Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 50 (14.12.1928)
- Date
- 1928-12-14
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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GEMEINDEBLATT DLR ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummi Verständnis sei von beiden Herren des Rabbinats ausdrücklich ausgesprochen worden. Natürlich hatte das Rabbinal eine reichlichere Aufsicht vorgelogen. Es habe sieh aber ausdrücklich mit der hier vorgeschlagenen Regelung beschieden und »frieden erklärt. Herr Tumpowsky: Der Vorstand habe zweifellos riehtt« gehandelt. Das Einverständnis des Rabbinats müsse gelten. Früher sei in der Kaschrusfrage viel zu weitherzig gewirtschaftet worden, ietzt heiße es. sieh beschranken und bescheiden. Nachdem ein Antrag Dr. Goldschmidl auf SchluB der Debatte angenommen war. und He"- Stein noch gesprochen und das Einverständnis des Rabats bezwcifeli hatte, wird der Antrag Qoldrel gegen 5 Stimmen abgelehnt und die vom Vorstand vorgeschlagene Regelung angenommen. Es folgt nun noch eine kurze Qeschaftsordnungsdebatte, wobei gewünscht wurde. dali die Erklärungen des Rabbinats ausdrücklich festgestellt wurden. Herr N e u in .1 ii ii glbl darauf ausführlich nähere Erlauterungen ei. In welcher W eise das Rabbinal seine Zustimmung ausdrücklich und zweifelsfrei erklärt habe. .'. Ritualbad. Der Vorsitzende berichtet, daß die Verhandlungen mit dem Gesetzestreuen Verband wegen Uebernahme des Ritualbades auf die Gemeinde nicht zum Ziel geführt haben, da der Verband zu große Forderungen gestellt habe. Die Gemeinde stehe daher Präge, die Verhandlungen mit dem Verband fortzusetzen oder selbst ein Ritualbad zu errichten. Herr Eitingon habe dazu einen Platz neben der Ez Chaim-SynagOge zur Verfügung gestellt. Die Gemeinde hat einen Voranschlag ausarbeiten lassen, wonach ein Neubau sich auf etwa 42 000 M. stellen wurde. Die jetzige Mlkwa befindet sich dagegen nur in gemieteten Räumen. Herr Dr. Goldschmidl spricht als Meinung seiner Fraktion aus, daß man entschieden für einen Neubau sei. Die Dauer des Mietverhältnisses der letzigen Mlkwa sei zweifelhaft, eine Uebernahme finanziell ungünstig. Herr I umpowsky schließt sich namens seiner Fraktion den Erklärungen des Herrn Dr. Goldschmidl an. Der Qesetzestreue Verband geh« in «.einen Forderungen zu weil, insbesondere sei es nicht zu billigen. dalJ er auf Leistungen seiner Mitglieder in der Vergangenheit zurückgreift. Unsere Gemeinde Nochmals Chewra'S'uda Wir werden darauf aufmerksam gemacht, daß in dem von uns in der letzten Nummer veröffentlichten Bericht über die Chewra- S'uda unter denen, die bei der Tafel mitgewirkt halten. Herr Oberkail! r \\ ilkomirskl nicht genannt worden ist. Wir tragen dies um so lieber nach, weil es sich dabei um das Lied gotn'oh nafsctll handelt, das unter der ausgezeichneten Leitung des so beliebten Sängers von allen Anwesenden begeistert mitgesungen wurde. Wir traget: hierbei weiterhin nach, daß gemäß einer Anregung de- Vorsitzenden an Herrn Rabbiner Dr. Gold mann ein Telegramm abgesandt wurde, worin ihm die herzlichen Wünsche auf baldige Genesung seitens der Anwesenden zum Ausdruck gebracht wurden. Herr Stein erwidert, der Qesetzestreue Verband müsse dat 'Rücksicht nehmen, daß er Verpflichtungen habe. Deshalb habt seine Forderungen gestellt. Die bestehende Mlkwa sei größei die von der Gemeinde geplante. Der Betrieb werde für die meinde ungünstig sein, und die letzige Mlkwa würde ohne Zus weiterbestehen bleiben. Herr Brcslauer weist auf diese letztere Erklärung ausdrt lieh hin; der Qesetzestreue Verband habe |a Im Gegenteil «1 erklärt, er müsse die Mikwa schließen. In der Abstimmung wird einstimmig beschlossen, die Vertu hingen mit dein Qesetzcstrcucn Verband nicht weiterzuführen um die Errichtung eines eigenen Qemeinderltualbadcs heranzugehen. Bezüglich der vom Qtsetzestreuen Verband erbetenen Bei für das jetzige Haushaitiahr erhebt sich noch eine Debatte, an die Herren Stein. Dr. Halbcrstam und Hodcs nehmen, Herr Stein beantragt Naehbcw illiguug von 2000 M. macht nähere Angaben über die Ausgaben und Einnahmen des 15.1 Nachdem ein Antrag l'ry auf Schluß der Debatte angenon war. erklärt noch Herr Tumpowsky, ein Nachweis für wirtschaftlichen Betrieb des Hüdes sei vom Verband nichl erbrt worden. T'r wendet sich insbesondere gegen die Methode des \ bandes, die einen Druck auf die Entschließungen der üemei ausübe. Der Qesetzestreue Verband dürfe von seinem Staudpit aus die Mikwa gar nicht aufgeben. Wohlberechtigten Bedürfnis der Orthodoxie sei stets Rechnung getragen worden. Der Antrag Stein wird in der Abstimmung abgelehnt. Wie der Vorsitzende berichtet, hat Herr (int man 11 Amt als Mitglied des Sparausschusses wegen Arbeitsübcrhäul niedergelegt. An seiner Stelle wird Herr Seiinger gewählt. 4. Dei Verein Obel Jacob ist darum cingekommen, dali die gungsrateu der auf seinem Qrundstück stehenden Qemeindehypotl um I Jahr hinausgeschoben werden. Die Versammlung erklärt damit einverstanden. 5. Der Vorsitzende teilt mit. dali das (jcmuindchlatt \..... I. zember d. J, ab von der Firma August Pries gedruckt versendet werde. Die Sitzung wurde geschlossen. gehen, die die anderen Menschen beschäftigen. Wir dürfen dies so weniger bei solchen Fragen, die, wie die der Ehe, an eine Wut indischen Lebens reichen, und deren Nichtbeachtung eine Gefahr das jüdische Leben darstellen konnten. Meie meinten zwar, daß von dem amerikanischen Richter Lindsey berührten Schwierigkeit im Ehe- und Familienleben unserer Tage uns luden nicht betrat Eine ruhige und offene Betrachtung der Dinge zeige jedoch, daß .11 wir alle Veranlassung haben, ihnen mit Mut und ohne Scheu 1 Qesicht zu sehen. Auch unsere lugend ringe um eine nette (iest tung, und die Eltern dürfen diesem Ringen nicht untätig zusehi müßten vielmehr ihm entgegenkommen, um gröberes Unheil zu Vi hüten. An die mit gespannter Aufmerksamkeil aufgenommenen 11 legungen schloß sich eine lebhafte Aussprache, In der von Allel und Jüngeren teils zustimmend, teils ablehnend Stellung genomn wurde. Kameradschaftsehe In der Ortsgruppe des Zentralvereins deutscher Staatsbürger üdischen Glaubens hielt Frau l>r. Leib hol z-Berlin vor einer ungewöhnlich zahlreichen Zuhörerschaft einen mit großem Interesse und lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag über das Problem der nteradschaf t s e Ii e. W ir luden sind in den Gesellschaft«- ör| er unserer Umgebung so eingegliedert, daß deren Probleme auch Frauenverein Ruth die unseren sind. Wir deshalb keiner der Fragen vorüber- CT, Central - Theater Betriebe Anton Schneider Ein grober Kreis von Mitgliedern und Freunden des Fraui Vereins Ruth hatte sieb auch in diesem Winter zu dein mit Betecl gttng allgemein beliebten Teenachmittag eingefunden. Ein rei, haltiges, von Frau Lenl Emmerich geschmackvoll zusammen« Stelltes Programm sorgte für Unterhaltung. Linzel- und (iruppi tönze, die Herr Markise entworfen und einstudiert hatte, wurdi mit großem Beifall aufgenommen. Die rhythmischen Übungen d C.T.-CflStnO das eleganteste Tanz-Cabarett Der große Erfolg! Künstlerische Leitung : Direktor Kurt Kaiser