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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1928-10-26 · 43 (26.10.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
4 (1928)
Issue
43 (26.10.1928)
Date
1928-10-26
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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i'iL'Mt IN Dt Hl A! I UtK IS..-AI : 111 •< MI N Kl I HilONSGtMEINDI: ZU LLH'Zlü Deutschlands in alle Welt tragen, Taten, die durch Akte der Rohelt und der Entmenschtheit verdunkelt werden konnten. Leider sind die Qerichte, die Ober Anschläge gegen Juden und judische Heiligtümer ni urteilen haben, gegen die Tater außerordentlich mi.de. Wo wir als luden angegriffen werden, finden wir nicht unser Recht. Und dennoch: legen wir nicht die Ilande in den Schoß, verzweifeln wir nicht am deutscheu Vaterlande. Wir sind Deutsche und wollen es Weihen. Inzwischen war der Reichsjusti/minister Dr. Koch im Saale erschienen. Der Vorsitzende Dr. Brodnitz richtete au ihn unter starkem Beifall der Versammlung herzliche Worte der B.-grü- Bung. Der Reichsminister bestieg die Tribüne und gab im Namen der deutschen Reichsregierung folgende Erklärung ah. Hochverehrte Landsleute! Die Rcichsrcgierung, in deren Namen ich spreche, ist sich mit Ihnen einig in der Entrüstung Uber die Vorfälle, die hier vorgetragen wurden, und im Schmerze, daB Deutsch.' Deutschen Derartiges haben antun können. Wir alle, die wir hier versammelt sind, wissen, dali deutsch ist: wer nach Sprache, Sitte, Kultur und Sehieksalsgemeinschaft dein deutschen Vaterlande angehört; wir sind uns einig in der Verurteilung der Ausschreitungen, die deutsche Staitsburger gegen deutsch« Staatsbürger un.' den Gott shäusern begehen. Wenn sich aber Hall und Irrwahn sogar gegen Tote kehrt, so geht das weit über allen Antisemitismus hinaus. Das isi nicht mehr ein üegen«ptj zwischen Deutschen jüdischer Konfessi n und Antisemiten, sondern ein Gegensatz /wischen Mensch und Unmensch. Seien Sie überzeugt, dali die Reichsregierung gegenüber solchen Ausschreitungen ihre Pflicht tun wird als Hüterin der Ordnung und des Friedens und im Interesse des deutschen Ansehens im Auslande, well sie sich seihst in ihrem Rechtsgefühl durch diese Ausschreitungen auf das tiefste und schmerzlichste beleidigt fühlt. Sic haben darum recht getan. Ihren Protest in die Welt zu schicken. Die Regierung Khließt sich diesem Protest in jeder Hinsicht an. Dr. BrodniÜ dankte dem Minister und der Reichsregieruug füjr diese Bekundung der Solidarität mit den Mitbürgern jüdischen Glaubens und betonte, dali dieser Kampf gekämpft wird nicht nur im Interesse des Judentums, sondern in dem Bewußtsein, dali man damit dem ganzen deutschen Vater lande dient. Man könne nicht aus dem Deutschtum das Judentum ausnehmen, ohne dal! dem ganzen deutschen Vaterlande ein Schaden zugefügt wird. Der Präsident der Jüdischen Gemeinde Berlin, Herr Komincr/ienrat Gerson Simon hob in seiner Ansprache besonders hervor: Alle Maßnahmen, die getroffen werden, würden in ihrer Wirksamkeit so lange gehemmt sein, wie die allgemeine Rechtsprechung gegenüber den UebeUitern einen Grad der Milde walten lasse, der in keinem Verhältnis zu dem Grade der Niedrigkeit der Gesinnung stehe. Sehr anzuerkennen sei deshalb der letzte Erlaß des preußischen Justizministers, Herrn Dr. Schmidt, in dem die Aufmerksamkeit auf diesen SINGER Nähmaschinen in altbewähj Erleichterte Zahlungs; bedingunqen SINGER Nähmaschinen AWiengesellschoft, In Leipzig: C 1, Petersstraße 14 (Sir.gerhausi ■fr S 3, Südstraße 26 * tlW 31, Zscbochersdie Straße 24 * N 22, Hallesdie Str. 97 * 0 30, Eisenbahnstr. 48 r Leopold Lyssow Steekner-Pa^sage, Tel. 29183 Spezial-Uesdialt [einsler in- und ausländischer Schokoladen Heller - Kohler Hamann -Rumpelmayer Fassbender neu aufgenommen. -laß »'er. leg, ihureit ''■in i h> liife 'iis- Punkt gelenkt wird. Weiterhin trat er der Anschauung entgegen die Großgemeinden, hauptsachlich die Berliner Gemeinde, kein stindnis zeigten für die Nöte und Sorgen der kleinen (ieine ■ die heute nur unter den allerschwersten I asten das jüdisch.' I relle l eben innerhalb ihres kleinen Kreises au.recht e halten kö Ein beredtes Zeugnis für das allgemeine Mitgefühl für di.' B im Reiche sei die Ueherfullung dieses Saales. Dieses Mitgefuh dürfe ihnen eine Bürgschaft dafür sein, dali ilie Berliner Juden I seien gegen jene Gewalttaten mit allen zu Gebote stehenden M zu kämpfccn. Rechtsanwalt Di. Bruno Weil erinnerte an die zahlreich n krete, die in der Vergangenheit gegen Schänder jüdischer Friei erlassen, und in denen den Schändern sogar Tod.'s- und Venn 1 einziehungsstrafen angedroht worden waren. Direktor Hugo Ostberg sprach von den! eiden der kleine,1 i<jj. sehen Gemeinden, die die grolle Mehrheit der im Preußischen indesverhand zusammengeschlossenen 72(1 Gemeinden bilden, Der einer schloß mit den Worten: Hoffen wir auf das deutsche Volk! Nach weiteren Ansprachen des Pr isidennten des Preußischen Itages Bartels, des Staatssekretärs II el t scher (im Namen les preußischen Justizministeriums), des Polizeivizepräsidenten Dr. V if) (der im Namen des Polizeipräsidenten und des preußischen In nministers jegliche behördliche Hilfe zusicherte) und des S< % stellers Julius Bab wurde einmütig und unter großem Beifall die folgende vom Vorsitzenden verlesene Entschließung angenomi :k „Die zu der Kundgebung im Herrenhaus versammelten Hundert «1 deutschen Bürgern und Bürgerinnen erklären: Die Tatsache, daß Judengegner zur Durchsetzung ihrer Ziele :m Stelle geistiger Waffen rohen Ueberfall, verbunden mit schweren KörperVerletzungen und Sachbeschädigungen, insbesondere Schändung von Grabmälern, anwenden, ist in so bedrohlichem Maße dl dl die Ereignisse der letzten Jahre bewiesen, daß das öffentliche 0< sen aller Teile des deutschen Volkes aufgerufen werden muß. un bei aller politischen Verschiedenheit aus innerstem Billigkeit - fühl heraus die dem Denken und Tun der Täter zu Grunde lieg' nie Oesinnung als eine Schmach für Deutschland und die deutsehe Kultur zu empfinden. Die Versammelten rufen das gesamte Volk zur entrüsteten AI limine der Untaten und zur Schaffung eines Oe:stes auf, der bei aller Freiheit der Meinungen eine Austragung von politischen Fragen nach den Begriffen von Recht, Sitte und Anstand fordert." Resolutionen lefaßl au! dem Verbandstat; des Zentralverbandes jüdischer Handwerker Deutschlands am 5 Juni 1928. Der Zentralverband jüdischer Handwerker Deutschlands legt V it darauf, daß die auf dem Verbandstage in Hannover gefaßten Besch sse weitesten Kreisen bekannt werden. I. Zum Referat: „Der jüdische Mittelstand". Die wirfschaftliche Entwicklung der Nachkriegszeit hat den jüdischen Mit 1- RJÄOSfiä; ST€fT)P€L gtgr^^MMr ALBERT OTTO LEIPZIG. Plauenschestr.2 Tel.25291 SCHILDER m% HAIM-ST8.1/ 19 jyunsrTiN-ß .^ysoyoc üdhb? -lycrtcoyn Gummi- Strümpfe, Leibbinden, Hüftgürtel, ßrusthalter in vollendeter Paplorm bei «rüpter Auswahl DimengUr . u. Bind«n I» » Der Bubikopf j Dauerwelle l Wasserwelle i Haarfärbe i durch Spezialisier. 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