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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1929-03-09 · 10 (9.3.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
5 (1929)
Issue
10 (9.3.1929)
Date
1929-03-09
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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g, Man 1929 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 5 CT Central- Theater -BETRIEBE LEIPZIG Anton Schneider / Dittrichring 19 CT-KAFFEE-RESTAURANT Kapelle Valencia Kapellmeister Amstcl CT-CASINO-TANZCABARET Täglich 5-Uhr-TEE bei freiem Eintritt Kein Gedeckzwang „ml; . V. außerordentlich viel Gemeinsames vertreten. Den Katnpf ueg den Antisemitismus durch selbstbewußtes, an die Öffentlichkeit ipi lerendes Vertreten überzeugten Judentums, die Einigung aller |nil inner dem Gesichtspunkt ihrer jüdischen Werte und die Belg 1 i„ untereinander, wie das Wirken für den Frieden im allgemei ii. Namens uer Leipzig-Loge betonte Herr RA. Dr. Loew e nlu 1 das Gemeinsame mit dem R. j. F.: beiden sei der jüdische Hie h Grundlage ihrer Arbeit, die sie in Kameradschaftlichkeil im führten. Für den österreichischen Frontbund sprach Herr I t 11er. für den Sportklub Mar Kochba Herr Dr. R «1 s e n Ii a 11 m, der Jie Notwendigkeit der körperlichen Ertüchtigung betonte, Herr Dr, ehr freund für die zionistische Vereinigung, die in der Ähneln aller neuen die Ehre von Juden und Judentum gerichteten Antritt ein wesentliches Stück mit dem R. j. F. gemeinsam gehe, und schl Wich für die Verbindung im K. ('. „Saxobavaria" Erstchargierter Sil e 1 'S c Ii 111 i d t.! ier Vorsitzende der Ortsgruppe. Herr RA. Dr. All red Jac01 V, ergriff dann d:is Wort zu seiner Festrede. F.r sprach allen Erst lienenen und insbesondere den Vertretern der Organisationen den Dat der Ortsgruppe aus und stellte im besonderen fest, dalJ sich in diev. r Veranstaltung die Möglichkeil einer einmütigen Stellung aller verschiedenen Richtungen und Kreise der Gemeinde bekunde. Er sch lerte die vielfach sehr dringliche Arbeit des R. j. F. in ihren einzelnen Wirkungen und schloB mit der Bitte, daß, wenn es einmal wieder notwendig werden sollte einzugreifen, es nicht an der Unterstützung seitens der Gemeindemitglieder fehlen möge, Arbeitsgemeinschaft nationaljüdischer .lugendverhände \m .'(>. Februar fand der zweite, von der ANJV im Rahmen ihre> Fül erkurses veranstaltete Vortragsabend statt. Her: Redakteur Klinow, Herlin. sprach über die Lage des russischen In ent 11 ins. Er schilderte zunächst die Laue der russischen Juden bis /ur ersten Revolution: durch das berüchtigte Siedlungsgesetz war dei Aufenthalt nur in gewisen Gouvernements und auch hier nur in 1: Städten gestattet Durch den Numerus clausus, durch Verhol des Bo enerwerba und all die anderen Unterdrückungen des zaristischen R< nies erhielt der in Rußland lebende Teil des jüdischen Volks eine anormale soziale struktur. Infolge der KerenskiJ-Revolution erhielten war die Juden alle politischen Rechte: aber ehe eine Auswirkung die er Zustände abzusehen war. brach die bolschewistische Revolution au: Hiervon wurden die Juden besonders schwer betroffen, da sie m 1 den Schichten angehörten, welche die kommunistische Ideologie .ils ..Ausbeuter" ansieht, andererseits aber auch Infolge des Krieges am der Unruhen eine große Schicht vollkommen deklassierter Juden ent landen war. der die neue Ordnung keine politischen Rechte gab. So ergibt sich die Tatsache, daß die fast drei Millionen russischer Jui en von knapp ISO i»ki jüdischen Kommunisten, der berüchtigten lovsekzia". beherrscht werden, die durch Denunziation und Unterer .kling jede nationale oder kulturelle jüdische Bewegung verfolgen. Die Versuche der Sowjetregierung, die Judennot durch Kolonisation zu beheben, haben nicht den erwarteten Erfolg gehabt; an Hand ein gehenden statistischen Materials wies der Redner nach, daß die Krimkolonisation, die als philanthropische Maßnahme zu begrüßen ist, I Indcrting, aber nie Lösung bringen wird, und daß sich das neuerdings diskutierte Blrbidschan-Projekl sogar als glatter Fehlschlag erwiesen hat. Auch linier dem wieder sehr starken, wenn auch von der Regierung bekämpften Antisemitismus haben die russischen Juden viel zu leiden. Jedenfalls haben sogar die Maßnahmen der Bolschewisten gezeigt, daß ihnen nur eine territoriale Lösung der Judenfrage möglich scheint: wir aber wissen, daß dieses Territorium nicht die Ukraine, Krim oder Bir-ßldschall sein kann, sondern nur das Land, das immer die Heimat des jüdischen Volkes war: Hrez Israel. Die fesselnden Ausführungen des Vortragenden fanden starken Heifall. Eine lebhafte Debatte, die sich anschloß, bewies, wie ernsthaft ilie nationaljüdischc Jugend aller Bünde ihren Ideenkreis zu erweitern trachtet. II. C. S. Jubiläumsfeier des Frauenvereins „Ruth" Zu einer Kundgebung herzlicher Sympathien für den Frauenvereln ..Ruth" wurde die mit der diesjährigen Hauptversammlung verbundene Jubiläumsfeier, Der blumengeschmücktc Saal mit dem zahlreich erschienenen Publikum, darunter Vertreter des Gemeindevorstands und vieler Leipziger jüdischer Organisationen, bot ein sehr festliches Bild. Die Vorsitzende Frau Regina PfefferblOth begrüßte in warmen Worten die Anwesenden und besonders die eigens zu dem Feste erschienene Gründerin Frau Rosa K ü h n 1 e i c h. In feierliche Stimmung versetzte der tiesang des Herrn Oberkantor Wilkomirski und der Chor der Fz Chajimsynagoge, die noch gesteigert wurde durch die Festansprache des Herrn Rabbiner Dr. Carlebach. Anfang und Ende der „Ruth"-Erzfihlung, nach der der Verein sich benannt hat. zeigen, wie mangelnder Sinn für Wohltätigkeit Unsegen mit sich führt, dagegen wahres Wohltun Segen in sich trägt. Nomen est omen. Dei Verein „Ruth" hat sich nach jener Moabitcrin benannt, die als fremde Bettlerin nach Bethlehem kam und später Stammutter des Königsgeschlechts wurde. Der Verein „Ruth" betreu! ein jedes Kind, welcher Herkunft es auch sei. so als ob es ein künftiger Großer in Israel sein konnte. Aul seinem Wohltun ruht Segen. Der kleine Verein, der vor .'S Jahren nur ein Zusammenschluß weniger Frauen war, die erkannt hatten, daß Säuglingsfürsorge ein besonderer Zweig der Wohlfahrtsarbeil sein müsse, hat sich zu einem großen, überall anerkannten Verein entwickelt. Herr Gemeindevorsteher Gold sch midi sprach im Namen des Gemeindevorstands anerkennende W orte über die Frauenarbeit, die aus der Wohlfahrtspflege gar nicht mehr wegzudenken sei. Der Verein „Ruth", der die Fürsorge für Mutter und Säugling übernommen hat ist in unserer hiesigen jüdischen Wohlfahrtsarbeit gar nicht zu entbehren. Herr Sc Iii sc ha überrreichle mit herzlichen Worten der Anerkennung für die Leistungen des Vereins eine Gliick- C?ntral-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens / Ortsgruppe Leipzig Geschäftsstelle: Leipzig C l. Taubchenweg 77b- Telephon Nr. 6oRos Herr Dr. Llldwig H0lländer} Direktor de-C.cntral-Vercins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Berlin, spricht am Montag, den 18. März 1929, 20 Uhr, im Kaufmännischen Vereinshaus, Schulstr. 5 über das Thema: NATIONALSOZIALISMUS In diesem Referat wird der Nationalsozialismus seine Entstehung, sein Wesen, politische Redcutung, sein wirtschaftliches Programm, seine Agitationsmethode und die Möglichkeit der Bekämpfung dargelegt »erden. - 7u dicitm hochaktuellen Vorttag, der die brennenden Rajen der Grundlagen des jüdischen Lebens behandelt, laden wir alle Mitglieder der jüdischen Gemeinde hiermit ein. Der Vorstand

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