Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 36 (7.9.1928)
- Date
- 1928-09-07
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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5 dewa bereits in dieser Sprache ZU dichten; bald darauf erschienen Perlen iIiror Lieder in ,,l latkufah", „Haolam"; Hapoel -la/iair", ^eid-Lltah". I lischewa gehört EU denen, die sieh Willig von der Mdiza, von den Bibclstil emanzipiert haben. Die Modernisierung ihrer mit „Frau Natur" aufs engste verknöpften Sprache erfährt noch dadurch eine weitere Vollendung, daß ihre Verse nach der palästinensisch« irdischen Aussprache aufgebaut sind, was von nicht geringer Bedeutung ist, wenn wir uns vergegenwärtigen, daß die neu.- Generation sephardiftch spricht. 1 lischewa ist lyrisch. In der „zaubernden Stille der geheimnistreuen Wälder, bestrahlt vom Qlanze der blauen Nächte", greift die einsame Dichterin ZU ihrer Lyra. Hie Natur ist ein Welttempel, die Sterne seine Sabbatkerzen, sie ist die Priesterin der Menschen- Bebe. 1 . ist noch verfrüht, über ihre Dichtung ein Urteil zu fällen. 1 s sei nur gesagt, daß sie originell und talentvoll ist. Ihre schön bauten Gedichte werden gern gelesen. Ihrer Feile: verdanken wir auch einige Erzählungen von tiefem psychologischem Reiw („Die Sabbatkerzen" in „Haolam", ,auf der Sommerfrische" in „Hatkufah"). Was aber das wunderbare ist: Elischewa ist eine Tochter eines russischen Mauers griechisch-katholischer Konfession. „Elisaweta Iwanowna Zirkowa", so hieß sie früher, is, im w agebiet geboren und im intelligenten Kreise Moskaus erzogen worden. Ihre Mutter, eine Irländerin. starb, als sie 3 Jahre alt war. Hu Vater war Bauer, Dorflehrer und schließlich Verleger In Riasan an der Oka. Sie hat in ihren jungen Jahren nie Gelegenheit gehabt, mit Juden zu verkehren, sie war auch niemals im jüdischen Ghetto. In ihrer I leimatststadt Riasan hat sie nur einige assimilierte jüdische Familien kennen gelernt, sowie einige Zionisten, die einen starken Einfluß auf sie hatten. Ä Versicherungen aller Art Siegmund Colin Elslersfraße 2.4 Fernspr. 15QÖ6 %, Alle Ritualien einschl. Esrojim und Lulowim sowie Gebetbücher in bewährter großer Auswahl liefert M. W. KAUF MA N N Brühl e Tel. 23009 Das Schicksal des jüdischen Volkes, das neu mit der Kraft eines Qlaubens sich ausbreitende Ideal der jüdischen Renaissance, die; Schönheil der hebräischen Sprache („eine Sprache des Herzens und der Dämmerungen"), das alles hat die junge Dichterin begeistert Sie begann hebräisch zu lernen bei einem Schüler aus Tel-Aviv; Generationen vernehmen zu können. Die jüdischen Bücher wurden sie begab sich oft in die Synagoge, um den „Zaar" (Kummer) der ihre einzige Freude am Tage und „das Träumen im Hebräischen in der Nacht". In dem Maße, in dem sie sich in der neuen.Sprache vervollkommnet, geht sie immer mehr dazu über, hebräisch ZU dichten. „Und wenn ich nicht die Belastung, die ich von meinen russischen l ltern geerbt habe, die Trägheit besässe, so hätte ich viel mehr für dt hebräische Literatur schaffen können". (Brief vom Jahre 192«). Sie beneidet die biblische Ruth %<m Moab, ihre Vorgängerin, die als erste gesagt hat: „Dein dott ist mein Got$, dein Volk ist das meine". Diese W orte hat I lischewa als Motto ZU ihren „Geheimen Liedern" gewählt. Sie hofft, dal! das jüdische Volk, „das unendlich reich und gut ist ', „ihr Opfer der Liebe und der Verehrung nicht ■ablehnen wird". Ihr Sehneu ist auf Palästina gerichtet. „Wenn es mir manchmall scheint", so schreibt sie, „daß die Quelle meiner Dichtung leer und trocken ist. so weiß ich: In dem schonen Sonnenlandejf inde ich meine Schechina wieder". rni Telephon Nr. 55333 53067 reinigt und ffJIrbt schnell und preiswert Teppichs, Porttoren Herrenu. R£tm«Sigurd. Nädiste Filiale SalzelBchan 0, Tel. 14 424 Bettstellen, Matratzen, Auflagen Roßhaarkissen, Daunendecken, Steppdecken JA. Steiner & Sohn R.=<3.:: Neumarkt 5 ■■iiiiiiiiiiii