Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 18 (4.5.1928)
- Date
- 1928-05-04
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 neuen - und nicht immer guten Zeil geopfert »ein, noch lel>i etwas vom alten Geiste, noch lebt die ('hebra kadischa. noch erfüllt sie — ohne sich um die Kampfe der Gemeindepolitik, um die Herrschaftsplane dei Parteien zu kümmern ihre Pflicht, noch wirkt die wahrhaftige l.icbc der uneigennützigen Tat! I ml dal) dem Körper eine Seele beschieden sei, dal) der äußeren Pracht der neuen Friedhofsanlage auch die innere jüdische Kraft der Liebe, der alten Pietät und der Treue in unserer Gemeinde entspreche, ist der schlichte, aber herzliche Wunsch, der in dieser Stunde ausgesprochen sei. Ks hat einmal ein Historiker unsere Friedhöfe die Stein gewordene tieschichte unseres Volkes genannt. Wer ihre Denkmäler zu deuten versteht, weiß, daß sie auch die Verewigung der sittlichen Grundsätze und der Hoffnungen des Judentums bedeuten! Fast ein volle« Jahrhundert wird man die Toten unserer Gemeinde auf dem neuen Friedhof zur letzten Kühe bringen, und wenn man ihn einst schließen und), wird keiner von uns. die wir heute leben, sieh des l ichtes mehr freuen. Wir werden unsere letzte Kuhestätte, ein Ausruhen von der schweren Mühe de* Daseins, auf ihm gefunden haben, unsere Fnkel und l renkel werden einst unserer gedenken, wie wir in liebevoller Pietät auf jene zurückschallen, deren vergängliche Keste die alten Friedhofe bergen. I nd ein inniges Gebet entringt sich unserem Herzen. Gebe der allmächtige Gott, dal) man mit dem gleichen liebevollen Danke auf uns schaue, wie wir auf jene blicken, die vor uns waren! Gebe Gott, dal) es unserem Geschlechte vergönnt sei, in der Befolgung alter Tradition, in uneigennütziger Liebe gegen die Toten und die Lebenden, eine wahrhafte heilige Krüderschaft zu werden, die Seele des Judentums in ihrer schlichten, beglückenden Größe denen hinubenuretten, die nach uns kommen! I nd daran, daß die Krfüllung dieser Wünsche von uns und unterem Willen abhängt, mahne uns der neue Friedhof! Durchgang zum Friedhol