Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 51 (21.12.1928)
- Date
- 1928-12-21
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Deiember i!>'-'* <;i:MI-:indkulatt dlr iskai-:i.iiiscmf.n ri:lk;ions(;i:mlindp. zi; LEIPZIG Seite 5!i aufbauen soll, um von dauernder Bedeutung zu sein. Damit auch ch außen Kunde von dieser Tätigkeit dringe, soll /u Beginn des hrcs 1929 eine Ausstellung ..Das Judentum in der s c h I c h t e S c h I e s i e n s" eröffne) w erden, Besondere Beachtung verdienen ledoch die Arbeiten des Breslauer scumsvereins durch eine ausgezeichnete Werbeschrift, die sein rstand soeben herausgehen 188t, Dank seiner freundlichen Qelimlgung konnten wir in der letzten Ausgabe unseres Blattes die ncrkenswerten Ausführungen Qcorg Hermanns des Dichters Jettchen Qebert, /um Abdruck bringen. Wir möchten jedoch Iii unterlassen, die Aufmerksamkeit auch auf die anderen, sehr regenden und aufschlußreichen Aufsätze zur Museumsfrage zu Ken. Verwaltungsdirektor Dr. Ree hnit z spricht von der Entstehung indischen Museums, an dem auch die nichtjüdische Öffentlichkeit i itv i. iu großes Interesse nimmt. Im Breslauer Schloßmuseum wird neue Gründung, dank des Entgegenkommens des Magistrates und Museumsleitung langsam aufgebaut. Schlesien als Völkerbrücke Osten nach Westen hat naturgemäß in seinen indischen Kunstitzen ganz besonders die Möglichkeit, Gegenstände zu finden, die Einfluß der verschiedensten Kunstkreise auf/einen. Prof, O rotte, der bekannte Förderer der Denkmalspflege, und >ndcrs der Pflege jüdischer Kunstschätze, behandelt die Präge, das neue indische Museum enthalten soll, gibt aber damit /tili eine Grundlage für gleichgerichtete Bestrebungen) wie sie auch rwärtS sich reuen. Zwei Hauptgruppen soll ein jüdisches Museum i Isen, eine rein geschiclitlicheiindeine kiuisthistnrische. In Drucken, lern, Kaufverträgen, Schutzbriefen, Judenquittungen, Familienkumenten und Erlassen soll es das Ringen der Juden um ihr Dasein igen. In der /weiten Gruppe des Museums werden kunsthistorische i ^eitstände ihren Platz finden: Erzeugnisse künstlerischen Gepräges den kultischen Dienst in Synagoge und Haus, hierher gehören nstbare Silbergeräte, wertvolle Keramik, (iläser, Zinn. Messing, so- Qegenstände in Textilarbelten. Inkunabeln und Gebetbücher mit rer reichen farbigen Ausmalung werden das Interesse der Besucher kell. Wie kleineren iüdischen Ausstellungen, die im Anschluß an große isstellungen der letzten Jahre der Öffentlichkeit zugänglich gemacht rden sind, haben gezeigt, welch' besondere Anteilnahme die nichtidische Umwell unseren sichtbaren Kultgegenständen entgegenbringt. t dies auch oft nur aus oberflächlicher Neugier geschehen, mancher bekommt doch aus dem Sehen der Dinge einen Einblick, der ihn meiner ganzen Stellung zum Judentum beeinflussen wird. So wird i seinem Platze das indische Museum segensreich für unsere Qcimtheil wirken. Die Mi rer Jeschiwah. ■\u der Ostgrenze Polens, unweit von Wllna, liegt die Stadt Mir. welcher sich die zur Zeil größte Jeschiwah der Welt befindet. 1 - dürfte von allgemeinem Interesse sein. Einzelheiten über dieses siiiiu kennen zu lernen. Die Mirer leschiwah ist vor 100 Jahren gründet worden. \'or 30 Jahren erhielt sie durch große Stiftungen in eigenes Haus. In der Zeit des Weltkrieges diente dieser Bau als (aserne der russischen Armee (die Jeschiwah mußte nach Wllna erlegt werden). Nacli Beendigung des Weltkrieges konnte die Jehiwah wieder nach Mir zurückkehren und entfaltete sich nun in Ich letzten Jahren, dank der Leitung des Qaons Raw Ellescr lehudo i iukel und des tiaons Raw Jenichem l.iwawowitz. zu der größten leschiwah der Welt. Das Gebäude der leschiwah wurde vor Iahen renoviert siin Bücherbestand durch Neuanschaffungen von Seforim ergänzt. Der erforderliche Betrag wurde von dem in New Vork vom Roscti Haieschlwoh gegründeten Komitee zur Erhaltung ier Mirer leschiwah besorgt. In der Mirer leschiwah lernen zur Zeit -4*H» Schüler Im Alter A' 0 N D I TO R Ii l ✓ KAFFEEHAÜ S ROUX Huinstr. 20 Tel. 23031 Harlull^jssc K 1 cl. 27140 ER8TKL. KONDITOREIWAREN Spezialität: llulland. Kiruhtorte, Kaffeeiibiisselii, /:/ < . .7.//w » ffti Hau' V._J von N 25 Jahren und ein Kolel (Zusammenschluß) von 30 verheirateten jungen Leuten. Die leschiwah verfolgt, wie alle dieser Art, die Aufgabe, ihre Schüler zu thorakundigen und orthodoxen luden zu erziehen. Ersteres wird durch Vorträge in Halacha und l'ilpul von dein Rosch Haieschiwah fiagaon Raw Ellescr Jehudo Pinkel und letzteres durch deinentsprechende Vorträge über Mussor und Jinis Schomallm von dem Qaon Raw Jeruchem l.iwawowitz erstrebt. Im Lehr- und Betsaal, der genügend Platz für lausend Personen bietet, wird tagsüber gelernt. In den großen Bankreihen, teils sitzend, teils stehend, die großen Polianten auf Standern vor sich, lernen sie mit einem großen Eifer, lau melodisches Stimmengewirr durchschwirrt den Raum, was bei dem Besucher eine starke Ergriffenhell auslöst. An einer Seite und im Bibliothekszimmer stehen große Schränke mit Seforim, l ast kein talmudistisches W erk, das je geschaffen wurde, darf hier fehlen. Staunen und Bewunderung befällt den Besucher, mit welch aufopfernder Liebe sich die |uIlgen Leute dem Studium des Talmuds widmen. Unter Einstellung ihrer Existenzmöglichkeil und auch ihres Lebens (es sei nur au die Folgen des Krieges und an die Flüchtlinge von RuHlaud erinnert) kommen sie von Rtiltlaud. Litauen. Deutschland, Ungarn usw.. ia willst von Amerika und England, um die Möglichkeil zu haben, sich ein großes Wissen im Talmud anzueignen. Selbstverständlich kann mau allerorts lernen, wer aber wahrhafte Fortschritte machen will, nullt schon eine Jeschiwah auf suchen. Für den Lehrplan sind täglich 9 Stunden angesetzt, aber es wird mit solchem Fleiß gelernt, dal! man mit II I.' Stunden täglich rechnen kann. Der Saal ist fast niemals leer: viele bleiben bis spät nachts, während andere schon vor Tagesanbruch kommen, so daß der Saal nicht abgeschlossen zu werden braucht. Da die Schüler den ganzen lau in Anspruch genommen sind, fehlt ihnen die Gelegenheit, ihren Lebensunterhalt selbst m bestreiten. Deshalb bekommen all diejenigen, welche keine oder nur ungenügende Geldmittel von Ihren Litern und Verwandten erhalten. Unterstützung seitens der Jeschiwah. Die leschiwah verausgabt monatlich au Unterstützung, Licht und sonstigen Unkosten etwa M. BODO. . welche durch Spenden von Amerika und Deutschland aufgebracht werden. Unzählige Rabbon!m und Talmide Chachomim hat die leschiwah im Laufe der lahrc ausgebildet und wird hoffentlich noch viele weitere ausbilden. Möge es der Leitung der leschiwah vergönnt sein, noch recht viele Jahre ihre bedeutungsvolle und segensreiche Arbeit fortzusetzen. M. I. Amtl. Bekanntmachungen der Israelitischen Religionsgremeinde,Leipzig Gottesdienst an Sonntagen Ab 1$. d. Mts. findet der Morgengottesdienst an Sonn- und bürgerlichen Feiertaxen bis auf weiteres um N I hr stall. Leipzig, den 11. Dezember 1928. Der Vorstand der israelitischen Rcligionsgcmeindt zu Leipzig. HÖH &HAHNE Größtes Läget in allen Marken-Kameras i A /yf #) Kodak / Voigtländer / Zeiss- Ikon rigid Projektions - Apparate / Kinos Fabrik u. Handlung photoor. Apparate ^r?„??.i?r. \MtiUUmttM Kommen Sie! Vergleichen Sic! Sie brauchen nicht zu kauten! Kostenloser Unterricht durch hervorragende Fachkräfte!