Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 41 (12.10.1928)
- Date
- 1928-10-12
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 2 Aus d er Jugendbewegung Jüdischer Jugendring Leipzig Es erscheint notwendig, ZU Beginn der /weiten Periode der Arbeit im jüdischen Jugendring I eipzig, die sieh auf innere Intensivierung richtet, der jüdischen Oeffentlichkeit die geistige Gliederung der bisher vereinigten Organe, nämlich des „Ortsausschusses Leipzig der jüdischen Jugendverbinde (Mitglied des Reichsatnachusses der jüdischen Jugendverbände)" und des „Jüdischen Jugendnnges-4 i cip- .1 darzulegen, Gipfelte ninaHch bisher die Tätigkeit des Jugendinisatorischen Bemühungen, die zur Aufgabe des Ortsausschusses der Jüdischen Jugendverbinde gehören, so beginnen wir letzt, dem eigentlichen Grundgedanken des jüdischen Jugendrings näherzukommen. Schon bei der Gründung war es der Führerschaft der beteiligten Bünde klar, dali dem Jugendring »her das rein Technische hinaus eine Aufgabe im Geistigen bevorstände, — Was hat der jugendring, vorerst an Technischem, bisher geleistet? Er hat als korporativer Verband den Schritt in die Oeffentlichkeit getan und somit der judischen Jugend Leipzigs Anschluß an die Entwicklung verschafft, in der die gesamten anderen grollen Jugendorganisationen in l eipzig bereits standen, er hat Sit/ und Stimme im Ortsausschuß Leipzig der deutschen Jugendverbände. Die im Januar 1028 durch 1 dpzig gegangene Ausstellung .Das junge Deutschland" wurde vom jüdischen Jugendring geschlossen und wirkungsvoll beschickt. Pas Jugendamt der Sladt Leipzig hat uns zuerst für die Sommermonate einen städtischen Spielplatz zur Verfügung gestellt und den Bünden somit die Möglichkeit geregelten Sporti) et riebet unter sich selbst gegeben, das Jugendamt bat w\- nunmehr zwei städtische Turnhallen für die Winterzeit an einem Abend in der Woche überlassen. Her Jugendring erhielt von der Gemeinde Geldmittel zur Anschaffung gemeinsamer Sportmittel, Fahrtenunterstützung für bedürftige Mitglieder. Das judische Jugendheim in der linivcrsitätsstr. stellt den meisten Bünden, vor allen Dingen denen, die bisher kein Heim hatten zui Verfügung. Die vom Jugendring veranstaltete Treffahrl in diesem Sommer war auch in organisatorischer Hinsicht ein voller Erfolg. — Dei Jüdische Jugendring steht jetzt vor neuen Aufgaben. Die Basis i-t geschaffen, der l eberbau wird in Angriff genommen. Kuhren wir an ein Orundproblem des Judentums, erwähnen wir die Uneinigkeit der Menschen unserer Schicksalsgemeinschaft, so ist bereits der Weg gewiesen, den die jüdische Jugend hellte zu gehen hat. Es handelt Meli um nichts w eniger, als um die Erziehung der jungen; Juden zur objektiven Entwicklung ihrer Ideen, zur Achtung der Ideen des anderen und zur Beseitigung des Bruderkampfcs um des (ieistes willen. In dem Augenblick, wo sieh die Führer sämtlicher Bunde zur Schaffung des vorläufig nur organisch gedachten Jugendrings zusammentaten, war in ihnen das Bestreben, sich (hin anderen, bisher fremden jungen Juden ehrlich und frei zu bekennen, um von ihm das gleiche Wissen zu erhalten und ihm somit unter dem Bewußtsein gegenseitiger rreimütigkeil von nun ab entgegentreten zu können. Diese Absicht wurde unterstützt durch das häufige Beisammensein nicht nur der ott mehr oder weniger intellektuell und problematisch veranlagten Gruppenführer, als auch der Bünde, der Gruppen, der Jungens und i Mädeh selbst. Der persönliche Kontakt nunmehr vorhanden, geht es an duorganische Gestaltung der geistigen Beziehungen. Indem wir I nunmehr bekanntgeben, dali wir diese in die Hand nehmen und dali in den nächsten Monaten die interne Arbeit des Jugendrings davon erfüllt -ein wird, können wir einige l'rogrammpunkte kurz entwickeln. Dasoziale Problem ist das gegebene, die Kräfte der Jugendgerncin- BChaften nach außen hin zu betitigen, weil es im engen Kreise der jüdischen Gemeinschaft Teillösungen gestattet. So werden in diesen Wochen unsere Kräfte von uns selbst dahingehend geprüft, ob und wo wir hur einsetzen können. Wir hoffen, den Institutionen unserer Gemeinde bald Vorschläge machen hezw. von ihnen erbitten zu können. Intern wird hierüber am 21. Oktober ein Führertag abgehalten, j zu dem wir uns Dr. I uhinski, Berlin, und Dr. Max Mayer, Berlin, als Fachmenschea zum Referat erbeten haben. Als teilweise Arbeit, da es für einige Bunde nicht als verpflichtend gelten kann, werden verschiedene Oruppeu Arbeitsgemeinschaften unter sich vereinbaren, in denen sie sich Kenntnis ihrer Ideen und Ideologien vermitteln und zur gegenseitigen Information Austausch-Referate abhalten werden. Endlich denken wir an musikalische Gemeinschaften (ein Guitarre-Kursus «st bereits eingerichtet) und an einige öffentliche Veranstaltungen am Ende des Winterhalbjahres. Zu Chanukka soll in diesem Blatt eiae Extrabeilage des Jüdischen Jugeadriog erscheinen. Somit sind die Perspektiven de« jüdischen Jugendring ku: zeichnet. Der Erfolg ist abhängig vom restlosen Willen allei |( zur Mitaiheit Itjld vom Eintritt, letzten Eudes der Bünde, die sich m Jugendring gegenüber bisher neutral verhalten haben odei in gar noch vollkommen fremd gegenüber stehen. Die Erfassung , Kriifte gelte daher als unser erster Erfolg. Hans Oester1! ülrt&ei*e Gemeinde Jubiläum Kantor A. EibenSChütZ Am Ix Oktober sind es fünfundzwanzig Jahre geworden, tu u Kantor Eibenschütz in der Talmud-Thora-Synagoge Keilstraße g heiligen Dienst versieht. Nach Absolvierung der Kantorensctiul ilin, die ihn mit einem ausgezeichneten Zeugnis entließ, übe. im er 1903 au der genannten Synagoge sein Amt als Vorbeter u J Kore. Mit seiner angenehmen baritonalcn renorstimme hat . besonders! i n den hohen Feiertagen, die Betenden erhoben, ha mit Verständnis und hohem Können den Wochenabschnitt verlese ind seine Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit ließ ihn Sommi Winter kein Gebet versäumen, Kantor E. entstammt einem I | renhaus, sein Vater, Oberkantor I. Eibenschütz s. A. war 19 ire hindurch der Stolz der Gemeinde Ujhely, weitbekannt über die üzeii Ungarns. Auch seine Lebensgefährtin wählte der Jubita gleichem Milieu und führte eine Tochter des als Komponist« vnagogaler Werke bekannten Musikdirektors D. Rubin-Prag I rt Medial II. a.) heim. EibtlSChÜlZ erhellt sich eines glücklichen, hl jüdischen Familienlebens und es soll an dieser Ste le nicht unerw um bleiben, in welch vornehmerund diskreter Art im Hause Eibns mz Wohltätigkeit am W erke ist und in welch edler Bescheidenhe r Jubilar und seine (iat'.in lautlos < itites tun. Wir wünschen dun J . ,r noch viele Jahrzehnte treuer Pflichterfüllung in ungebrochen, r afl im Dienste seines Schöpfers und seiner Gemeinde, Jahrzehnt der Zufriedenheit, der Gesundheil und des Familienglücks, Ad i annoel Wel ansch:iuun^sfragtn im Sozialpädagojiischen Frauenseminar - ein Akt überparteilicher ^ulklärunj'sari'ut Im Rahmen der diesjährigen Winterkurse amSozialpädagogis lea Frauenseminar werden auch vier Vorträge über die Bezishu i der einzelnen Weltaiischaiiungsgriippcn z.u den gegenwärtigen Iii turaufgaben der Frau gehalten. Als Vertreter des evangelischen < sentums spricht am 7. November Herr Konsislorialr.it Supcril i dent I). Zenker. Am 14. November der katholische Hochschul v sorger Herr Dr. I'. Lehmann für das katholische Christen n. Ueber die Beziehungen des Judentums zu den genannten Aul;i spricht am 28. November Herr Gemeinderabbiner Cohn und in 5. Dezember Herr Dr. Karl M e n i c k e - Berlin vom Standpunkte ler sozialistischen Weltanschauung. Auch sonst verdienen ilie von m Seminar veranstalteten Kurse weiteste Beachtung. I s werden fol] t Vorlesungen gehalten: über Pädagogik I. (irolistadtjugend HS Chaos und Sinn im I eben der jungen Generali >n unserer Tag I Erziehungsaufgaben der Erau in der Gemeinschaft, lieber Ptyt )• logie 1. über Psychoanalyse! 2. Charakterologie. Bei genüg* la Beteiligung über das Thema: Wandlungen der abendländischen i itCSgeSchkhte im Spiegel der Kunst. Mütterkurse: Gesani i ma: Das Schulkind. 1. Bastelarbeiten für Sehulkinder, 2. Weiche n eher sollen meine Kinder lesen? 3. Schulkinderkrankheiten. Aulier Verschiedenen Arbeitsgemeinschaften, die für ausgebi IC Wohlfahrtsbeamünnen usw. gedacht sind, findet eine Arbeitsgeu inschaft für ehrenamtlich arbeitende Helfer und Helferinnen stati in der praktische Fälle aus der Arbeit besprochen werden. Die sozia irbeitenden Kreise unserer (iemeinde würden hier eine gute flegenheit zur Bereicherung ihrer praktischen Kenntnisse finden Der ausführliche Arbeitsplan ist durch die Kanzlei dis Sozialpada: isehen I rauenseminars, KonigstraUc 20, zu beziehen. Aus ihm sind l h die Bedingungen für die Teilnahme an den einzelnen Kursen Ol ersehen. Hills verein israelitischer üewe betreibender Der Hilfsverein israelitischer Gewerbetreiben ist an sich ein Ge g tu sei t i g k ei t s verei n, der seine Mit, der in Armut und Krankheit stützt, und der eine großzügig e r kende Darlehnskasse unterhält. Er erstreckt seine Arbeit a: er auch weit über die engen Grenzen «ei«er Mitglieder hinaus, in»' ■ er zu Beginn des Winters eine Ki aderbeachen k ung veran» il