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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1929-02-01 · 5 (1.2.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
5 (1929)
Issue
5 (1.2.1929)
Date
1929-02-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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LEIPZIG AMTLICHES NACH RICHTEN BLATT DER GEMEINDEVERWALTUNG« 11 i ietnelndeblatl erachelnl laden Freitag un«l * ■ ■ - * i Mitgliedern der ReUgtontgeaielnde unrmm-ltlidi (|l Ii dir Port rogertetti - Schrift leltungi i inderabbtner uuttai CohH| Letpalfh LAhntnmc i<» NUMMER 5 / JAHRGANG 5 FREITAG 1» FEBRUAR 1920 Anielsenverwaltunfl und Druck: Buchdruckerei tugusl Prlesi Lclpstg, BrOderatr< SO — Kcrnrul 70006 — l*»>*>t- ■check Lclpalg 53990 - Nachdruck nur mit Quellenangabe und 111h Ucnehmtgung dei Verlanen (testattel Ein Jahr Jüdischer Jugendring Leipzig JUGEND UND GEMEINDE Von Dr. Georg Lubinski vom Rcichsausschuß der Jüdischen Jugendverbftnde Das Thema Jugend und Gemeinde ist in der jüdischen Oeffentlichkeit und auch in der jüdischen Presse gerade in letzter Zeit häufig behandelt worden. In erster Linie war es die Jugend, die dieses Thema auf die Tagesordnung gesetzt hat, iiui so ihren Anspruch auf Teilnahme an der Gemeindeai '. aber auch auf Teilhaberschaft an den Qemeindemittein zu, Geltung zu bringen. Oer Zusammenhang /wischen Jugend und Gemeinde ist klar: Die Jugend ist die künftige Trägerin der Gemeinde. DaB diu Gemeinde eines solchen 'I raners bedarf, versteht sich von selbst. Um so wichtiger ist die Jugend als künftige I ranerin der Gemeinde in einer Zeit, in der die Aussichten auf einen normalen Portbestand der Gemeinde keineswegs ohne weiteres get eben sind. Mehr noch als die Mischehe bedroht die Indifferenz der Qei Jenlieder den Portbestand unserer Gemeinden. Längst ei Jieint die Gemeinde der Mehrzahl ihrer Mitglieder nicht mehr als das Zentrum alles jüdischen Lebens einer Stadt. Schon längerer Zeit ist ein AushöhlungsprozeB der Gemeinde im 1 ige, der als letzte Verbindung nur noch die Teilnahme am (1 ttesdienst an den hohen Pesttagen und die Zahlung der Qen ildesteuer übriggelassen hat Aber auch das durch die Gemeindesteuer geschlungene „Hand" ist dünn und hält oftn Is einer sehr starken Beanspruchung nicht stand: es reißt. Iis wäre falsch zu behaupten, dal! das innerhall) der Jugend entlich anders wäre. Im Gegenteil: Die Jugend anerkennt n .1 einmal durchgängig die Bedeutung auch nur des Gottesistes an den hohen Pesttagen für sich, und das Band der er erfaßt sie nur teilweise. Auf den ersten Blick hin scheint daher die heutige jüdische 1 end durchaus nicht ohne weiteres als die prädestinierte! geeignete Trägerin der jüdischen Gemeinde der Zukunft. gesehen davon, daß die Zahl der Indifferenten innerhalb der 1 send kaum wesentlich geringer ist als in der älteren Gene- 1 ion. Dies ist die Lage in den „blühenden" Großgemeinden, > n der Lage in den untergehenden Kleingemeinden gar nicht sprechen. Die Aussicht in die Zukunft wäre hoffnungslos, würde man 1 ht, häufig noch außerhalb des Verwaltungsorganismus der 1 meinde, neue Sammlung und neue Gemeinschaft Rnden, näm- 1 in der organisierten jüdischen Jugend. Das Geselligkeitsbedürfnis des jungen Menschen, der Wunsch, für sein eigenes Leben zu einem Uberpersönlichen Inhalt zu kommen, und zum Schluß auch die Verantwortung iür die jüdische Gesamtheit lassen wieder jüdische Gemeinschaft innerhalb der Jugend wach werden. Sobald der neue Zusammenschluß fest und tragfähig geworden ist, müssen ihm von selten der Gemeinde Aufgaben übertragen werden. Die erste und wichtigste wird sein, den zunächst nur persönlichen Zusammenhang mit einzelnen jüdischen Menschen zu einer Verbindung mit der jüdischen Gesamtheit in der Gegenwart und in der Vergangenheit auszuweiten, liier liegt der Sinn der Beschäftigung mit jüdischem Kulturgut und mit der jüdischen Geschichte. Die Herstellung dieses grollen Zusammenhanges ist kein einmaliger Akt. Gewöhnlich gehört das ganze Leben eines Menschen dazu, damit er den grollen jüdischen Raum um ihn und vor ihm nach allen Dimensionen abschreiten kann. Die zweite Aufgabe bestellt darin, das Jugendleben in das Gemeindeleben einzubeziehen. Das darf nicht in der Porm geschehen, daß das Jugendleben nunmehr auch von der Gemeinde „verwaltet" wird, wie Kultus, Ritus und Schule. Die Gemeinde muH vielmehr so weit und so lebendig gemacht werden, dal! in ihr das jüdische Jugendleben unbeschränkt seinen Platz finden kann. Die Beziehung zwischen Jugend und Gemeinde muß eine von beiden Seiten gewollte werden. Die Gemeinde wird daher der .lugend ein starkes Mal! von Freiheit zu gewähren haben: nur in dieser großzügigen Freiheitsgewährung kann die echte und vertrauensvolle Verbindung der alten und der jungen (iencration sich vollziehen. Die Jugend will nicht als Werk/eng für bestimmte Aufgaben eingespannt werden. Sie will vielmehr gleichberechtigter Partner sein, wobei sie den Erfahrungen der älteren Generation ihre Hingabe und Intensität an ein für richtig erkanntes Ziel entgegenzustellen hat. Die Verbindung von Jugend und Gemeinde wird drittens auch in materieller Hinsicht zum Ausdruck gebracht. Viele von der .lugend in Angritt zu nehmende Aufgaben, insbesondere die Aufgabe der Sammlung der bisher indifferenten Jugend, können nicht durchgeführt werden, weil die lugend aus eigener Kraft nicht die hierzu erforderlichen Mittel aufbringen kann. Dies ist erfreulicherweise von einer Anzahl von Gemeindevertretungen bereits erkannt worden. W ir finden heute schon in den Etats

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