Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 7 (15.2.1929)
- Date
- 1929-02-15
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4876568-5968790-5969080--2286-4879889- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
15, Februar 1929 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 D e Tagung des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden hielt ant 3, und 4. Februar d. J. seinen 5. Verbandstag ab. Im vergangenen Jahre hatte er wie der Vorsitzende. Rechts- ,„ ii stem (Merlin) eingangs erwähnte — schmerzliche Verluste: ner I lr. B r a n n s c Ii w e I g e r (I Appeln), der In schwerster Zeit im drohten Oberschlesien aufrecht Ihr Deutschtum und Judentum kämpfte, Dr. Colin (Krefeld), Justizrat Holz, der Führer der Ge- Königsberg, und Rabbiner Dr. Löwenthal (Berlin) weilen mehr inner den Lebenden. ach Henkelt der Beratungen war der Wunsch des ersten ],', is zum Etat, ein Wunsch, der volle Erfüllung fand. r Preußische Landesverband kann nicht wie andere öffentliche Ki schatten die Einnahmen nach dem Bedarf der Ausgaben bell, sondern er muB die beschränkten Mittel, die ihm vom Staat und "ii den jQdischen Qemeinden zufließen, so verteilen, daß sie die besi Verwendung zum Wohl des preußischen Judentums finden. Dies ist i gut gelungen. Dank der Arbeit des Rates und des Verbands* lagc.s weist der neue Etat schöne Fortschritte auf. konnte der Posten ..A u s Ii i I d u n « v o n L e h r e r n , K a n - toi und S c Ii ä c Ii t e r n" eine beträchtliche Erhöhung erfahren. \ soliderer Bedeutung ist die zu diesem Punkte beschlossene Beug, dall die Errichtung von Anstalten abgelehnt wird, in denen Seh r ohne volle Reife zu Religionslehrern und Kultusbeamten ausgebildet werden. Die für Beamte notwendigen Mittel sind auf nahezu das P/tfache, die Berlrksrabbfnate auf das 2'/jfache des vorjährigen Satzes trhi worden. Erfreulich ist. dall eine ursprünglich als einmalig ge- Sonderbeihllfe für Ostpreußen auch in diesem Jahr» wieder für diese durch ihre Laue so bedrohte Provinz ausen werden kann und dall die für die Jugendpflege u n d Sport bewilligten Posten eine wesentliche Erhöhung erfahren. Ras so bedeutsame Kapitel „Wohlfahrtspflege" ließ sich um Himmio Mark auf 180000 Mark erhöhen. Darunter befinden iniiii Mark als Zuschuß zur Errichtung einer jüdischen Arbeiterkolonie, die da/u beitragen soll, den Wanderbettel .' Inden zu lassen und für entlassene Strafgefangene die Drücke nun bürgerlichen Leben zu bilden. rsparnisse werden erzielt an den Verwaltungskosten. Einhelliger Ii der Versammlung ist es, diese noch weiter zu senken. Aus diesem Grunde wurde der Rai ersucht, anläßlich der Vorlage einer Re ii der Verfassung besonders darauf hinzuwirken, daß der Körs Landesverbandes, der heute neben dem Verbandstag aus clnci 35köpfigen Rai besteht, verkleinert wird. ■ Ii weiteren finanziellen Angelegenheiten war wesentlich der Beeilte S a m m e Ia nleI h e aufzunehmen, um solchen jüdischen Qe nden und Organisationen, die die Gewähr für Sicherheit des Kap Is und des Zinsendienstes bieten, aber zu klein sind, um allein eine Anleihe aufnehmen zu können. Kapital zu beschaffen. I^es! ii Ii g s w e r k e s des „R c i c h s b u it d e s jüdischer Fi tsoIda te n" wurde ebenfalls gedacht. ngehend wurde die Präge der A n e r k e n u 11 n g d e s I. a n - de? erb a n d es durch die Staats b e h ö r d e n behandelt. Langjährige Verhandlungen mit diesen haben leider noch immer uichi zu der so gewünschten Anerkennung geführt. Einstimmig wurde folgende Entschließung gefaßt: ..Der Verbands tag gibt in i i Nachdruck seine Re CO 18 a u i f a s s u n g d ahl n k ii n d . d a I! n ac h d c in klaren u n d e 1 n d eu t i g e n W 0 r I - laut des Artikels i.17 der Reichsverfassung der P r e n Ii i s c h e L a n il e S VC r b and jüdischer (i e m e i n d e n bereits die R e c Ii I e e i n e r K ö r p e r s c Ii B f I des ö i f entlichen R e c Ii i s Ii;i i. o h n e d a 1.1 es ei ii e s be s o n d e r e n Aktes b e h ö rd 11 c h e r A n e r ke n n u n« b e d a r f." Für eine Reihe von Maßnahmen bei der wichtigen Arbeit des Verbandes ist u doch die offizielle Anerkennung des Landesverbandes von den Behörden erstrebenswert. Fs ist sehr zu wünschen, daß die maßgeblichen Staatsorgane mit ihrer Anerkennung nicht länger zögern werden und auch keine Bedingungen daran knüpfen, die lür den Landesverband unannehmbar sind, Lebhafte Beratungen erfolgten wegen der Ratsvorlage über den lieitriti zum Reichs verband. Ober die Notwendigkell einesZusammenschlusseszu m ReIchsver band bestand in der Versammlung wohl kaum eine Meinungsverschiedenheit. Dagegen erweckte der vom Rate vorgelegte Entwurf bei allen Parteien aus verschiedensten Gründen lebhafteste Bedenken. Der Unterschied In der Haltung der Abgeordneten lag In der Präge: Soll man eine als sehr verbesserungsbedürftig betrachtete Organisation schaffen in der Hoffnung, dall es den Menschen, die in ihr arbeilen, gelingen wird, im Laufe der Jahre ihre Mängel ZU überwinden oder soll man obwohl eine Ablehnung das Scheitern der langjährigen mühseligen Verständigungsarbeil zwischen Nord und Süd auf lange Zeit hinaus bedeuten würde einem Entwurf seine Zustimmung versagen, dessen Verbesserungsaussichten man für zu gering hält. In namentlicher Abstimmung verfiel die Vorlage bei 45Ja- Stiimneu KCKen 4f> bei 7 Stimmenthaltungen der Ablehnung. Fs Ist zu hoffen, dal! die notwendige und im Interesse des deutschen ludentums so erwünschte Verwirklichung des Reichsverbandes trotzdem bald und in einer Forin zustande kommt, der die Mehrheit des preußischen Judentums zustimmt. Gegen die Vorlage des Rates betreffend Gründung eines Reichsverbandes stimmten geschlossen die Jüdische Volkspartei, die Mittelpartei (mit einer Ausnahme). Die Liberalen, bei denen die Abstimmung freigegeben war. Stimmten verschieden. Von kleineren Vorlagen war Werl voll die Annahme eines Antrages, der Preußische Landesverband möge Sorge dafür tragen, daß Schiedsstellen geschaffen werden, die persönliche Differenzen zwischen einer Gemeinde, zwischen Gemeinden und ihren Beamten, zwischen Vorstehern und den Beamten sowie deren amtlichem Verwaltungspersonal regeln. Wenn auch diese Tagung des Preußischen Landesverbandes den so lange erhofften und wünschenswerten Zusammenschluß zum Reichsverband nicht gebracht hat, so ist doch durch die sachliche und verantwortungsvolle Arbeit eine Fülle wertvoller Leistungen gcschaffen worden zum Wohle dir das preußische ludentum und das Judentum überhaupt. Unsere Jugend Fühicrtagung des Kadimah r Bundesrai und die Bundesleitung des Kadimah. Hund lüdischer I der. haben beschlossen, zu < 'sleru bei Berlin eine achttägige Fül rtagung für den (iesamtbund abzuhalten. llaupiberatungspuukt Vereinheitlichung der Zophiutharbell (Scoutarbelt) Im Bunde. Es iden ferner eine große Reihe von Arbeltsgemeinschaften statt, ii hauptsächlich mit folgenden Prägen beschäftigen werden: ■ brauen und Berufsberatung, Weltanschauung und Erziehung, kfi iliehe Erziehung, soziologische Struktur des jüdischen Volkes, l'ii l'agung schließt mit der Wahl des neuen Bundesrates und der x Bundesleitung. •Iii {'Jüdischer Club \m 10. Februar hat sich das literarische Gericht konstituiert. M rsies wird der Fall des Judas Ischarioth zur Verhandlung kommt Vorbereitungen zur Hauptverhandlung, die öffentlich sein wird, sind im vollen Gange. In der nächsten Ausgabe dieses Blattes wird eine nähere Schilderung der Aufgaben, Ziele und Organisation des literarischen Gerichts erfolgen. Der Verhandlungstermin wird rechtzeitig bekanntgegeben werden. MontuK. is. Februar: Eaztlach tri. A. Po«), Dieastag. iy- Pebruar: Liter. Arbeitsgemeinschaft: Zement (Qladkow). Donnerstag. 2t, Februar: Debatini Club. Sonnabend, 23. Februar: Palästina, Arbeitsiemeinschaft. „Helft uns das Haus der Jugend bauen" Lber die ..Morgenfeier" äußert sich der Leiter des Jugend rings: Fs ging uns nicht darum, durch unsere Darbietungen den vielen Freunden, die erschienen waren und den Weißen Saal Im Zoo vollständig lullten, einen reinen Kunstgenuß zu bieten. Von diesem Gesichtspunkt aus haben wir uns objektiv und ehrlich zu gestehen, daß die Morgenfeier vom 10. Pebruar an die erste öffentliche Feier des Jüdischen Jugendring Im Jahre 1928 nicht heranreichte. Den wesentlichen Inhalt aber wird keiner verkannt haben. Die Iiier wirkenden und darstellenden Jugendlichen bewiesen noch stärker als im Vorjahre die Intensität ihres Schaffens, und den Zweilein bei unseren älteren Men-