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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1928-06-15 · 24 (15.6.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
4 (1928)
Issue
24 (15.6.1928)
Date
1928-06-15
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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GEMEINDE BLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG StMc 4 leistigen Elementen aus Religion, Sprache, Kultur und Abstammung sich zusammen setze, so Hege in keinem dieser Merkmale etwas beschlossen, das die Juden in der vollen Erfüllung ihrer nationalen Pflichten hindern könnte. Entscheidend sd darüber hinaus das subjektive Merkmal des Willens, und dieser zeige die unlösliche und innige Verbundenheil iKr Juden mit Deutschland, das seit zwei Jahrtausenden ihr Vaterland ist. Nationales Bewußtsein im heutigen Sinne sei Produkl junger l ntwicklung. Seit dem Dreißigjährigen Kriege gab es preußisches und sächsisches, badisches und hessisches, aber Kein deutsches Nationalgefühl. Erst nach den Napoleonisch n Kriegen begann das Volk von deutschem Land zu sprechen, begann die Hochspanuung des deutschen Nationalgefühls, an dein die deutschen Juden ihren reichlichen Anteil haben. Das Tor, das den deutschen Juden durch den Zugang; zu allen deutschen Dingen aufgetan wurde, könne nicht mehr geschlossen werden. Der Weg gehe für Inden und Christen nach der gleichen Richtung: Aufbau des Vaterlandes, Gemeinschaft aller Outgesinnten, Beseitigung aller unnötigen Auseinandersetzungen, Verringerung der Debatten >ber die sog. Judenfrage, aus denen einzelne politische Parteien ihr ganzes Programm bilden möchten. Dr. Weil schloll seine mit hinreißendem Schwung vorgetragenen Ausführungen unter dem immer wieder erneuerten Beifall der Zuhörer mit den Versen aus den Meistersingern: Wacht auf, es nahet gen den Tag und leitete so zu der vom Kölner städtischen Orchester machtvoll vorgetragenen Ouvertüre aus den Meistersingern über. Rechtsanwalt Dr. Heinrich Frank, der Vorsitzende der Ortsgruppe Köln des Centraivereins hielt die Schlußansprache: Aus dieser Feier und Kundgebung anläßlich des Kulturwerkes der Pressa in Köln kling! und soll klingen das Hohelied unerschütterlicher Hcimats- und Kulturzugehörigkeit des deutschen und rheinischen Juden, der, in deutsche Kultur hineingeboren, unbeschadet seiner Treue zu väterlichein Glauben und Abstammung, Höchstes und Letztes für sein Vaterland einzusetzen gewillt ist. Was hier heute zur Rede steht, ist nicht das juristische Bürgerrecht, sondern der Anspruch auf das kulturelle Beheimatetsein des deutschen Juden innerhalb der deutschen Nation. Dr. Trank wies auf die Bedeutung kulureller Zusammenarbeit für das nationale Bewußtsein hin, und hob die aus der abendländischen Kulturentwicklung garnicht hinwcgzudcukcndc Bedeutung der Bibel hervor, in der die großen Menschheitsforderungen der Gegenwart bereits ihren klassischen Ausdruck gefunden hatten. Durch bedrückende Vorgänge der Gegenwart sollten wir uns in dem durch drei Jahrtausende bewährten jüdischen Optimismus nicht beirren lassen. Alles das, was uns als deutsche Juden heute bewegt, faßte Trank in das folgende mit begeisterter Zustimmung aufgenommene Schlußgelöbnis zusammen i •TT! neriigen Dienst am deutschen Volke und deutscher Kultur werden wir anlälllich der Pressa versammelten deutschen und rheinischen Juden auch* in alle Zukunft, in Willens-, Schicksals- und Kulturgcmeinschaft, in sittlicher, kultureller und geistiger Förderung heimatlich deutscher und rheinischer Tide unser I etztes und 1 löehstes hergeben, weil Herz, und Gefühl es uns so gebieten. Das Orchester stimmte das Deutschlandlied an, dessen dritte Strophe von der Festversammlung stehend gesungen wurde. An dem für alle Anwesenden unvergeßlichen Eindruck der Kundgebung ist neben dem schon genannten Kölner Orchester, das als Tinleitung die Ouvertüre zu Oberon gespielt hatte, noch Fräulein Hans) Book von der städtischen Oper zu Köln beteiligt, die eine Arie aus Mozarts II re pastore vollendet zu Gehör brachte. * est-" '"'-;<? AI chiedsdank dos Israelitischen Krankenhauses (Stiftung lsraeittisdits Krankenhaus) „Vereinsnachrichten" dieser Nummer veröffentlicht der Schatzmeister des Israelitischen Krankenheims einen letzten Spen- Areis und richtet an uns die Bitte, an dieser Stelle namens der ......les Krankenheims allen denen herzlichen Dank auschen, die sich um d.is Krankenheim und seine Erhaltung verd: -' .......'" 'vl'en. I )ie*cr Dank gilt vor allein den Verstorbenen, d hingebungsvolle I örderung im Andenken bewahrt zu wer- Dt: den Herren Hugo Cohn, Geheimrat Adler, Heinrich i ' Oskar Blümlein. Unter den Lebenden verdient betonde en Dank der stellvertretende Vorsitzende, Herr justi/rat Lebrecht. Ganz besondere Hervorhebung gebührt der aufopfernden Tätigk it der Herren Genieinderabbiner, ebenso soll die uneigennützig des Herrn Kantor Jatic nicht Übersehen und Trau Sehiacha, die in schwerer Zeil für die Wirtschaft des OKrankcnheims S< I en hat, die verdiente Anerkennung ausgesprochen werden Der Schatzmeister des Krankenheims, Herr Martin Marcus, hat den i IUI] esprochen, da'il man von seiner 10-jährigen Verwaltung des Amtes des Schatzmeisters nicht sprechen solle. Bei den her« «ragenden Verdiensten, die sich Herr Marcus um die Er, Haltung dieses so wichtigen Instituts, ganz besonders in den Zeiten, in denen sein Bestand arg gefährdet war, erworben hat, fällt es uns schwer, diesem Wunsche Rechnung zu tragen. Die Vielen, denen da> Krankeaheim Heilung oder Linderung ihrer l eiden gebracht hat, w irden ihm und all denen, die das Kiankcnheim gestutzt haben, unvergeßlichen Dank wissen. Vom Israelitischen Krankenhaus < liitingon-Stillung) Li i-: an dieser Stelle (in Nr. 21) über die Einweihung der Eitingon-Stiftung, des Israelitischen Krankenhauses, berichtet worilen. Es durfte im Interesse unserer Leser liegen, nunmehr über die <« Der Bubikopf nrbtrws Dauerwellen 'Wasserbällen Haarfärben durch Spezialisten Richard Lorenz, Brühl 4 >«E^nssTniiff iuv9iMt*iiritnf iTtitiiti......hmi i iuiTtHtMiiiiiiittnnutiniiiiitiniiiiiiiuiiiuvHitiiiiw>suiaE3=> Leitung, Verwaltung und Organisation unterrichtet zu werden. Die leitenden Aei ztc sind die Herren Dr. P, Deuel und Dr. Frankenthal, beide durch ihre langjährige Praxis hier am Platze wohl bekannt. Ihnen zur Seite stehen mehrere Assistenten. Oberin ist Frau Pardo. die bisher am jüdischen Krankenhaus in Hamburg tätig war. Auller ihr sind zurzeit II) Schwestern tätig. Küche und Haus beanspruchen noch zahlreiche höhere und niedere Angestellte. Die med.-tech. Apparate sind neuester Konstruktion und nach jeder Richtung hin als erstklassig zu bezeichnen. Die Verwaltung, ist einem Verwaltungsrat (ehrenamtlich), aus sieben Personen bestehend, übertragen. Ts gehören ihm an: Herr Ch. Eitingon, I. Vorsitzender, Herr Emil Joske, 2. Vorsitzender, Frau Alexandra Eitingon, Herr S. Hodes: Derzernenten für Wirtschaftsangelegenheiten; Herr Konsul W. Meyer, Herr Ch. Eitingon Dezernenten für Finanzangelegenheiten, Herr Dr. Eitingon, Berlin, Herr Dr. Konrad Qoldschmidt Dezernenten für Personatange» legenhdten, Herr Emil Joske, Herr S. Hodes Dezernenten für Stiltung-angelegenheiten. tclephon Nr. 65333 5.J067 reirtäijS :jrad ff&rSat schnell and preiswert Teppiche, Portlaren He>ven> u. Da.-nonga Nächste Pllta!« SalzgäBclien 0, Tel. 14 424

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