Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 20 (18.5.1928)
- Date
- 1928-05-18
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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QEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN KELIOIONSOEMEINDE, LEIPZIG S«*« 4 dukünstlerische Ausgestaltung des jüdischen Gottesdienstes am Heraen liegt, awrm empfohlen." Oberkantor Theodor I ränkcl, Nürnberg, äußerte sich über das Werk: „Ich beglückwünsche Sie herzlichst zur Herausgabe dieses M erkes, das nicht nur wegen der vorzüglichen Wiedergabe traditioneller Melodien, welche mit geschmackvoller, moderner Orgclbcgleitung und -Illustration versehen sind, Beifall und Bewunderung finden wird, sondern auch wegen der neugeschaffenen Kezitative und nicht zuletzt wegen der ganz eigene Wege gehe itdcn, großangelegten Chore, die Ihrer Phantasie, Melodik und Harmonik, überhaupt Ihrem musikalischen und kompositorischen Können da> glänzendste Zeugnis ausstellen." Diese Besprechungen stammen von Männern, die in ihrem eigenen Schallen in einem 'grundsätzlichen Gegensatz zum „Kaul Sch'muel" stehen, die sich aber doch der Gewalt der Erkenntnis von der kommenden Bedeutung dieses Werkes nicht verschließen) können und rühmen!- werterweise auch nicht verschließen wollen. Herr Professor Kirsclmer hat mm Beifwpiel seiner Gemeinde noch wahrend der ersten Lesung Jüdische Verbände u. Gemeinden Die verfassungstreuen Parteien gegen den Judenhaß „Die großen Entscheidungen des 20. Mai" war das Thema einer Kundgebung, zu der der Centraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens am 0. Mai in die Spuherusäle eingeladen hatte. Der Vorsitzende des Centralvereins, Justizrat Dr. Brodnitz, begrüßte die nach Hunderten zählenden Erschienenen und wies darauf hin, daß der Centraiverein fest auf dem Boden der Weimarer Verfassung stelle und deshalb allen Parteien gegenüber, die diese Verfassung ihrem Wortlaut und ihrem Geiste nach achteten, völlige Neutralität wahre. Rechtsanwalt Dr. Bruno Weil zeichnete die Entwicklung des Gedankens von der Gleich heil aller Menschen nach und wies darauf hin, wie jung im Verhältnis zu anderen Nationen das Nationalgefühl des deutschen Juden sei, und in welchem Umfange demgegenüber die deutschen Juden, die seit einem Jahrhundert erst als Bürger an dem Schicksal ihres Vaterlandes Anteil haben dürfen, deutsches Nationalgefühla uch durch die Tat schon bewiesen hätten. Landtag-abg. Oberregierungsrat Dr. Merten, der Vorsitzende der Berliner Demokratischen Partei, sprach von der tiefen Bewunderung wind autrichtigen Verehrung, die er für die hervorragende Leistung und den glänzenden Anteil der deutschen Juden an der Entwicklung der deutschen Kultur empfinde. Max Westphahl, Mitglied des Parteivorstandes der Sozialdemokratischen Partei, erklärte, seine Partei habe nicht gefragt, ob es sich bei dem Kample .um die v< >l 1 i ge> Gleichberechtigung aller Staatsbürger um Juden oder Nichtjuden, sondern stets, ob ces sieh um arbeitende Menschen handelt. An 'dem festen Walle seiner Partei werden sich auch fernerhin die Fluten des Antisemitismus brechen. Dr. Domke, der zweite Vorsitzende der Berliner Zentrumspartei, führte aus: Gemeinsam ist uns Zentrumsleuten mit den jüdischen Volksgenossen der Leidensweg, den wir auf Grund unserer religiösen Ueberzeugung zu durchschreiten hatten. Und deshalb fordern wir entschieden religiöse Toleranz, deshalb sind wir entschiedene Gegner des Antisemitismus. Wir sind aber auch Gegner des Antisemitismus aus nationalen Gründen; denn wir wissen, daß das deutsche Volk nach dem Weltkriege alle Kräfte braucht, die zu seinem Aufstieg notw endig sind. Auch in unseren Kreisen ist die Frage des Antisemitismus sehr akut gewesen, und es dürfte Ihnen am besten unsere Einstellung hierzu demonstrieren, wenn ich Sie daran erinnere, daß Kardinal Faulhaber in einer entschiedenen Rede bewiesen hat, was geistliche, was Nächstenliebe allein ist. Daher begrüßen wir es, daß •uch Sie zu uns Stellung nehmen, wie dies z. B. in erfreulicher Salon Grojk-Endemann Hainstraße 17 19, Durchgang U. T.-Lichtspiele Unserer werten Kundsdiatt und einer geehrten Einwohnerschaft gestatten wir uns mitzuteilen, da« unser allen Anforderungen der Neuzeit entsprechender Damenu. herren-Triskr-Salon am Montag, dem 14 Mai, eröftnet worden ist. — Beste Bedienung und Beratung sichern wir den uns beehrenden Kunden zu. Arno Grosse mariin €ndemann des Werkes geradezu spontan eine große Anzahl von Nummern zur sofortigen Einstudierung im Synagogenchor empfohlen und es ist also zu erwarten, daß die Schöpfungen Lampels, die uns Leipzigern teilweise schon ganz vertraut geworden sind, bald auch die Münchner jüdischen Beter erheben werden; eine ganze Reihe anderer Gemeinden, denen dais Werk vorgelegt winde, haben es in ihren musikalischen Bestand aufgenommen und vielfach die gleichen praktischen Folgerungen gezogen, wie München. Bemerkenswerterweise hat auch die Universität Jerusalem das Werk für ihre Bücherei erbeten und erhalten. Freuen wir uns mit dem Komponisten dieses unzweifelhaften Erfolges und beglückwünschen wir ihn dazu recht herzlich! Unseren Wünschen aber sei die Hoffnung angefügt, daß unsere heimatstädti- Gemeindc, i n deren Mitte ein so bedeutsames jüdisches Kultuxzeugnia erstehen konnte, ihr Interesse für unseren Gottesdienst erhält und vertieft, damit es dem Autor des ,,Kau! Sch'muel'' an Anregung Und Ermunterung zu weiterem schöpferischem Wirken nicht fehle, zu dein ihm ein aufrichtiges „Z'lach urchaw" zugerufen sei. M.J. Weise durch die Aeußerung von Rabbiner Dr. Baerwald-München zu den Vorgängern n Mexiko geschehen ist. \ Reichsminister a. D. Dr. V. Raumer betonte namens der Deutschen Volkspartei, daß diese stets eine liberale Partei gewesen sei. Der Redner wies darauf hin, daß Männer aus jüdischen Kreisen häufig als hervorragende Mitarbeiter der Deutschen Volkspartei gewirkt haben, erwähnenswert vor allem Geheimrat Rießer, der Vizepräsident des Reichstages. Die Deutsche Volkspartei lehnt den Antisemitismus entschieden ab. Was heute Inf die Erinnerung der Menschen zurückgerufen werden muß, ist der Anteil des deutschen Judentums am Aufbau deutscher Wissenschaft und Kultur. — Es sprachen noch der Vorsitzende des Landesverbandes Groß-Berlin des C.-V., Dr. Bruno Glasfeld, und für die deutsch-jüdischen Frauen Margarete Fried. , Vom „Keren Hatorah" Das Landesdirektorium des „Keren I latorah" in Deutschland (Vorsitzender: Oberrabbiner Dr. Spitzer-Hamburg) veranstaltet auch in diesem Jahre anläßlich des nahenden Schwuoth-Festes eine groß- PONTIAC Dieser prächtige 6 Cylinder der General-Motors Berlin-Borsigwalde kostet Mk. 5500.— Probieren Sie ihn, kaufen Sie ihn * General uertretung Hofmann Deuma LEIPZIG C 1 Nonnenmühlgasse 2-4 (am neuen Rathaus) Tel Nr. 21699 und 25350