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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1929-04-25 · 17 (25.4.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
5 (1929)
Issue
17 (25.4.1929)
Date
1929-04-25
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seite 6 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMF.'NDE ZU LEIPZIG Numrm Affen, die aus Anlaß meines .50. Geburtstages meiner in so Überall» liebenswürdiger Weise gedacht haben, spreehe fdl auf diesem Wege meinen herdiilisten Dank aus. Nissan 5689 Rabbiner Apni 1929 Dr. Ephraim Carlebach Hir die mir noch Abschluß meiner Tätigkeit im I.ehramte dargebrachten Glückwünsche für einen flreumUkhen Lebensabend beehre Ich mich hierdurch verbindliiltst zu danken. Letpttg, im April 1929. Max Graf Unsere Gemeinde Konzert iMusja Gottlieb Frieda Qottlieb Auf das am M 0 n t ag, dem 2<>. April, Im Städtischen Kaufhaus stattfindende Konzert des Herrn Musja Qottlieb (Violine) und Frau Qottlieb (Klavier) sei auch an dieser Stelle hingewiesen. Die beiden Künstler sind einem «rolleren Kreise unserer Gemeinde keine Unbekannten; sie haben sieh jederzeit bereitwillig in den Dienst nserer Wohlfahrtsvereine gestellt, Im besonderen mit größter Regelmäßigkeit Im Prauenverein ..Ruth" die Beherrschung ihrer Instrumente bewiesen. Das Programm, das sie in ihrem Konzert vorzutragen gedenken, bietet viel des Interessanten: nach den so oft von Jeu Künstlern vernommenen Droben ihrer Kunst steht ein reicher Kunstgenuß zu erwarten. Wir möchten im Sinne vieler Verehrer der Kunst dieser beiden jungen Musiker den Besuch des Konzertes angelegentlichst empfehlen. Kadimah B. J. P. Leipzig Nachstehende Resolution der Leipziger Führerschaft des Kadimah Ubergeben wir der (Öffentlichkeit, um irrige Ansichten über den Kadimah zu beseitigen und die Wesentlichkeit unseres Erziehungsweges und Erziehungszieles für jüdische Jugend zu betonen: Entschließ 11 n g. „Der Kadimah ist ein jüdischer Scoutbund. Im Bewußtsein seiner Verantwortung iür die jüdische Gemeinschaft sieht der Kadimah als s,.iii Erziehungsziel den Zopheh, den jüdischen Pfadfinder, der verantwortungsbewußt und verantwortungsbereit sieh einsetzt für dk Aufgaben des jüdischen Volkes im Gallith und in Palästina. Erziehungsweg ist die durch Gesetz und Verpflichtung fundierte Scouterziehung, die, unter stärkster Betonung der jüdischen Eigenart, die Ideen der Weltpfadfinderbewegung in sich schließt. Als Erziehungsbund unpolitisch, will der Kadimah durch seinen Weg seine älteren Menschen dazu befähigen, sich in freier Entscheidung Klarheit über ihre weltanschauliche und politische Haltung zu V erschaffen. Von den älteren Führern muß diese weltanschauliche und eine politische Klarheit, die dem Erziehungsziel des Kadimah gerecht wird, gefordert werden." Vorstehende Resolution entspricht den Tendenzen der Pfadfinder- Schaft des Gesatntbundes. Neue Bücher Gustav Landauer Gedenkworte zu seinem Todestage Am 2. Mai 1939 jährt sich zum IQ. Male der Tag, an dem Gustav L ,1 n d a u e r einem Morde zum Opfer fiel. Landauer hatte sich bekanntlich der ersten bayrischen Räterepublik zur Verfügung gestellt, nicht etwa aus Sympathie für die Marxisten, denn er haltte INGER Nähmaschinen in altbewährter» Güte Weitestgehende ZahlungsepteichterunQen Mäßige Monatsraten SINGER NÄHMASCHINEN AKTIENGESELLSCHAFT Wk Wt Singtr Löden übereil alle „Parteimenschen", sondern weil er damals in der Mflnc revolutionären Bewegung noch die einzige Möglichkeit sah, in Deut land den Sozialismus, wie er ihn verstand, zu verwirklichen, dann die zweite, die rein kommunistische Räterepublik, an de: ein Gegner aller Gewaltpolitik, sich nicht beteiligt hatte, von Weißgardisten gestürzt worden war. verhaftete man ihn kurzerl als einen Bolschewisten. Und am Tage darauf lag ein Leib, in eine herrliche Seele gewohnt hatte, erschlagen in einein Massen. Dieser Mord an Landauer, wenige Wochen nach dem Morde seinem ihm geistesverwandten Freunde Kurt F.isner, wird in deutschen Revolutionsgeschichte als düstere Schandtat vcrzeii bleiben. Man vermag kaum zu begreifen: ein Mensch, so ganz (, und Güte ohne Beispiel, einfach ausgelöscht von brutalster Gewal Gustav Landauer ist es wahrlich wert, daß man sich seiner i erinnert. Es scheint in den letzten Jahren geflissentlich versi worden zu sein, seinen Namen totzuschweigen. Ein Unrecht, gutzumachen nicht zuletzt an uns Juden ist. Denn er war un Man mag zu Landauers politischen Anschauungen, wie er sie vorzüglich in seinem ..Aufruf zum Sozialismus'- und in den Aufs Sammlungen ..Rechenschaft" und ..Beginnen" hinterlassen hat. stel wie man will. Man mag seinen Anarcho-Sozialisinus als unfri chtb. Utopismus verwerfen oder ihm in die Zukunft weisende schöpfen^ Bedeutung zuschreiben: jedoch darüber wird es unter uns kc Meinungsverschiedenheit geben: daß an Lauterkeit der Gesinni Landauer von keinem seiner Zeitgenossen iibertroffen worden Er, ein universaler Kenner von Literatur und Philosophie, ein deutender Kritiker. Dichter. Schriftsteller, Obersetzer und Dratnatu er stellte die Politik, seine „Menschheltspolltl k" ganz in Zentrum seiner reichen Wirksamkeit, und er fiel für sie. Ihm V Politik, weiß Gott!, kein Geschäft und kein Handwerk; sie war heiliger Weg zur Verwirklichung des Geistes im Zusammenleben tl Menschen. In dem ethisch-aktivistischen Grundzug sei Wesens war er ganz Jude. Lud wenn er auch konfessiom Bindungen lcdig gewesen ist. so hat er sich doch Zeit seines Lebt offen und stolz zum Judentum bekannt. Man findet das z. B. nei dings mehrfach bestätigt in der Sammlung seiner Briefe, die soel Martin Buber. der treue Hüter seines P.rbcs. herausgegeben! (Gustav Landauer, sein Lebensgang in Briefen. I'nter Mitwirkung \ Ina Britschgi-Schiinmer. herausgegeben von Marlin Buber. 2 B Frankfurt a. M. 1929. Rütten & Löning), einem im Ganzen iingeir eindrucksvollen Dokument von Landauers Geist und Menschllchk Wir erfahren da auch, daß seine besten Freunde drei hervorrage! Juden waren. Martin Bubcr. der ..Apostel des Judentums", wie Landauer selbst nannte, Fritz Mautlmer. der große Sprachkritik und Ponstantin Brunner, der bekannte deutsch-jüdische Philosoph, letzteren schrieb er einmal: ..Ich habe nicht die m indes Anlage, die Freude an meinem Judentum auch n einen Tag zu vergessen." Hätte er auch das nicht ges.: sein Leben wäre uns fürwahr Zeugnis genug dafür gewesen, c er in jüdischem Geiste über diese F.rde gegangen. B. G. W CT Central- Theater BETRIEBE LEIPZIG Anton Schneider / Dittrichring 19 CT-KAFFEE - RESTAURANT Kapelle Jost / Kapellmeister Amstel CT-CASINO-TANZCABARET Täglich 5-Uhr-TEE bei freiem Eintritt Kein Gtdcckxwanc

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