Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 44 (2.11.1928)
- Date
- 1928-11-02
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 2 ■en Mitgliedern, dafür Sorge zu tragen, daß zum mindesten in den leetzten Schuljähren aller jüdischen Schulen, auch der Religionsschulen, die künftigen Absolventen und Absolventinnen neben der allgemeinen Berufsberatung in einem Spezialkurs mit den wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und psychologischen Bedingungen der Sabbathut im Wirtschaftsleben vertraut gemacht werden. 3. Die G» nerarversammlung des orthodoxen Rabbinerverbandes spricht dem Verband für Stellenvermittlung, Schomre Schabbos, ihre volle Sympathie aus. Nach Beendigung der I>iskussion über die Sabbathfragen folgte an Hand von durch eine rabbin. Kommission aufgestellten Richtlinien die Besprechung einer Reihe von Angelegenheiten, die mit der Reinheit der Familie zusammenhängen, vor allem die Stellungnahme zu Eheschließung und Ehescheidung und Aufnahme von Proselyten, welche von liberalen Rabbinern vorgenommen werden. Die hierüber gefaßten Beschlüsse werden nochmals von einer dazu gewlhtten Kommission geprüft und dann einer weiteren Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ebenso werde eine Reihe von Anregungen des Hamburger Speisevereins, welche Herr Rabbiner Duckes-Altona vortrug, einer Kommission zur nochmaligen Imrchheratung übergeben werden. Sehr starkes Interesse fand ein Bericht vom Bureau für Schacht-Angelegenheiten über den gegenwärtigen Stand der Schechita- Frage. Auch hierüber fand eine sehr angeregte Diskussion statt. Im Anschluß daran begann die Nachmittagssit/ung mitx der Frage der Ausbildung der Schochtim, worüber Herr Provinzialrahbiner Dr. Cahn-Fuida referierte. Die anwesenden Vertreter des gesetzestreu6n Verbandes, der Freien Vereinigung konnten im Anschluß an diese Aus der Jugendbewegung Arbeitsausschuß für das Jüdische Jugendheim Leipzig Aus der Erkenntnis heraus, daß sich die nationaljüdischen Jugendorganisationen Leipzigs unter Wahrung ihrer besonderen Ziele stärker als bisher auf ihre gemeinsamen Aufgaben besinnen müssen, ha ker als bisher auf ihre gemeinsamen Aufgaben besinnen müssen, haben sich die schon äußerlich im Jugendheim vereinigten Organisationen zu einem Arbeitsausschuß für das Jüdische Jugendheim zusammengeschlossen. Ihm gehören au: Bar Kochba, Jungjüdischer Klub. Kadimah, J.J.W. B.. Misrachi und Zionistische Studentengruppe. Den Auftakt zu gemeinsamer kultureller Arbeit bildete der erste am 22. Oktober veranstaltete Vortragsabend, bei dem Dr. Max Mayer- Berlin über neuhebräische Literatur sprach. In formvollendeter und packender Darstellung schilderte der Redner Entwicklungsgang und zahlreich erschienenen Publikums bewies, wie sehr es vom Thema Probleme der neuhebriischen Literatur. Der starke Beifall des sehr lind Darstellung interessiert war. Nach dieser wolilgelimgenen Einleitung sind weitere Veranstaltungen geplant, über die an dieser Stelle berichtet werden wird. H.C. S. Aus der Agudas Jisrocl-Jugendgruppe dem es der rührigen Arbeit der hiesigen Agudas Jisrocl- Qruppe am Anfang des laufenden Jahres gelungen war, sich im Hause König-Johann-Str. 12 ein eigenes Heim zu schaffen, hat sie ber*" 'm nen Sommerhalbjahr daselbst eine rege Tätigkeit entfaltet, die es verdiente, von all' denen geschätzt und beachtet zu werden, denen es am Herzen liegt, unsere Jugend im Sinne des alten, überlieferten Judentums zu erziehen und vor allem sie auch diesem zu erhalten. Eine im Entstehen begriffene Bibliothek an S'forim ermöglicht es jeden Einzelnen, aber auch den Teilnehmern der mannigfachen Schiurim, sich in die Quellen unseres Schrifttums /u vertiefen. Fs wäre eine dankenwerte Aufgabe, für eine Vergrößerung dieser Bibliothek Sorge /u tragen. Qar manches Sefer, das heute vielleicht unbenutzt, im Besitz von Privaten in Staub und Moder -ein Dasein fristet, könnte hier sein Auferstehen feiern und in der Hand einer lernbegierigen Jugend wieder neuen Segen stiften. Referat gemeinsam mit Herrn Rabbiner Dr. Joseph Breuer, dem der Frankfurter Jeschiwa, über die Verwirklichung der gefaßten Schlüsse, bezüglich der Ausbilrung der Schochtim an der Jeschiwa ig Frankfurt a. Main referieren. Anträge von Rabbiner J. Horovicz-Jerusalem, bezüglich der S ). lungnahme des orthodoxen Rabbinerverbandes zum Wad Hair As '.. kenasi in Jerusalem und zu dem dortigen Schulwerk der Agudas roel wurden angenommen. Ebenso wurde ein Beschluß gel , durch Einsetzung einer Spezial-Kommission die Frage der größ( , Verbreitung palästinensischer Esrogim zu prüfen und entspreche! 1» Maßnahmen vorzubereiten. Herr Dajan-Posen referierte sodan Q r eine ganze Reihe höchst bedeutsamer praktisch<religiöser Fra , speziell auf dem dem Gebiet der Qenußmittel und des Schabl: .. Es handelt sich hierbei hauptsächlich um Probleme, die durch die 1 :- Wicklung der Technik akut geworden sind. In später Abendstunde wurde nach Erledigung einer Reihe org satorischer Fragen dem Vorstand Entlastung gewährt und der bishe; e Vorstand mit (Kooptation von Herrn Rabbiner Dr. Wolf-Köln i u gewählt. Zum Ehrenmitglied des Vorstands wurde Herr Rabbi; r Dr. Kahn-Wiesbaden einstimmig gewählt. Eine Reihe telegrafist r und brieflicher Begrüßungen wurde verlesen u. a. eine von <! i biseerigen stellvhertrctenden Vorsitzenden, Herrn Rabbiner Dr. B di-Mainz, sowie von Oberrabbiner Dr. Spitzer - Humbuig, Kai.b.i r Dr. Bibeerfeld-Berlin, Rabbiner Dr. < arlcbach-1 .eipzig u. a. m. Mit einem Dankeswort des Leiters der Versammlung, Herrn Provin/ - rabbiners Dr. Hirschfeld-Gießen, an die Teilnehmer der Versaiu hing, vor allem auch an die Israelitische Religionsgesellschaft r ihre Gastfreundschaft wurde die Generalversammlung geschloss i, Vielleicht haben diese Zeilen den Erfolg, etliche wertvolle Büch r aus ihren Verslecken hervorzuzaubern! Das nunmehr eingetrete c Wintersemester soll nach dem Wunsche des Vorstandes der Jugc ]. gruppe zu besonders intensiver Tätigkeit auf den verschieden^ n Gebieten uasgenutzt werden, insbesondere sei auf den allen Ansp ichen gerecht werdenden Lehrplan aufs nachdrücklichste vew ■ sen. Recht kräftige Unterstützung und Beachtung aber verdient das Vorhaben der Jugend, sich selber d a s Buch zu schreihen, da« > allen Juden heilig ist: am Sonnabend, den 10. Nov. soll (wie ich i neulich kurz berichtet worden ist) in feierlicher Weise mit dem Schieben eines Sefer Thora begonnen werden. Hierdurch soll vor s" Oeffentlichkeit in besonders schöner Weise die innige Verbunden!!' t der gesetzestreuen x Jugend mit unserer Thora dokumentiert werd' soll aber auch der Jugend und jedem anderen Interessierten Gc genheit gegeben werden, sich an d e r Mizwoh zu beteiligen, den i Erfüllung nicht immer jedem Einzelnen möglieh ist. Das Fe-', das mit dieser verbunden werden soll, dürf sicherlich dazu angetan sein, zahlreiche Freunde und Anhänger der Agudas Jisroel in wahrer zusammenzuführen Jüdischer Jugendring Jugendring-Orchester: Das bisher bestandene Kameraden-Orchest - soll durch weitere Kräfte des Jugendring verstärkt werden, wob alle die in Frage kommen, die irgendein Instrument außer Klavi (also auch Blas-Instrumente) einigermaßen beherrschen. Ich braue, vor allen Dingen gute Klampfenspieler, die nach Noten spielen könne Zur schnellen Uebersicbt und zur Festlegung des Arbcitsprogramr sind die Meldungen mögliebst bald und schriftlich an mich zu richten Die Meldungen müssen 1. Namen, Wohnung und Alter, 2. ßundi Zugehörigkeit, 3. Instrument und ungefähre Angabe des gegeuwJ tigen Leistungsgrades enthalten. — Ich hoffe, daß sich recht vi« Leute beteiligen, damit wir zum Musikabend des Jugendring im J nuar 1920 mit einer guten I eistung aufwarten können. Richard Freymann Leipzig C 1, Zentralste 8 I, Tel. 2451 In der Woche vom 5. bis 12. November findet eine Voll-Führer Sitzung des Jugendring statt, deren genauer Tag und Arbeitspro gramm noch durch besonderes Rundschreiben an die Bünde bekanntgegeben wird. Es sei hier schon mitgeteilt, daß es sich um praktisch