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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1929-01-04 · 1 (4.1.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
5 (1929)
Issue
1 (4.1.1929)
Date
1929-01-04
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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4. januar 1929 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN REUCIONSGEMEINDE ZV l.EIPZIC Seite ö Unsere Gemeinde yutterhcratungsstelle I >ic Mütterberatung des Prauenvcreins Ruth Andel vom 9. Januar nieder regelmäßig In der höheren israelitischen Schule statt. Ei neuer Kulturfilm über Palästina in Berlin wurde (etil In zwei Matineen der neue große Kultur- Rclsefllm „Frühling In Palästina" uraufgeführt Der Film, der ritlich umfangreicher und technisch vollendeter als alle bisherixen P itinafilme Ist, wurde vom Publikum und der Presse mll starkem i ii aulgenommen. r M kein Werbefilm. Er zeigt In wechselvollen Mildem die unu cichlicb schönen Landschaften des Jordantales, des Emck, die gl Romantik des exotischen Judentums, Bucharen, Jemeniten und Jim, die Chaluzim bei ihrer Arbelt, In den Plantagen, bei den i n und Ihren Pesten. Alles in allein: den Zauber des Landes. »er Film ist von dein bekannten l fa-Rcgisscur Wilhelm Prager, dem Schöpfer des Films „Wege zu Kraft und Schönheit", bearbeite) und besitzt eigene Musik, von Kapellmeister Lampel (Jerusalem) hebräischen und allgemein-jüdischen Motiven zusammengestellt. Vic wir erfahren, wird dieser Film Mitte Januar In Leipzig aufgeführt werden. Hauptversammlung des Keichsbundes jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Leipzig \m 10. Dezember I9ft fand die diesjährige Hauptversammlung und Neuwahl des Vorstandes sunt. Bei dieser Qelcgenhell erstattete dei I. Vorsitzende, Kamerad Dr. Alfred Jacoby, einen Tätigkeitsbericht, aus dem hervorgeht, daB die (irtsgruppe mieli im verflossenen Jahre eine wirksame und erfolgreiche Arbeil geh Intel hat. Hervorzuheben Ist vor allem, dal! auf Anregung unserer Ortsgruppe nach langem Bemühen am 8. Januar 1928 in Erfurt die Gründung des 1.:i ndes verbandes Mi11 e Ideu ts c Ii l ■ n d . mit Leipzig als Vorort, endlich erfolgen konnte. Dieser Landesverband nmfiiBl die Irühcrcn Bezirke Sachsen, Anhalt und Thüringen; die Neuorganisicrung dieser drei Verbinde hat sieh Inzwischen als sehr Ii saffl erwiesen. In der Ortsgruppe fanden im Laufe des Jahres IV.'s neben einer Am «Iii Vorstandssitzungen neun durchwegs sehr tut besuchte Mitgl derversammlungcn siait. Wie in den Vorjahren würbe! diesen Versammlungen von Kameraden sowie uns nahestehend< jüdischen und christlichen Rednern Vorträge gehalten, die wichtig Tagesfragen und auch sonst interessante Themen behandelten, s lell am 20. Februar Herr Qemcinderabbincr Qustav Cohn (Leiptii willen fesselnden Vortrag über das Thema: Unser Vernlchtungski im gegen den „künstlichen Juden". Am 16. April sprach Kamerad W Mcndelsohn (Leipzig) über: Das Judentum und seine Künstler. I er Kamerad Emil Zernik plauderte am 14. Mai anregend über d aktuelle Problem: Der Dienst am Kunden. An die Mitgliedervci ammlung vom II, Juni schloB sieb ein Unterhaltungsabend, bei di n unser Kamerad Kantor laffe mit sehr launigen Rezitationen: H (niese aus Leipziger Feuilletons, die Anwesenden bestens unter- Am 12. November hielt auf unsere Einladung Herr Oberstudieni Prof. Dr. Riemann (Leipzig), Im Hinblick auf die vom Stahlhelm- Ii i gestellten Verfassungsänderungsanträgc, einen sehr aufklarenden \ trag über: Moderne Verfassungsfragen, und am In. Dezember. Eröffnung der Generalversammlung, der Leipziger Kriminalist 1 rregierungsrat Dr. Heiland, unter Bezugnahme auf die gegenwärtig Beratung stehenden Entwürfe /um neuen Strafgesetzbuch, einen tra« über das Thema: Der Berufsverbrecher, wobei er sieb beilers mit dein vielumstrittcncn Problem der Sichcrungsvcrwahr HAU v n. \ LT - WA s C Ii /. R l. 1 »» HANSA Leipzig:, Frankfurter Str.4 Fernsprecher Nr. 264 14 Sibrmtfrrtigf 11'W.fc/v», \thltt«l,rtr;d<i:< \\',isfbt>i, I' rorhnphit', I fnkelMku rung befaBte. Den meisten Voträgen schloB sieh ein lebhafter Meinungsaustausch au. Gesellige Veranstaltungen brachte das abgelaufene Jahr in den schon traditionellen zwei Messeabenden, die anläßlich der Leipziger Frühjahrs- und Herbstmessen abgehalten wurden, und die einen sehr Starken Besuch von Kameraden aus allen Ortsgruppen des Reiches aufzuweisen hatten. Einen besonders glänzenden Verlauf nahm unser Winterfest, das am .'7. Oktober im großen Festsaale des Centraltheater abgehalten wurde. Das fest wies eine außerordentlich große Besucherzahl auf und erbrachte dank der opferwilligen Mitarbeit vieler Kameraden und der dureh die Gebefreudlgkeit unserer Gcmclndemitglleder und vieler christlicher Gönner sehr zahlreich eingegangenen Tombolaspenden, einen erfreuliehen UeberschuB, der unserem Fond zur l'ntersiiitziiiin notleidender Kameraden und deren Hinterbliebenen abgeführt werden konnte. Ein grofler propagandistischer Erfolg war unser am Id. Januar 1928 abgehaltener Kampfabend, der gemeinsam mit dem befreundeten Boxklub Bar-Kochba veranstaltet wurde und bei dem unter anderem das Antreten der Jlu-JItSU-Maiinschafl des R, i. F.¬ Berlin gegen die Leipziger Polizeimannschaft ein sportliches Ereignis ersten Ranges war. das auch in der Leipziger Tagcsprcsse als solches gewertet wurde. Aber auch in der Hauptaufgabe unsres Hundes, der Bekämpfung des A n I i s e in i I i s in u s . w urde im Laufe des Jahres erfolgreiche Arbeit geleistet. So gelang es unserem sofortigen Eingreifen, daii ein schändliches Hetzplakat der Völkischen, in dem unter anderem das Wort von der Jüdischen Köterrasse" prangte, auf Anordnung der zuständigen Behörde innerhalb weniger Stunden auf den Anschlagsäulen überklebt wurde. Ebenso wurde in anderen Lallen gegen ähnliche Vorkommnisse eingeschritten, und während der Wahlzeil war unsere ritlgkeil in dieser Beziehung eine besonders reue. Unser geleisteter Ordnungsdienst aus AnlaB der zweimaligen Qemeindewahlen und gelegentlich der Einweihung des neuen Friedhofes, sowie bei der Eröffnungsfeier des Israelitischen Krankenhauses brachte uns die dankende Anerkennung des Gemeindevorstandes und der Eitingonstiftung. Line niliriue Tätigkeit entfaltete der neugegründete F Drsorgc- BUSSchuB und konnte dadurch im Laufe des Jahres mehreren notleidenden Kameraden dureh Unterstützungen und Beihilfen zu Kurgebrauch usw. tatkräftig geholfen werden. Durch Vermittlung der Ortsgruppe konnten MCh vier Kinder aus Kanieradeiikreisen auf Kosten der HindenburgSPendc Lude Marz, des verflossenen Jahres m einem Erholungsheim untergebracht werden. Leider hatte die Ortsgruppe im verflossenen Jahre das Ableben der Kameraden Sali) Loeb und Hermann I s a a k s o b 11 zu betrauen. In ergreifenden Worten gedachte der Vorsitzende der Dahingeschiedenen, wobei er vor allem die überaus rührige Mitarbeit unseres verewigten Kameraden Isaaksolm an den Zielen unseres Hundes als nachzuahmendes Heispiel hervorhob. Zum Schlüsse seines Berichtes konnte Dr. Jacoby mit Genugtuung und Freude feststellen, dal! auch eine der vornehmsten Aufgaben unseres Hundes, der tiedanke der Stärkung des Kameradsebaflsueftihls. im letzten Jahre siebtbare Erfolge gezeitigt habe. ^| mm Central - Theater I -Betriebe Anton Schneider C.T.-CflSlnO das eleganteste Tanz-Cabarett Der große Erfolg! Künstlerische Leitung : Direktor Kurt Kaiser

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