Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 15 (12.4.1929)
- Date
- 1929-04-12
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nlltlli; |i Volkes, in dein sie leben. Die Kulturvölker haben;il>er nicht zuletzt durch den Krieg gelernt daß der staatsbürgerliche Wen des Menschen in der Krall und Geschlossenheit seiner Persönlichkeit Hext, daß, wie ich es in Dresden formulierl habe, wer ^iclt selbst und seiner Herkunft die I rene w ahrt, sie auch am besten dem Siaal hält, dem er angehört Es Ist heute Allgemeingut aller Kulturvölker geworden, daU der Dienst .im eigenen Volke zunächst.die treue Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten isi und auch mit der Irenen Verbundenheil der ihm gewordenen Heimat nicht in Irgendwelchem Widerspruch steht. Das ssen die Inden auch ganz, genau, und die Argumente gegen das Aufbauwerk finden darum doch keine rechte Statte mehr. Wen recht zusieht, so hat auch In Deutschland das Palästinawcrl die .Inden innerlich Immer mehr und mehr in seinen Bann gezug« Qrunde hat jeder Jude im tiefsten Herzen eine große, unge illtf Sehnsucht nach dem Lande seiner Väter, und ein starkes Qefill j,,. für. daß es seine Sache ist, die in Palästina geführt wird, dal! i mn ein W erk geht, du reit das der jüdische Name zn Ehre gebrach auf das jeder stolz, sein darf. Und der lüde ist glücklich, \w r diese Empfindungen ohne Seiten zeigen und aussprechen kann uMj wenn er darin verslanden wird, . . . (Starker Beifall.) Jüdische Verbände und Gemeinden Sozialer Ausschuß des Allgemeinen Deutschen Rabbiner* Verbandes Die anläßlich der Tagung des Preußischen Landesverbandes indischer Qemcinden in Berlin anwesenden Mitglieder des Sozialen ' - isses des Allgemeinen Deutschen Rabbinerverbandes traten i 4. II; unter Vorsitz von Herrn Rabbiner Dr. J. Horovltz (Prankfurt a. M.) gemeinsam mit Vertretern der Zentral«'ohliahrtsstelle der en luden, des Indischen Frauenbundes und der Arbeitsgemeinfßr indische Qefährdetenfürsorge zu einer Besprechung über laufende Arbeiten zusammen. Es wurden insbesondere Fragen der Sozialen Oerichtshilfe und der Gelangenenfürsorge besprochen. er anderem der vorliegende Entwurf einer Dienstanweisung für jüdische QefSngnisseelsorger. Angeregt wurde unter anderem die Schaffung einer Jüdischen Zentralstelle, an die Mitteilung über jeden dlschen Gefangenen zu gelten hat, der in einer Anstalt untergebracht ist. in der sich niemand um die jüdischen (iefangenen insbesondere kümmert Erstrebt wird, daß die jüdischen (iefangenen aus dem ganzen Reich auf einige Anstalten konzentriert werden, in denen mc in religiöser Hinsicht entsprechend betreut werden können. Eine! Iste geeigneter Bücher indischen Inhalts für Qefangeuenblbllotheken soll angelegt und Jahr für Jahr nach Bedarf modifiziert werden. Vul (irttiid der außerordentlich fruchtbaren Aussprache wurde das ächste Arbeitsprogramm des Sozialen Ausschusses aufgestellt. ragung der Gesellschaft zur Förderunx der Wissenschaft des Judentums. Unter dem Vorsitz des Herrn Prof. Dr. M. Sobernheim wurde in Berlin die Jahresversammlung der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums abgehalten. Aus dein der Verammlung gegebenen Geschäftsbericht ist hervorzuheben. dall das Geschäftsjahr 1928, wenn auch finanziell ungünstig. SO doch in der »cnschaftllchen Tätigkeit sehr erfolgreich abgeschlossen bat Der ederstand ist mit 1600 ziffernmäßig der gleiche geblieben. I-1.' Mitglieder sind ausgeschieden und ebenso viele neu eingetreten. Der Kassenabschluß ergibt eine Verminderung des Barbestandes um 8600 Mark, die dadurch entstanden Ist, daß die Einnahmen an Jahresectl Um 2500 Mark geringer waren als itn Jahn V>2'i. während die Herstellungskosten der Monatsschrift durch die allgemeine Preissteigerung ganz erheblich gestiegen sind, und ferner ein Zuschuß für iiw Gesamtausgabe der Werke Moses Mendelssohns, der für das Jahr T'.'s nicht mehr vorgesehen war, in Höhe von 5500 Mark geleistet werden mußte. Außerordentliche Zuwendungen in nennenswerter Höhe sind der Oese Ilse ball im Berichtsjahre nicht zugegangen. Die Beträge ans dem Verkauf von Büchern sind nicht zufriedenstellend: wie der gesamte deutsche Buchhandel, hat auch der Verleger der Gesellschaft unter der Vernachlässigung des Buchet schwer zu leiden. Trotz der Ungünstigen Finanzlage war die (iesellschaft bestrebt, die Reihe der Publikationen auf der Hohe zu halten. Die ■-' ' ■!' •.•••> nie den Mitgliedern int Berichtsjahre sogar in dem wesentlich erweiterten Umfange von -in Dogen geliefert. Dein, Mitgliedern, welche die Zusendung der Monatsschrift nicht wüns wurde das Buch von B. Rosenthal: „H e I m a t g e sc h i der badlschcn Juden" geliefert. Neben einer Anzahl kK Schriften wurden die wissenschaftlich überaus wertvollen I von M. F r e u d e n t h a I : „L e i p z i g e r M e I! g ä s t e. I > i dlschen Besucher der Leipziger Messen in den .1 Ii. reu 1 r>7ö lTo-i" und J. Obermeyer: „Die Land sc M B a I) v I O n I e n Im Zeitalter il e s T a I in u d u n d des I nats. Geographie u n d des c Ii Ich te n ach taI i. d I s c Ii e n . a r a b i s c h e n u n d a u d e i e n (.) u e 11 e n". sowi die zweite Auflage des weltberühmten W erkes von Hermann C o ' „R e I i g i 0 Ii d e r Vit It Ii n f t a u S d e u (.) U e 11 C u d es J u l l ii in s", das erst ietzt nach der sehr sorgsamen Durchsicht des I das Original wiedergibt, herausgegeben. Ferner wurden im Jahn vier Lieferungen der Mechilta d'Rabbi Ismael ausgegeben. Die i Ite Lieferung ist im Februar 1929 erschienen, der West ist bis auf 2 l! en ausgedruckt. Für das neue Jahr ist eine neue Auflage von V Phil i P p s o Ii n : „N e il e S t e des c Ii IC h 1 C des i ii d i s ( Volkes, Hand 2, bereits in Druck gegeben. Per zweite Hall der Germania Judaica wird bald folgen. Angekündigt ist das V skript des Werkes von Geheimrai Professor Dr. Pick: . d i s c Ii e M ii ii z k u ii d e" sowie des s i f r e D e u t e r o ii o m von Herrn Dozent Dr. Finkelstein in New York. Auch das iesamtrcglster zur Monatsschrift ist in Bearbeitung. Unsere Jugend Das Maus der Jüdischen Jugend Als der Jüdische Jugendring Leipzig mit seiner Leier vom I' bruar 1929 die Werbung für ein gemeinsames Hans der |fldl Jugend ankündigte, hatte er in den wesentlichsten Zügen die I seines Werbcfeldzuges und die praktische Basis zur Ausführung s Idee bereits entworfen. Fr hat nunmehr die Satzungen für i V e r e i Ii „D a s H a u s der i Od i S c Ii e u I n g e n d" fcrtiggi um aul breitester Grundlage durch W erbung einer großen Mitgll menge mit regelmäßigen kleinen Beiträgen langsam einen Fond Ausführung dieser Tat anwachsen zu lassen Die im jüdischen Jug ring vereinigten Bünde und Vereine haben diese Form gewählt, sie in Erkenntnis der heutigen Wirtschaftslage nicht mit der unsi i reu Hoffnung au ein Werk gehen wollen, durch eventuell R e Spesen ein solches Werk schaffen und aufbauen zu können. \\< dem soll das Haus Eigentum der gesamten Ifldischen lugend wei soll also auch aus den kleinen Beiträgen unserer älteren Mens und unserer heranwachsenden Jugendlichen erstellen Der Verein ..Das Haus der jüdischen lugend" gliedert sL •1 Gruppen: Gruppe 1 umfaßt den in den Verein zu entsendenden Schuß des Indischen Jugendringes, also die Jugend selbst. Gruppe 2 besteht aus den ..Förderern". Männern und Frauen serer Gemeinde, die mitten in der jüdischen Arbeit sieben und dl Namen ein jOdisches Programm darstellt oder eine spezielle I" Hing in jüdischer Hinsicht besitzt. In Gruppe sind die ordentl. Mitglieder vertreten, deren Wei aul breitester Grundlage die Aufgabe in allernächster Zeit sein w Häuser / Hypotheken / Hausverwaltunsen ffj?i REIMANN & KIRMSE / LEIPZIG l—J LEPLAYSTRASSE 3 GEGRÜNDET 1907 FERNRUF 23576