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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1928-08-24 · 34 (24.8.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
4 (1928)
Issue
34 (24.8.1928)
Date
1928-08-24
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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QUKMDEBLATT DER ISRAELITISCHEN ifiBUOtONSOCMEIMDC LEU»Z1Ü f. htigkcit auch darin zur Geltung kommen, dalt der Gewissenszwang aufhört, der heute ausgeübt wird, indem bei allen sozialen Einrichtungen, wenigstens in Deutsehland, (iottesdienst und Lebensführung in nach streng orthodoxen und streng rituellen Forderungen geregelt werden, b) Die größte soziale Tat des Judentums, der Sabder Kneehte und Mägde, kann nur dann segensreich sein, wenn den wirtschaftlichen Verhältnissen Rechnung getragen wird und itTi (iotteshause und im Familienhause die Ruhe der Seele gesucht v 1 an dem Tage und in den Stunden, die die Arbeitsruhe ermög- Idhen. ■\m Monlan, den 20. August, vormittags, ging die Konleren/ in di" Hauptaussprache über die programmatischen Vorträge des Sonnjj ein. Den Vorsitz führte justizrat Dr. Blau-Frankfurt a. M. I 'ie Aussprache gestaltete sich zu einer geistigen Auseinandersetzung zwischen den Anhängern der Tradition und den Verfechtern der Reform innerhalb des liberalen Judentums. Die Traditionellen wandten sich insbesondere gegen die Ausführungen von Dr. Joseph I , mann, Prediger der Jüdischen Reformgemeinde zu Berlin, der sein Referat „I>er Einflull des liberalen Judentums auf die soziale \ it" zu einem Werbevortrag lür den Reformismus gestaltete. Am schärfsten wandte sich Professor Elbogen gegen Lehmann, während Dr. Seligmann wünschte, dall man die Reformisten nicht wieder abstoße. Er knüpfte an die Forderung „Haut Brucken 1" an, die Prof. Elbogen in seinem Beitrag für die Sondernummer der „Jüdischen Rundschau" erhoben hat. Der Oedanke „Baut Brücken!" wurde dann von mehreren Rednern aufgegriffen und variiert und gab den versöhnlicheren Ton an für den Ausklang der Aussprache. Am Montagnachmittag teilte sich die Konferenz in drei Sektionen, in denen das llauptthema „I>ie Verwirklichung der Botschaft des liberalen Judentums" behandelt wurde In der ersten Sektion, die di in Thema „Gottesdienst" gewidmet war und die unter dem Vorvit/ von Prof. Dr. Elbogen stattfand, referierten Rabbi S. IL Ooldenson, Rabbiner der Rodel Shalom Congregation in Pittsburgh und Rabbin (iermain Levy, Rabbiner der Union Liberale Ist achte in Paris. In der zweiten Sektion wurde das Thema „Häusliches Leben" behandelt. Redner waren Hon. Lily Montague und der Vorsitzende der Vereinigung lür das liberale Judentum Heinrich Stern. Die dritte Sektion (Vorsitzender Rabbi Julian Morgenstern, Präsident des Hebrew Union College in (änciunati) behandelte daa Thema „Jugend". Es sprachen Dipl. Ing. Ludwig Lewin vom jüdisch-liberalen Jugendverein in Berlin und Rev. M. 'L. Perlzweig- London. ' t i Liegen 6 Uhr abends war das Plenum der Konferenz wieder verstümmelt; nachdem die llauptaussprache fortgesetzt und beendet 1 war, gingen die Referenten Dr. Lehmann, Plülipson-( äneinnati und Dr. Baeck noch kurz, auf die Darlegungen cTer Diskussionsredner ein. i Der Vorsitzende Dr. Blaujjab „noch ein kurzes Rcsumc und iiüh.tcaus: Meinungsverschiedenheiten bestanden nur über Weg, nicht über Ziel. Das Ziel ist das gleiche: Wir wollen alle nach höchster Jüdisch» I keit streben. Die Aussprache bewegte sich auf hoher Linie, über I vieles wurde Klarheit geschaffen, man hat viel von einander gelernt. Die Konferenz schreitet dann zur Wahl der Leitung des Weltverbandes. Die Leitung setzt sich danach wie folgt zusammen: Ehrenpräsident ist Claude <i. Montefiore, l hrensekretärin Lily Montague, | dem Vorstand gehören Ferner an: aus Amerika: Rabbi Enelow, Dr. Morgenstern. Dr. A. Simon und A. Leo Weil; aus Deutschland: K.-A. Heinrich Stern, Prof. Elbogen und Dr. Seligmann; aus England: neben Montefiore noch Rabbi I >r. Mattuck. Das Schlußwort hält R.-A. Heinrich Stern. Präsident Montefiore dankt mit großer Herzlichkeit den deutschen liberalen Brüdern, insbesondere deren Vorsitzenden Heinrich Stern, lür die Gastfreundschaft und Übergibt I leim ich Stern eine künstlerisch ausgeführte Dankadresse des Wcltverbandes für die Vereinigung für das liberale Judentum. Er schließt mit den Worten: Vorwärts, aufwärts! Jetzt kommt die Zeit des Sehaffens und Verwirklichens. Wir müssen vor allem die Jugend gewinnen und eine Werbe-Offcnsive für den Gedanken des liberalen Judentums einleiten. Die Zukunft gehört dem liberalen Judentum. Nach einein Von Rabbi Mattuck gesprochenen Gebet stimmt die Versammlung den Hymnus „En keelauhenu. en kcmalkenu..." an. Damit war die zweite Weltkonferenz des liberalen Judentums zu Ende. sore Gemeinde MalbtaRSferienkolonie des Jüdischen Frauenbundes Ortsgruppe Leipzig Wie alljährlich hatte der Jüdische Frauenbund auch in diesem |ahre im Lunapark seine Ferienspiele veranstaltet, die ihren Zweck, den Kindern Erholung und frohe Ferientage zu schaffen, voll erfüllt haben. Begünstigt durch das schöne Soinmcrwfcttcr konnten. Luft und Sonne, die besten Heilfaktoren, voll ausgenutzt werden. Die Absicht des Jüdischen Frauenbundes, möglichst vielen Ki:iiiin wenigstens eine örtliche Erholung zu schaffen, hat erfreucherweise sehr viel Freunde gefunden, so dal! die Halbtagsferien- 1 wie von Jahr zu Jahr ausgebaut werden konnte. In diesem Jahr nnte die Zahl der Kinder auf Till erhöht werden. Die Besitzer des Lunaparkes, die Herren E c d o r h c r g c r haben durch fi eil. Ueberlassung ihrer schönen am Auensee gelegenen Spielwiesen den Kindern einen Spielplatz gegeben, wie man ihn sich in so unmittelbarer Nähe Leipzigs nicht schöner und zweckentsprechender wünschen kann. Dil! sie über dieses Entgegen* kommen hinaus alle Uli Kinder * ier Wochen lang täglich mit frischer Milch überreichlich versorgt haben und Ihnen noch manche Extrafreude bereiteten, bedarf eines besonderen Dankes. Viel Dank gebührt auch dem Rat der Stadt Leipzig Ifür seine Beihilfe zur Verpflegung und für sein freundliches 1 ntgegenkommen bei Lieber lassung der Sonderwagen. Dank der finanziellen Unterstützung vieler Gönner und Freunde dir Ferienspiele konnten die Kinder täglich zu ihrem I tiihstücksbrot Obst, liier oder dergl. erhalten und gerade die Zuki.st wurde von den Kindern täglich mit Spannung und Jubel begrüßt. Line besondere l reude wurde den Besuchen Sie mich in meinem Ausstellungslokai im HOTEL ASTORIA Ich zeige Ihnen c^ort gern unverbindlich die von mir vertretenen PIOKABD-, PUCH-, IA<G»FBISTO MA<H -PHOTOS-, CITHOEI-ER9SBVCIWISSIE Leipziger Rutomobilhaus Franz Kühn fiotel Rstoria Inn. Ollo Hofmann Blücherplatz 2

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