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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1928-06-01 · 22 (1.6.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
4 (1928)
Issue
22 (1.6.1928)
Date
1928-06-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Seite 5 Lebe« gerufen werden. Sie gewährte unverzinsliche Darlehen für I produktive Zwecke an Kleinkaufleute und Handwerker, zum Teil auch an Angehörige freier Berufe (1927 wurden Darlehen in Höhe von M 19823,-- gewährt). Arbeitsunfähige, alte Frauen, Kinder, Kranke usw. wurden einmalig und monatlich unterstützt. Besonders schwierig gestaltete sich infolge der Arbeitslosigkeit die Lage der Intellektuellen. Im Jahre 1927 wurden 28 Familien jüdischer Intellektueller mit M 31379,— unterstützt. Für StudcutcnunterstüUungen hat man im gleichen Jahre M 13900,—, für einmalige Unterstützungen M 03500,— verausgabt. Der Verband hat ferner eine eigene Beratungsstelle für minderderbemittelte Kranke in der Poliklinik von Prof. Michaelis. Außerdem subventioniert er den Verein der jüdischen Aerzte, der ein Ambulatorium in der Johanuisstralle 8, unterhält. Für die iir/tlichc Hilfe wurden iim Jahre 1927 M 5031,-- ausgegeben. In der juristischen Beratungsstelle des Verbandes werden die Flüchtlinge kostenlos beraten. Es »wurden für sie Schriftstücke aufgesetzt, nötigenfalls Prozesse geführt. Die Ausgaben im Jahre 1927 betrugen hierfür M2524,— Der Frauenausschuß des Verbandes übernimmt Hausbesuche bei notleidenden Familien und Kranken und deren Versorgung mit Kleidung und Lebensmitteln. Die Ausgaben des Verbandes betrugen im Jahre 1926 M 129229.—, 1927 M 149600. - und werden für das Jahr 1928 auf ca. M 180000.— geschätzt. Die erforderlichen Summen wurden bisher aus eigenen Mitteln der Verbandsmitglieder aufgebracht. Zurzeit unternimmt der Verband der russischen Juden mit Genehmigung des Berliner Polizeipräidiums und des Preußischen Staatskommissars für Wohlfahrtspflege eine Sammelaktion zugunsten der in Berlin lebenden russischen Flüchtlinge. Unsere Gemeinde Sprechstunde des Herrn Rabbiner Dr. Goldmann Bis auf weiteres finde, die Sprechstunde des Gemeinderabbiners Dr. Gold man n nur am Sonntag, Mittwoch und Freitag vormittag von 9,30—ll Uhr in seiner Wohnung statt. Außtihalb dieser Zeit ist Herr Dr. üoldmann nur in dringenden Fä'ucn nach vorheriger telefonischer Verständigung zu sprechen (TeleUu- Nr. 21667). Pfadfindcrlager des Leipziger Kadimah Vom 27. Mai bis 3. Juni findet das diesjährige Pfingstlager des Kadimah, Bundes jüdischer Pfadfinder, Leipzig, unter Beteiligung von 77 Jungen und 15 Mädchen statt. Campplatz: Neumühlc bei Schildau, Kreis Torgau. Das Programm des Lagers sieht vor: Heimabende, Kurse jüdischen und allgemeinen Inhaltes, Führeraussprachen, Hebräisch, scouttechnische und sportliche Ucbungen. Erfolgreiche Uraufführung einer Oper von Wilhelm Rettich in Stettin Im Stadttheater in Stettin fand Wilhelm Rettichs Erstlingswerk, die Musikdichtung „König Tod" eine äußerst beifällige Aufnahme. Der J. C. Hamich Das Blumengeschäft für jedermann Grimmaische Straße 29 Hauptbahnhof West Fernsprech-Sammelnummer 70156 Pension Parkhaus Bad Harzburg nuo In sämtlichen 50 Zimmern fließendes Wasser — Hohe luftige Speis*- und OasalladiattS-SilS auch zu Familienfeiern ceeignet- Vorzügliche Pension mit gerühmt. Verpflegung zu soliden Preisen Halberstädter Kabbinatsiufsidit — Jeden Minjan (eig. Syn.) Telefon 71 Komponist mußte am Schluß „ungezählte Male" mit den Darsteller« erscheinen. An dem Lrfolge des jungen Künstlers (von dessen K innen wir erst Anfang des Jahres gelegentlich des vom Frauenbund veranstalteten Konzertes sehr beachtenswerte Proben kennen gelernt haben) dürfen wir Leipziger mit um so größerer Freude Anteil nehmen, weil Rettich ein Kind unserer Stadt und unserer Gemeinde ist. Der Komponist hat nach dem Besuche der hiesigen Petrischule seine musikalische Ausbildung am hiesigen Konservatorium und an der Reger-Schule erhalten, war dann am Neuen Theater als Kapellmeister und Korrepetitor tätig, und ist nun in gleicher Stellung am Stettiner Stadttheater. Auch den Chor unserer (iemeindesynagoge hat Rettich einige Zeit hindurch erfolgreich geleitet. — Der einaktigen Oper „König Tod" liegt eine knappe Handlung mit tragischem Ausgange zugrunde: die jugendliche heißliebende Darja sinkt ihrem Sänger, der den Keim des schwarzen Todes von den Lippen).der Mutter geküßt hat, voll glühender Leidenschaft in die Arme und erleidet vereint mit ihm den Liebestod. Ueber ilie musikalische Bedeutung äußert sich ein altes Musikorgan (Signale für die musikalische Welt): „Selbstverständlich konnte bei dieser Knappen Handlung der dramatische Gewinn nur ein geringer sein, der Komponist sucht jedoch diesen Ausfall durch die Farben seines Orchesters ZU steigern, das sich in blühendem, oft berauschendein Klangzauber gibt. Rettichs Tonsprache überzeugt am stärksten, wenn es gilt, Stimmungen zu schaffen, die Singstimmen kommen, trotz oft geradezu gefährlich hoher Lage, zu ihrem Recht, da/u geht der Komponist, was ihm besonders gedankt sei, der Melodie nicht aus dem Wege; wir hören kein geistreiches Experimentieren, alles gibt sich vollkommen natürlich sowohl in den breit angelegten Monologen, als in den besonders glücklich erfaßten rein lyrischen Gesängen, die die hohe Begabung Rettichs auf diesem, doch immer noch dankbarsten Gebiete, erneut bestätigen." — Mit stolzer Freude über den Lrfolg sehen wir der verheißungsvolen Lntwickung Rettich! Entgegen. Neue Bücher Heinrich Siemer, Juda und die Andern. Roman. Berlin-Leipzig (1928. Verlag Gebrüder Paetel). Ls verdient als Zeichen der Zeit beachtet zu werden, wie häufig neuerdings Nichtjudcn, die sich mit dem Judenproblem literarisch auseinandersetzen, dabei Wert auf Anerkennung ihres Streben! nach PONTIAC Dieser prächtige 6 Cylinder der General-Motors Berlin-Borsigwalde kostet Mk. 5500. Probieren Sie ihn, kaufen Sie ihn * Seneral-Uertreluno Holmann Deuma LEIPZIG C 1 Nonnenmühlgasse 2-4 (am neuen Rathaus) Tel Nr. 21699 und 25350

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