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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1928-07-20 · 29 (20.7.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
4 (1928)
Issue
29 (20.7.1928)
Date
1928-07-20
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Seite 9 Aus aller Welt Warnung vor Einwanderung nach Deutsdilami, Frankreich und Belgien Uie Verwaltung der Warschauer Jüdischen Gemeinde ging vom jüdisch an Rettungskomltee in Köln ein Schreiben zu, in welchem auf die katastrophale Lage der nach Deutschland, Prankreich und Belgien ausgewanderten polnischen Juden hingewiesen und gebeten wird, auf die jüdische Bevölkerung, insbesondere am die Jugend, einzuwirken und vor übereilter Auswanderung zu warnen. Laut den bestehenden Vorschriften dürfen Ausländer ohne spezielle Erlaubnis der Behörden in Betrieben nicht beschäftigt werden. Die jüdischen WohlfahrbInstitutionen sind nicht immer in der Lage, allen jungen Leuten, die »ich an sie wenden, zu liehen. In der Regel werden solche Einwanderer in Haft genommen tmd solange zurückgehalten, bis sich eine größere Gm,;ie angesammelt hat, die man sodann im Etappenwege über die Grenze abschiebt. (ITA) Erleichterung der jüdischen Auswanderung aus Rußland Zwischen der Moskauer Abteilung der Jewish ( olonlsation Association (J< A) und der KOMZET (i.Yg'erUiigskommission für Latid> ansiedlung und Industrialisierung der Juden) ist ein Abkommen getroffen worden, demgemäß die Auswanderung von Juden aus Rußland von jetzt ab erleichtert werden soll. Wie dem ITA-Vertreter seitens des ICA-Büros mitgeteilt wird, hat das Moskauer Einibrationsbüro der J< A bereits einen Stab von Funktioniren zur Regelung der jüdischen Auswanderung aus Rußland engagiert In den wichtigsten Provinzstidten sollen später 1 tkale Emigrationsbüros eröffnet werden; dir Zeitpunkt dieser Eröffnung hängt davon ab, wieweit es möglich sein wird, einen geeigneten Mitarbeiterstab tür die Provinz ZU linden. Begründung des ..Verein Jüdische Presse" Im Sitzungszimmer der Synagoge Fasnnenstraße in Berlin fand im Anschluß an den Aufruf des Komitees jüdischer Journalisten zur Begründung eines Verbandes jüdischer Jour lalisten Montag, den 9. er. eine Besprechung statt. An ihr nahmen eine Anzahl an jüdischen Zeitungen tatiger Journalisten Berlins teil. wie der Leiter der Besprechung, Kreindler, mitteilte, sind sowohl aus dein Reiche wie aus Berlin eine Anzahl Beitrittserklärungen ein e .:■;en, die eine gedeihliche Entwicklung des Vereins erhoffen lassen. Bei allen Anwesenden bestand Leben inst nie..mg darüber, daß die Gründung einer Organisation, welche die Wahrung der Berufs- und Standesinteresseu der an der jüdischen Presse tätigen Journalisten zur Aufgabe hat, ein dringendes Erfordernis ist. in eingehender Aussprache wurde eine Reihe von Aufgaben der Organisation skizziert, wobei festgestellt wurde, daß aufnahmefähig lediglich au jüdischen Zeitungen tätige Journalisten sind, die in einem festen Vertrags- Verhältnis zu einer jüdischen Zeitung stellen. Auch die in Deutschland tätigci Vertreter ausländischer jüdischer Zeitungen, soweit sie in einem festen Vortragsvcrh.ihu.s zu diesen Zeitungen stehen, sollen in die Organisation einbezogen werden; ebenso sollen die Redakteure an Gcmeindcblättern, auch wenn sie nicht im I lauptarnte 1 » £ . ■ jgf\ SV .....M Herren-Hüte Das Beste in aller Pre\-!d£en Reise-. Spor'-, Yactit-, Schüler' t:t;d Kinder- Mützen JUÜUS Müller, Leipzig, Petersstr.30 iMd Gohlis, liallistfie Straße 87-BÖ In Gohlis a>!ch Wa'-dv5, Crav.:*i<»n ttrd inVrr. --•-■■M-f-' Journalisten sind, bei denen aber sie sonstigen Voraussetzungen \uitfcgeu, aufgenommen weiden. iNacii kurzei Aussprache wurde bes.ciuo--.sen, den Namen „Verein Judische Presse" zu wählen. Zur Leitung der weiteren Arbeiten wurde cm provisorischer Vorstand eingesetzt, dem die Herren Leo Kreindler, Bruno \vu)ua, Michael Wmmorand und Herraan Suct angehören. An dre an den jüdischen Zeitungen Deutschlands titigen Journalisten, an die Redakteure der üemeindebiättei und au die I \ ertreter ausländischer jüdischer Zeitungen in Deutschland gcni nunnieiir die Aufforderung, sich umgehend dem „Verein judische Presse", soweit das nocu mein geschehen Ist, anzuschließen. Beitrittaerklärungen sind an Herrn Leo Kreindier, Bei tut W 15, t'ialzburger Straße 10, zu richten. Sobald der Entwurf einer Saizuiig, mit dessen Ausarbeitung der provisorische Vorstand beauftragt wurde, vorliegt, wird die Einberufung einer Sitzung ertolgen, in der uie weiteren Maßnahmen, inshcsoiiuere die Wani emes eiiugniii0e,; \uistaudcs, beschlossen werden sollen. (J LA) Zusantnienarbeit der Jüdischen Sozial l ürsor^er in verschiedenen Ländern Im Zusammenhang mit dem in diesen l igen in l'aris stattgefundenen Internationalen Kongreß für soziale Fürsorge haben etwa -15 dem Kongreß buwt.hnu.de Delegierte jüdischer Wohlfahrtsorganisationen und eine Anzahl anderer jüdischer So/ialtürsorgei im Mause der Jewish Colonisation Association (JCA) eine Versammlung abgehalten, die der schon oit erörterten luec einer internationalen Zusammenarbeit der jüdischen Fürsorge-Organisationen der verschiedenen Länder dienen sollte. Die Initiative zu dieser letzten Zusammenkunft ging u. a. von der ZentaaJwohtfahrtssteile der jüdischen Gemeinden Deutschlands a.is, deren Leiter, Herr Otiermagistratsrat z. D. Ollendorff, der Beratung beiwohnte. Aus Deutschland nahmen au den Beratungen ferner teil Herr Rabbiner Emil Le\i- Berlin für den Sozial-AusschuD des Allgemeinen Deutschen Rabbinerverbandes, Herr Ur. Lubinski lür den Reichsausschuß der judischen Jugendverbinde 'Deutschlands u. a. m. Der Generalsekretär der JCA, Herr Edouard Oungre, leitete die Verhandlungen, denen führende Männer und 1 rauen aus Frankreich, i leutscflland, den Verein. Staaten, Großbritannien, Polen, Lettland und andere,i Ländern beiwohnten. Die Versammlung erörterte mehrere jüdische Wohlfahrtsfragen, die in Verbindung mit dem allgemeinen ITogiamiii des imeiiiatiji:a;en Kongresses iur soziale Fürsorge im Zusammenhang stehen und schritt dann zur Beratung des Hauptprogrammpunktes: Schaffung eines engereu Kontaktes zwischen den 1 Ührern der jüdischen sozialen Fürsorge in den verschiedenen Landern. Aul Anregung von S. Cohen, dem Vertreter der Londoner Jewish Association lor the Protection oi giris and Woineu, wurde eine aus Minnern und Frauen, die in den verschiedensten Zweigen jüdischei soziale. Betätigung wirken, bestehende Kommission eingesetzt, der die Aufgabe übertragen wurde, den Plan einer Zusammenarbeit der jüdischen l ürsorge-fustitutioneu und -Persönlichkeiten auf im ernationalem Boden auszuarbeiten. -^HinilltlllllltliiliniH Der Eubikoiif Dauerweller Wasserw Her. Haarfärber. durch Spezialisten Richard Lorenz, Brühl 4 ix',,: ::ttiiiiiiiiatiiiiitriiE(i£t(iii«iiiiiiitiiäiir«iiz:t:ii±iiiB.ii:i»sifiCiitLf:tiftit]«£i: iiiKiiaiiiiiiiim^iMiif r Stasafie eJiscFiBein e)rit3 ^immef <Derfo&te V Peipjig 15. ,i'2C5 J

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