) a n d s-- hielt. Nach dieser ersten Lehrerversammlung wurden mit ziemlicher Regelmäßigkeit alljährlich Konferenzen an den verschiedenen Orten Mitteldeutschlands abgehalten. Aufgabe dieser Versammlungen war es, in erster Reihe die pädagogischen Interessen der Lehrer anzuregen und zu fördern. Ueberblickl man die Reihe der Referate, die vortragen und besprochen wurden, so zeigt sich die außerordentliche IN chhaltigkell der rein geistigen Arbeit, die im Verein geleistet . rde. Prägen allgemeiner und jüdisch-religiöser Erziehung wechselte miteinandei ab, ergänzten einander, wurden häufig durch Lehrproben oder praktische Vorführung von Neuerungen auf dem Gebiete des Unterrichtswcsens begleitet. Daneben muhte allerdings oft in den y rsammlungen und Aussprachen dem Materiellen eine recht breite Basis eingeräumt werden. Ungenügende Besoldung und unsicherer ^nstelliiiiKMiiodus der Rcligionslehrer gaben immer wieder Veranlassung dazu. I>ie völlige gehaltliche und, noch weit wichtig rechtliche Gleichstellung der jüdischen Religionslehrer mit i Volksschullehrern herbeizuführen, betrachtete der Verein als vi liehmste Aufgabe, besonders unter der Führung von M. Steinhai (Magdeburg), der nicht müde wurde, sich durch Wort und Schi immer wieder In nachdrücklichster Weise für seinen Stand e zusetzen. Seit dem Jahre 1891 inline der Verein den Namen „V c r i Israelitischer Lehrer Mitteldeutschland s". An i is')5 erfolgten Begründung des Verbandes jüdischer Lehrervereine Deutschen Reich, wie auch au seiner weiteren Entwicklung hat I Verein in regster Weise teilgenommen. In der Ptiiigstversaitimhing ISN.? wurde die Begründung ein Darlehns- und Unterstützungskasse für die Vereinsmitglieder i _ schlössen. Im Jahre 1901 konnte der Geschäl bericht davon Kenntnis geben, dal! die \ i bandspenslonskasse ihre Tätigkeil begonin habe. Mit besonderer Genugtuung wird In d< Rückblick aul die 50 Jahre seines Bestehens d Eintracht hervorgehoben, mit der im Ven gearbeitet worden ist. Die verschiedenen r< glösen Richtungen, die sieh im Verein zusa menfinden, haben den Beweis erbracht, daß i für uns Inden überhaupt, und für die jüdisch« Lehrer Im besonderen, so viele gemeinsan Ziele und Aufgaben gibt, daß bei eiulgermaßi gutem Willen auf allen Seiten das Trennen« leicht übersehen werden kann. Mit besonderer Genugtuung wird auch Si tens des Vereins die verständnisvolle Teilnahn der Gemeinden anerkannt, die den in ihrer Mitt sich versammelnden Lehrern die Tage Ihre Konferenzen in gastfreundlichster Weise / Festtagen gestaltel haben. Fs sei besondei darauf hingewiesen, daß In der Rückschau mi groller Freude der in Leipzig abgehaltene Tagungen (1901 und 1922) gedacht wird: dl) Tagung von 1901 wird geradezu als eine det glanzvollsten unter den 36 Konferenzen bezeichnet, die wahrend des SOjährlgen Bestehens ab gehalten worden sind. In dieser Teilnahme d( Gemeinden und dem Wunsche, die Arbeiten det Lehrer wohlwollend zu fördern, wird ml Recht ein Zeichen für das Fortschreiten Üt Erkenntnis gesehen, welche Bedeutung ein gut durchgebildeter Uli wirtschaftlich sichergestellter indischer Lehrerstand für die Erhaltuni des nubschen Sinnes in den Gemeinden besitzt. Begreiflich ist der Schmerz der mitteldeutschen Lehrerschal darüber, dali ihr langjähriger, um die Entwicklung des Vereins, wie übe. haupt die gesamten Interessen der jüdischen Lehrerschaft in Deutsch land so hochverdienter Führer, Lehrer M. Steinhardt, seine Vorsitz mit dieser Tagung niederlegt, den er .11 Jahre hindurch Innegehabt hat. Die Rücksicht auf seine Gesundheit gestaltet dem allezeit si rührigen Manne nicht mehr, die Bürde dieses Amtes weiter zu tragen Steinhardt darf diesen Entschluß in dein Bewußtsein ausführen, dal er, wie wellig andere, an seinem Platze erfolgreich bestrebt gewesci ist. Die Fülle dessen, was erreicht worden ist, verdankt das deutsche Judentum, und insbesondere die jüdische Lehrerschaft vornehmlicl dem unermüdlichen Feuereifer und der tiefen Liebe zum Judentum, womit diese Führernatur die anderen zur Nachfolge fortgerissen hat. Mit dem \ou der Arbeit des Vereins scheidenden Führer sei dem feiernden Verein als Wunsch für seine weitere Arbeil ausgesprochen, dall das noch nicht Erreichte Im Laufe der weiteren Arbeil Verwirklichung finden möge. Phot. l-anuhammcr (MaRdcburc;) Lehrer M. Steinhardt (Magdeburg) CT Centrai-Theater -BETRIEBE LEIPZIG Anton Schneider / Dittrichring 19 CT-KAFFEE-RESTAURANT Tanase Codolban, rumänisch. Zigeuner-Orchester CT-CASINO-TANZCABARET Täglich 5-Uhr- Kapellmeister Amstel fee bei freiem Eintritt - Kein Gedeckzwang!

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